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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 132)

 
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Mexiko, Hocho (Bremen, Übersee-Museum) 
Henry Moore, Kopf, 1937 (New York, Morihu 
Gollery) 
Henry Moore, Squure Form (S19. Soinsbury) 
Jackson 
timmungen vermittelt. Das Thema ist neu für die 
e. Südamerikanisdie Bildhauer orientierten sich viel- 
die Hachas werden nodi eine geraume Zeit die 
en des 20. Jahrhunderts besdiüttigen. 
rpus des Blockes als plastische Grundform 
"3-76) - (S. 22, 23) 
widrlun der modernen europäischen Plastik kann 
"eidie hemen- und Motivketten unterteilt werden. 
idie Fundamente dieser Sicht sind die Ptahltorm 
er Quader- und Blockform. Der Block ist Grundnorm 
rlnerische Ausgangssituation einer ieden plastisdien 
Jng. Er ist gleichsam Teil geologischer Abspaltun an, 
tiert" dem Bearbeiter attmals die skulpturale I ee. 
onome Gestalt der Quaderskulptur bleibt Teil der 
wenn sie auch freigestellt ist, steht sie in ihrer 
en Gewalt dem Verbund nahe. Die enge Bindung 
Mauerhatte ibt dem Quaderstein im skul turalen 
der hacken en Aztekengötter "ene einge undene 
pannte Wirkungsform (Abb. 73). in Ausgreiten über 
die vom Blodr bestimmten Steintldthen entfällt, eine Über- 
dehnung der Sitz- und Standmotive der Gottheiten scheidet 
aus. Im Blodr ist über Jahrtausende die menschlidie Gestalt 
eingefügt und damit enthalten. Beipielhatt sind die plasti- 
schen Werke Ägyptens und Mesapatamiens. Aber auch die 
kauernden und hackenden Götter der Azteken Mayas und 
Zapoteken wadwsen aus einer Grundform des lineares über- 
zeugend hervor, sa daß sie die Bildhauer des beginnenden 
20. Jahrhunderts in Europa bestimmt haben dürften. Andre 
Derain wählt in seiner Skulptur „Die Zwillinge" 1905 
(Abb. 75] ein ähnlich gelagertes Thema. Die beiden kauern- 
den Gestalten sind gleichsam im Quader getan en. Die 
blackhafte Gebürde, die blockhafte Drehung, die lackhatt 
gelagerten Extremitäten lassen den Kubus erahnen. 
Die aräkolumbianische Steinplastik dürfte damit zur Rege- 
neratian der europäischen Skulptur geführt haben. sntrnn 
191D übernimmt Brancusi Ansätze einer Quadergrundtorln für 
sein Werk „Kuß". F. L. Wright verbindet steinerne Quader- 
massen mit detaillierter Steinarnamentik. Auch Jacques 
lipchitz kombiniert seine schwarzafrikaniszhen Analo ien 
mit präkolumbianischen Anregungen. Ebenfalls ist die 934 
entstandene sitzende Figur van Henry Moore Abb. 76) dem 
Blodrsystem verpflidatet, denn die Quader egrenzungen 
sind mit der Sitzhaltun eng verbunden, Form und Inhalt 
bleiben kongruent, das eißt, beide Elemente durchdringen 
einander. Die torsohatte Erscheinung ist dabei Element des 
Bladres und bestimmt wie im Ptahltypus die Merkmale der 
Grundform. 
Etienne Martin steigert noch einmal in seinem Werk 
„Nuitante" (1948) (Abb. 74) iene blockhatte Gestaltprägnanz 
zum Zeichenhaften. Die Toten der Hodcergräber dürften 
hier Anregungen vermittelt haben. Interessant scheint iedoch 
die absolute Präsenz des kubisch wirkenden Leibes zu sein. 
Die Gewalt der schweren Extremitäten, das tief in den 
Nadcen eingesdwabene Haupt lassen den Druck des Blockes 
noch erkennen, doch beginnen die Extremitäten expansiv 
nach außen zu drängen. 
Die vier Beispiele vermitteln die Thematik, die über größere 
Bereiche weiter interpretiert werden könnte, Sie zeigt, 
welche Viellalt und welcher Reichtum die außereuropäisahen 
Kulturen in der Begegnung mit der europäischen Kunst 
imstande waren zu vermitteln. 
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