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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 129)

 
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Opernhaus tätigen Maler zur Zeichnung 
künstlerischem Medium zum Ausdruck. Derl 
ler schreibt nämlich, die sorgfältige Ausfü 
seiner Kartons sei durch keinerlei prak 
Notwendigkeiten verursacht worden. Ma 
der in Wien in dürftigen Verhältnissen lebt 
als Zeichenlehrer an der k. k. Theresiani 
Akademie tätig war, starb 1875 im Alte 
siebenundvierzig Jahren an Tuberkulose. 
den 1867 und 1868 für das Opernhaus gescl 
nen Kartons zeichnen sich die Bilder zu 
Maria von Webers Opern „Oberan" und 
ziosa" durch märchenhafte Poesie aus. Die 
besten Sinne des Wortes naiven Zeichnungr 
sitzen den stillen Zauber romantischer Gec 
sie sind auf höchstem künstlerischem Nivec 
„Zurück-zur-Kindheit". 
Auch der um sechs Jahre ältere Führich-Si 
Karl Josef Geiger war solch ein „Mörchenm 
Arthur Roessler hat Geigers Mörchenbildi 
wesentlichste Seite seines Schaffens herv 
hoben. Nach der Zurückweisung der Ent 
für die Fayerbilder durch Kaiser Franz J: 
fielen dem Künstler als weitaus bescheid 
Aufgabe die Grisaillelünetten des Vestibü 
Geiger stellte in diesen Bildern mittels Ki 
gruppen verschiedene mit dem Musikthea 
Verbindung stehende künstlerische Tütigl 
dar. Die Lünetten wirken dekorativ und : 
dies auch, da sie entsprechend den Vorst 
gen der Architekten der Dekoration de: 
festliche Einstimmung angelegten Raumes 
lichst zu integrieren waren. 
In den Kartons für den lphigenie-Zyklu: 
Stiegenhauses der Erzherzoge an der Köri 
straße tritt der 1822 geborene Karl Swobadi 
Schüler der Prager Akademie, als völlig an 
Künstlertemperament entgegen. Swoboda 
offensichtlich besonders stark unter dem Ei 
der „reinen" Zeichenkunst Flaxmans und G 
lis und machte aus seinem Thema ein pa 
sches Drama, dessen hektisch agierende Fig 
in der Bewegung erstarrt zu sein SChl 
Selbst die ruhende Diana des Schlußbildes 
die nervöse Sprödigkeit und das eingefn 
Bewegungspathos dieses Stils. 
Eduard von Engerth, Schüler Leopold Ku 
wiesers und ab 1865 Professor an der W 
Akademie, schlägt mit dem Orpheus-Zykli 
das Stiegenhaus des Kaisers weitaus we 
heroische Töne an. Wie Swaboda hatte er 
Kartons zu schaffen und die Bilder al f 
auszuführen. Der an der Operngasse gel:
	        

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