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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 133)

lngennelt YUr QUS neue LUIÜU WITKUC"? ÖEIUSI" 
idung oder nur Selbstbestätigung? Man sieht 
ponate, Konfuzius betreffend, und liest in den 
geszeitungen, daß eine neue Welle der Kul- 
Tevolution heftige Kritik an Konfuzius übt. 
:ler ein anderes Beispiel, über den Rahmen der 
isstellung hinausgehend: Vor einem Jahr iu- 
lten mehr als 12.000 Chinesen im Pekinger 
ortpalast den Wiener Philharmonikern zu, als 
e den „Donauwalzer" spielten, vor kurzem las 
In, daß dieselbe Welle der Kulturrevolution, 
a Konfuzius hinwegzuspülen scheint, auch über 
im Donauwalzer und anderer westlicher Musik 
sammenschlögt. Der „Donauwalzer", hieß es, 
ente einem reaktionären Regime, und die reak- 
inären Führer der Epoche haben ihm applau- 
ert. Man sollte darüber zumindest nachden- 
n, ehe man lacht. 
uie wurm-Ausstellung uns VI: uel oegegnuiug 
von Ost und West? Das ist natürlich eine Fest- 
rednerphrase, aber es steckt doch ein wahrer 
Kern in solchen Behauptungen. Auch das ist 
eine Aufgabe der Museen, in Ausstellungen 
Kunst als etwas Politisches und nur im Zusam- 
menhang mit der jeweiligen Gesellschaft Ver- 
ständliches zu definieren. ln Wien werden solche 
Zusammenhänge besonders unterspielt, bezie- 
hungsweise oft nur aus sehr konservativer Sicht 
beleuchtet. lch weiß nicht, ob gerade die China- 
Ausstellung der geeignete Anlaß ist, das zu 
überdenken, aber sie ist bestimmt ein Anlaß, 
daran zu erinnern, wenn man an die Anstren- 
gungen der Chinesen denkt, ihre eigene Ge- 
schichte aufzuarbeiten und zu rekapitulieren. 
Und daran, wie sie das machen, auch wenn 
es für uns nidwt immer gleich durchschaubar ist. 
" Jääsäääiäßirriälire?ÜÜÜÄELZÄÄErlffiä? aETIEZrTAÄ 
Hau-Dynastie (25 bis 220 n. Chr.) in Wu-weil 
Provinz Kansu. Bronze 
 
lch erspare mir ein ausführliches Schlußwort. 
Nur soviel: Kunstförderung muß heute in ande- 
ren Dimensionen denken, etwa zur Proiektför- 
derung übergehen, was auch für Ausstellungen 
gilt. Hier wird sich, wenn der Kunstbetrieb nicht 
allein dem Kommerz ausgeliefert werden soll, 
in Österreich einiges ändern müssen. Aber auch 
alle, die hierzulande als Ausstellungsveranstal- 
ter in Frage kommen, werden sich mehr und 
Besseres einfallen lassen müssen als bisher. Wenn 
schon sonst nichts, vielleicht ist die China-Aus- 
stellung mit ihren Begleiterscheinungen ein An- 
sporn dafür. 
16 Der zur China-Ausstellung festlich dekorierte 
Museumseingcng des Österreichischen Museums 
für angewandte Kunst 
] Unser Autor: 
Harald Sterk 
Kunsikritiker, 
Hefzendorfer Straße 29-3115}. 7 
A-l 120 Wien
	        

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