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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 127)

 
 
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Imperatori f Caralo Sexta l Germaniae Hispa- 
niae Hungariae Bohemiae Regi, Archiduci 
Austriae". Darunter befindet sich eine kleinere 
zweizeilige Inschrift mit folgendem Text: „Ma- 
chinam hanc Arithmeticam In perpetuae gratitu- 
dinis Tesseram subiectissime Dicat Dedicat 
consecratque f humillimus Inventar Antonius 
Braun S. C. M. Opticus et mathematicus 1727"." 
An der Kurbel der Maschine ist außerdem das 
Manogramm AV eingraviert. Es sind dies die 
Initialen des bereits genannten Frälaten des 
Schwarzspanierklasters Monte Serrato: Anton 
Vogl. Dank dieser lnschriften ist man außer 
über den Namen des zu Beschenkenden auch 
über den des Geschenkgebers und den des 
Erfinders informiert. 
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Der Wiener Gelehrte Josef Nagler hat vor 
einigen Jahren der Braunschen Rechenmaschine 
eine ausgezeichnete Studie gewidmet, welche 
die Bedeutung dieses Werks iedoch ausschließ- 
lich vom technischen Standpunkt aus würdigt 
(Abb. 4]. Wir zitieren daraus folgende Sätze: 
(Die Maschine) „ist in Farm einer Dose gebaut. 
Sie beruht auf der Verwendung einer sage- 
nannten Stapelwalze, deren Zähne der ieweili- 
gen Rechenoperation entsprechend in ihrer Zahl 
geändert werden können. In der Mitte der Dase 
ist eine Handkurbel sichtbar, die eine Raststel- 
Iung mit Verriegelung aufweist... Zwischen der 
Deck- und Grundplatte befindet sich im Innern 
der eigentliche Rechenmechanismus (Abb. 5), der 
nach Abheben der zylindrischen Umkleidung 
6 Anton Braun [um 1724), Rechenmaschine, Ge- 
samtansicht, im Deutschen Museum, München 
7 Gesamtansicht der Rechenmaschine (Abb. 6) bei 
abgenammenem Gehäuse 
sichtbar wird. Die Rechenmaschine des Anta- 
nius Braun weist sehr interessante Konstruk- 
tiansdetails auf... Die Gesamtausführung zeigt, 
daß es sich hier um eine ausgereifte, wohl- 
überlegte Konstruktion handelt und daß wir In 
Braun einen ausgezeichneten Beherrscher der 
Feinmechanik vor uns haben. Sämtliche Teile 
weisen eine große Präzision auf und sind sehr 
sauber gearbeitet... Die Maschine erlaubt so- 
wohl Addieren, Subtrahieren wie Multiplizieren 
und Dividieren". Durch die kreisförmige Anardv 
nung der Dose wurde der Gebrauchswert der 
Rechenmaschine erheblich gesteigerW. Man 
verwendete Maschinen dieses Typs zu den vielen 
Nebenrechnungen, die sich damals bei der Land- 
vermessung ergeben haben.
	        

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