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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVII (1972 / Heft 124 und 125)

Buch besprechu ngen 
Kunstgeschichte oder Geschichte der Ewigen Stadt 
beschäftigt, dieses Nachschlagewerk besonders 
empfohlen. Wir können es nach Erscheinen dieses 
schon sehr erwarteten zweiten Bandes nur wieder- 
holen. Dieses Mal werden in alphabetischer Folge 
die Kirchen von Gesü Crocefisso; einer Kapelle 
des Palazzo Barberi ' in der Via delle Quattro 
Fontane, bis S. Maria in Monticelli innerhalb der 
Mauern Roms beschrieben. Wieder sind die oft 
sehr ausführlichen geschichtlichen Hinweise zu den 
Bauten von außerordentlichem Wert, gewinnen durch 
sie doch erst die verschiedenen baulichen 
Veränderungen an einem Obiekt zusammen- 
hängende Begründungen. Auch werden sie dem 
interessierten Laien ein Studium der Kirchen und 
ihrer Einrichtungen niaht nur erleichtern, sondern 
auch lebendiger machen. In Korrekturen der 
Kollegen (etwa S. 53) spiegelt sich das Ringen des 
Wissenschaftlers um den wahren Sachverhalt. 
Diesem wird auch mit zahlreichen „Berichtigungen 
und Nachträgen" zum ersten Band am Ende dieses 
Buches Rechnung getragen. Daß aber auch 
andere Meinungen durchaus erwähnenswert und im 
Zusammenhang mit den Untersuchungen um 
Ursprung und Geschichte ihre Bedeutung haben, 
wird immer wieder auch dort dokumentiert, wo 
nach Meinung des Autors oder der überwiegenden 
Mehrheit der Fachkollegen eine eindeutige Antwort 
gefunden wurde (etwa S. 4861). Dieser Band wird 
auch von mehr Grund- und Aufrißzeichnungen 
als der erste - die dem jeweiligen Text gegenüber- 
stehen - bereichert, wodurch dem heute optisch 
sehr ansprechbaren Menschen die Maß- und 
Lageverhältnisse viel gegenwärtiger werden. 
Zwei dem Buche beigelegte Tafeln zeigen ausführlich 
verschiedene Planungs- und Baustufen von 
S. Giovanni de' Fiarentini mit 16 Plonvarianten, 
und SS. Giovanni e Paola mit einer gründlichen 
Übersicht der verschieden alten Anlagen. 
 
Wie schon im Vorwort angekündigt, ist daran zu 
zweifeln, daß mit einem dritten Band alle restlichen 
Kirchen Roms erfaßt werden können. Es wäre sicher 
verfehlt, auf halbem Wege umzukehren und die 
Bearbeitung der restlichen Gebäude nur summarisch 
oder oberflächlich zu behandeln. Wir werden 
also noch auf ein viertes Buch zu warten haben. 
Was aber die allgemeinere Befürchtung des 
Verfassers betrifft, glauben wir gerade an Hand 
des Beispieles Rom an einen immer wieder aus 
der Asche steigenden Phönix der „europäischen 
Geistigkeit", wenn auch in anderem Kleid und 
anderer Sprache, glauben zu dürfen. 
AMK-Prädikat: Handbuch, populärwissenschaftlich, 
kunstgeschichtlich und historisch fundiert. 
Alois Vogel 
Ludwig Grate, Joseph Sutter und der 
nazarenische Gedanke. Prestel-Verlag München, 
1972 (Studien zur Kunst des 19. Jh., Band 14; 
Forschun sunternehmen der Fritz-Thyssen-Stiftung 
- Arbeits reis Kunstgeschichte), 302 S., 77 Abb. 
im Text, 70 Bildtafeln, davon vier farbig, 
DM 100.-. 
Mit dem Titel des Buches ist die doppelte Aufgabe 
angegeben, die sich der Verfasser gestellt hat: 
Joseph Sutter (1781-1866), einen der wenig bekannten 
von den sechs Malern, die in Wien am 10. Juli 1809 
den „Lukasbund" gründeten, in seiner künstlerischen 
und menschlichen Erscheinung vorzuführen und 
parallel damit, in ständiger Wechselbeziehung, das 
Streben und Wirken der „Nazarener" in ihrer 
Frühperiode zu schildern. Vom Künstlertum der 
beiden führenden Maler Overbeck und Pforr ist die 
begrenzte Begabung Sutters immer in weitem 
Abstand geblieben, doch war er „der begeistertste 
aller Ordensbrüder" (Grote, S. 51) des Bundes, 
und er ist es trotz aller ständigen materiellen Not, 
trotz Erfolglosigkeit und Enttäuschungen und 
einem bitteren Alter geblieben. Damit hatte er 
seinen Platz im Gesamtbild dieser so sehr vom 
Gedanklichen, von Wollen und frommem Glau 
geleiteten Kunstrichtung. 
Inhalt und Aufbau der Untersuchung lassen sic 
bereits ein wenig aus einer Aufzählung der Ka 
des Textes erkennen: „Herkunft und Ausbildun 
„Der Weg zur Romantik", „Der Lukasbund", 
„Kunstgespräche", „Die lnkunabeln der 
nazarenischen Malerei", „Abschied der Freund 
„Sutters Kampf mit der Akademie", „Als Apos 
Wien", „Endlich in Rom", „Über Wien nach 
München", „Lebensabend in Linz", „Das Werk 
Der anschaulichen Darstellung der Lebensgescl 
Sutters im Hauptteil des Textes und der Analys 
der Werke in dessen letztem Kapitel ist als 
dokumentarischer Abschnitt der Abdruck von 
21 Briefen des Malers, teilweise in Auszug, ang 
von denen 14 an den stets hilfsbereiten und 
schwärmerisch verehrten Freund Overbeck geri 
sind. Ein „Werkverzeichnis" führt 129 Arbeiten 
Gemälde und Zeichnungen, davon 2B verscholl 
an; mit den 75 Abbildungen von Werken Sutte 
ist also ein beträchtlicher Teil des Erhaltenen 
illustriert. 
Mit seiner Art der Vorführung, der geglüdrten 
Lösung der anfangs hier erwähnten doppelten 
Aufgabe, der Verbindung von Künstlermonogri 
und gedrängter Vorführung des Grundsätzlich: 
der Kunst der Nazarener, ist die vorliegende 
Publikation von Ludwig Grote einer der wichtig 
Beiträge zum Thema in Buchform seit seinem ei 
umfangreichen Buch „Die Brüder Olivier" vom 
Jahre 1938 und Keith Andrews' zusammenfasse 
1964 erschienenen Buch „The Nazarenes - 
A Bratherhaod of German Painters in Rame". 
AMK-Prädikat; Künstlermonographie mit 
künstlerischem Grundsatzaspekt, wissenschaftl 
Ansprüdien entsprechend, mit Werkverzeichni 
Fritz Nr 
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Wien 
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 Prestel-Verlag, München 
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The Year at Sorhebv's 81 Parke-Bernef. Ja 
gang 1971-72. Englische Originalausgabe. 1 
Seiten mit über 1000 Abbildungen, davon 1 
in Farbe. DM 85.- 
Das Glas des Jugendstils 
Katalog der Sammlung Hentrich im Kunsfn 
seum Düsseldorf, bearbeitetvon Helga Hilsche 
528 Seiten mit 458 Abbildungen, davon 141 
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gen Abbildungen und 500 Modellzeichnung 
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afrikanischen Teppiche 
Von Erwin Gans-Ruedin. 442 Seiten mit 
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Fünf Jahrhunderte 
abendländischer Schmuckkunst 
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mit 59 farbigen und 251 einfarbigen Abbildi 
gen. DM 98.- 
Ernst Ludwig Kirchner 
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de. Von Donald E. Gordon. 484 Seiten mit 
farbigen und 113 einfarbigen Tafeln sowie 12 
Abbildungen. DM 145.- 
E. L. Kirchner: Das Graphische Werk 
Vollständiges Werkverzeichnis. Von Annemz 
und Wolf-Dieter Dube. 2 Bände: 168 Seiten T 
und 285Tafeln mit 2094 Abbildungen. DM 25 
Wilhelm von Kohell 
Wissenschaftliches Gesamtverzeichnis. Von Sir 
fried Wichmann. 540 Seiten mit 13 einfarbig 
und 12 farbigen Tafeln sowie 1750 Katalog: 
bildungen. DM 200.- 
Joseph Stieler 1781 -1 858 
Kritisches Verzeichnis der Werke. Von Ulrikei. 
Hase. 244 Seiten mit 4 Farbtafeln 353 einfar 
gen Abbildungen. DM 120.-
	        

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