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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 127)

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ligen Lebens hat im Wiener Heeresgescl 
chen Museum im Arsenal nur ganz w 
Kriegswaffen aus dieser Periode hinterl 
Denn damals wurde alles irgend Verwen 
nach als Werkzeug und Gerät bis zuletzt i 
braucht. Die Waffensammlung in der I 
Burg enthält aus eben demselben Grund 
so sehr viele Zeugnisse ausgesprochenen 
kes zu repräsentativer Schauwirkung, aber 
eine nicht abreißende Reihe von zurückh 
geformten Meisterwerken in technischer, 
werklicher und künstlerischer Beziehung 
das eben im besonderen zur Ausübung der 
die für den Herrscher eine seltene Art de 
spannung von politischen Geschäften um 
antwartungen darstellte, die ihm eine i 
artige Farm van Leibesübung und Körper 
gung in freier Natur gewährleistete. 
Van Kaiser Ferdinands ll. Hinterlassenschr 
wahrt die Waffensammlung Helmbarte 
Kuse seiner Leibgarden, datiert 1620 im 
Jahr seiner Herrschaft, ein Hirschföngerb 
von 1633 aus geschnitztem Hirschhorn mit s 
rer Vergoldung, ferner als Kuriosum einen 
beinernen Marschallstab, bekrönt von eint 
welengeschmückten Spangenhelm, hinter l 
hochzukloppendem Visier der bemalte 
beingeschnitzte Partrütkapf des Kaisers 
Vorschein kommt. Schraubt man die Endi 
so kann man dieses hohle Szepter mit 
eingebauten Linse als Fernrohr benützen. 
so recht barocke Spielzeug diente sehr wo 
das Kind im Manne anzusprechen. So 
auch der Schnepper, eine Tonkugeln schie 
leichte Armbrust, die mittels Scharniere 
kleines Bündel zusammenzufolten war, v 
später kennzeichnend für Wildererge 
wurde. 
Auf höchstem Niveau aber präsentiert sic 
ser Ferdinand ll. mit den Radschloßpirscl 
sen des Meisters Maximilian Wenger. Er f 
offenbar von seinem Vorgänger und 
Kaiser Rudolf ll. (gestorben 1612) überna 
als dessen „KammerbüchsenmacheW (in PI 
1604 und 1612 genannt wird. Seine drei 
tenen Werke führen den verfeinerten Stil c 
rühmten Prager Hafwerkstatt bis in die dre 
Jahre fort. Wengers Schüfter, der einm 
„DMHI 1632" zeichnet, liefert die zartesten 
mentalen Einlagearbeiten in Elfenbein Uf1( 
mutter, die lebendigsten Gravierungen mit 
szenen, die iene Zeit noch hervorbringen k 
Wahrscheinlich stammen verwandte Jc 
wehre etwa eines Michael Speckhle in Aug 
und eines Büchsenmochers HCS aus der 
kammer desselben anspruchsvollen Herr 
Eine einzige selbständige Linie der Habsl 
hatte als Landesherren von Tiral und dei 
landen außerhalb der Kaiserresidenz in 
ihren Sitz in Innsbruck. Dort regierte sei 
Ferdinands ll. jüngerer Bruder Erzherzog 
pold V. (1586-1632). In seinen Diensten 
jener Büchsenschöfter und Organisator d 
rühmten Büchsenmacherschule von Ferlc 
Kärnten Hans Schmidt, der aus der vorlür 
österreichischen Stadt Riedlingen an der l 
bei Ulm zugewandert war. Van ihm s 
iene 1628 datierte, ganz in Silber eing 
Büchse und runde Pulvertlasche mit Bildn 
Wappen Leopolds V., die eines der l 
werke aller Büchsenmacherkunst darstellt 
Versprechen, ein zweites Exemplar dieser 
schaffen, zog er wieder zurück, da auc 
Landesherr den Preis der Arbeit nicht zu . 
imstande sei. Die Silberbüchse für den ( 
herrn van Ferlach, Graf Siegmund Ludwi 
Dietrichstein, von etwa 1545-1550 ist 
wesentlich einfacher gehalten; die für d 
gencllichen Otto Heinrich von Dietricl
	        

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