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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 133)

lond, London 1760) und eine Voltasche Pistole 
in Form einer Kanone haben sich erhalten. 
Letztlich soll es Sinn und Zweck des Dommu- 
seums sein, in wechselnder Folge Kunstwerke 
van Rang, die aus Sicherheitsgründen nicht mehr 
an ihrem ursprünglichen Standort belassen wer- 
den können, hier, gesichert und konservatorisch 
betreut, aufzustellen und damit in ihrem Wert 
als Bildungsträger der Allgemeinheit zugänglich 
zu machen. Zwei dieser Obiekte, die bisher in 
der Fachliteratur unbekannt waren, erfahren in 
dieser Ausgabe eine erstmalige Publikation: Die 
ikonographisch hochinteressante Gruppe aus 
Wagrain (Holz, um 1400) (siehe unser Beitrag 
S. 19) und das Claviorganum Erzbischof Wolf 
Dietrichs (siehe unser Beitrag S. 13), das Josua 
Pock 159i in Innsbruck angefertigt hat. 
Die Reihe der plastischen Kunstwerke aus dem 
Bereich der heutigen Erzdiözese Salzburg, die 
hier im Dommuseum eine neue Heimstatt gefun- 
den hot, beginnt mit einem hochgotischen 
Kruzifixus, der erst var einigen Jahren im Salz- 
burger Kapuzinerkloster entdeckt worden war 
und wahrscheinlich aus dem alten Dorn stammen 
dürfte. Etwa gleichzeitig, in den Jahren um 
1300, ist auch ein kleiner Bronzekruzifix entstan- 
den, der im Jahre 1929 in der Dachbodenbe- 
schüttung der Stadtpfarrkirche Kufstein ans Licht 
kam. Eine „Schöne Madonna" aus Radstadt und 
qualitötvolle Beispiele der spätgotischen Pla- 
stik in Salzburg, wie die „Mühlberger Figuren", 
die Pieta aus lrrsdorf oder Maria und Johannes 
einer Kreuzigungsgruppe aus St. Gilgen, sind 
ebenso charakteristische Arbeiten ihrer Entste- 
hungszeit wie die Meisterwerke der Barockplo- 
stik; so das Standzeichen einer Rosenkronzbru- 
derschaft aus dem l.ungau, die anbetenden 
Engel des Meinrod Guggenbichler aus der 
Stadtpfarrkirche in Rattenberg oder eine Dar- 
stellung des Schmerzensmannes, die vom Vor- 
besitzer in der Gegend um Wels erworben 
werden ist und deren Zuschreibung an Johann 
Adam Dietz zur Diskussion gestellt wird. 
Aus den Werken der Malerei seien zwei Bozzetti, 
darunter ein „Christus in Emmaus" des Martin 
Johann Schmidt, des Kremser-Schmidt, erwähnt. 
Neu entdeckte Werke van Johann Michael Rott- 
mayr, Paul Trager oder Johann Heinrich Schön- 
feld bilden wie das Porträt des Barockmalers 
Joseph Schöpf wichtige Schwerpunkte. Auch die 
Solzburger Maler des 19. Jahrhunderts, unter 
ihnen Sebastian Stief, sind mit charakteristischen 
Werken vertreten. 
Alles in allem bleibt es das Ziel des Salzburger 
Dommuseums, das iedes Jahr von Mai bis Okto- 
ber geöffnet sein wird, das Kunstschatfen im 
einstigen Hoch- und Erzstift Salzburg anhand 
von bedeutsamen Werken darzustellen und diese 
in ihrem geistigen Gehalt dem Menschen von 
heute zu erschließen. 
20 Benedikt Fuistenberger, Anna selbdriN, 1671. 
Holz, gefaßt, H 120 cm 
Ü Unser Autor: 
Monsignore Dr. Johannes Neuhardi 
Leiter des Dommuseums zu Salzburg 
und Diözesunkonservalor 
Kupitelplatz 2 
A-SOIO Salzburg
	        

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