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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 132)

 
Untergrund wachsende, neue Szenerie. Der Span- 
nungszustand zwischen alt und neu ist in Öster- 
reich, wo das Alte so alt ist und das Neue so 
merkwürdige, überspitzte, utopische Züge on- 
nimmt, besonders ausgeprägt. In den drei- 
ßig Jahren nach dem Ende des zweiten Welt- 
krieges sind hier meist unbeachtet, angefeindet, 
ignoriert im Land selbst und im Ausland dank 
einer völlig fehlgeleiteten offiziellen Kunstförde- 
rung nur in den seltensten Fällen und mehr oder 
weniger zufällig bekannt geworden, Entwicklun- 
gen und Tendenzen in Gang gekommen, die nicht 
nur für Österreich selbst Bedeutung haben. 
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Die Romantik hat nicht haltgemacht vor den 
elektronengesteuerten Maschinen unserer Zeit, 
vor den Zivilisationswüsten einer sich selbst 
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virtuos zerstörenden Technokratie, vor der 
nierenden Kräften politisch wie wirtschaftli 
talilörer Gesellschaftsordnungen in Ost 
West. Weltflucht und Weltverbesserung 
Rückzug in die Tiefen der Seele und der 
zug in die Reiche der Metaphysik, lrratic 
mus und kritische Distanz zu den D 
stehen hoch im Kurs. 
Die romantische Allüre, in der sich so 
im heutigen Kunstgeschehen äußert, hat 
höchst realen Kern: das Unbehagen an 
mörderischen Umwelt, einer Umwelt, der 
weitgehend ohnmächtig gegenübersteht um 
gesetzt ist. Vor allem ist es die Architekti 
der sich dieses Unbehagen polarisiert. Er: 
lich früh haben österreichische Künstler 
Künstlerarchitekten begonnen, hier Gegenv 
zu entwerfen. Ihre scheinbar spielerischen
	        

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