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Objekt: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 67)

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Bücher-Revue. 
ll. llolzer, Der Hildesheimer antike Silberfund, seine archäologische und ar- 
tisiischo Bedeutung. Hildesheim, Gerstenbergbche Buchhandlung, 1870. (B. K. 2997.) 
Unter den Funden neueren Datums nimmt der bekannte Silberfund um Gallberge 
bei Hildesheim eine erste Stelle ein. Besonders für Kunsttechnik und Kunstindustrie ist 
dieser Fund von gsnz eminenter Bedeutung; fest alle Museen besitzen die Gypsgiisse der 
gefundenen Ohjecte, die deutschen oder Pnrissr Nachahmungen derselben. Aber an einer 
nach sllen Seiten hin vollständigen Beschreibung fehlte es bis jetzt. Zumeist haben sich 
Alterthumsforscher mit diesem Funde vorn streng wissenschaftlichen Standpunkts aus be- 
schäftigt; die Bedeutung desselben für Kunstindnstris wurde wohl in mehreren Journslen 
angedeutet, aber nirgend eingehend behandelt. Die vorliegende Schrift erfüllt diese Anf- 
gabe in ganz vorzüglicher Weise. Mit 13 lithogr. Tafeln, nach den treiflichen Zeich- 
nungen des Bildhauers Boysen in Hildesheim, ausgestattet, bespricht sie eingehend den 
Fund und die Fundstelle und dann in sechs Abschnitten die Gerlthe, Prunkschslen, Stand- 
gefiisse, Trnkgeschirre, Speise- und Kochgeschirre, die Fragmente und Inschriften in sehr 
verständiger Weise, mit besonderer Betonung alles dessen, was sich auf Kunstteobnik und 
Kunstindustrie bezieht. Diese Schrift, die wir unseren Lesern warm empfehlen, ist dem 
um Hildesheim hochverdienten Senator Römer gewidmet. Druck und Ausstattung sind gut. 
w. Bude, Franz Hals und seine Schule. Ein Beitrag zu einer kritischen Behand- 
lung der holländischen Malerei. Leipzig, bei E. A. Seemsnn, 187i. (B. K. 3037.) 
Diese Schriß, verfasst als Doctor-Dissertstion an der k. s. Universität zu Leipzig 
gibt zum ersten Male ein Bild von dem Wirken des Malers Franz Hals und der Bedeu- 
tung seiner Schule. Die Abhandlung zeichnet sich durch Fleiss und eine klare und niich- 
terne Behandlung des Gegenstandes vortheilhsh aus und verdient der Beachtung aller 
derer besonders empfohlen zu werden, die sich dem so lange vernachlässigten Studium der 
holländischen Malerei zuwenden. - Auch Dr. A. v. Willingen beschäftigt sich mit 
Hals in dem Buche ,.Lss Artistes de Harlem", Harlem 1870 (B. K. 2924), auf des wir 
wegen seiner Nachrichten über die holländische Fuyence demnächst susfiihrlich zurück- 
zukommen gedenken. 
llsns llolbein, Designs for Goldsmiths jewelers, twenty pbotogrsphs from the 
original drsvrings in the British Museum. London 1869. (B. K. 3010.) 
llluslrsl instrulm-nls in ths South-Kensington Museum; with descriptions by C. 
Engel. London 1869. (B. K. 3011.) 
Diese beiden Werke sind von der Arundsl-Society veröffentlicht, „undsr the Sauc- 
tinn of ths Science and Art Departement, for the usc of Schools of Axt und Amsteurs". 
Sie bezeugen, wie sehr es der englischen Regierung darum zu thun ist, gute Vorbilder in die 
Binde derjenigen zu bringen. die es mit Kunstunterricbt oder Kunsttechnik zu thun haben. 
Das Werk über die Musikinstrumente im Keusington-Museum hat fiir uns einen secundären 
Werth, so interessant such einzelne Instrumente sind und so sehr wir bedauern, dass die 
„Organ positive", einst im Besitzthnm Salzburgs, sich gegenwärtig in England beiiudet. 
Viel wichtiger sind die zwanzig Photographien nach Holbain'schen Zeichnungen, die gegen- 
wärtig im britischen Museum sich befinden, und unter der Aufsicht des Hrn. G. W. Reid, 
Cnstos im britischen Museum, verötfentlicht wurden. Diese Photographien sind Vorbilder 
Eir Goldschmiede und Juweliere, wie sie nicht besser gedacht werden können. Im Geist 
der deutschen Renaissance von H. Holbein d. Jiingern entworfen, stellen sie Zeichnungen 
für einen Kamin, entworfen iiir Heinrich VIIL, für einen Pocal für die Königin Jo- 
hanns Seymour, iiir Ringe, Brscelets, Monogrsrnme, Ketten, Gehängs aller Art vor. Mit 
Leichtigkeit können diese Zeichnungen für AuQahen der modernen Kunstindustrie ver- 
wendet werden; sie werden daher bestens allen denen empfohlen, welche sich mit kunst- 
industriellsn Fragen praktisch beschäftigen. 
Augusto Castellani, Sullo Gemme. Firenze, Bsrberh, 1870. (B. K. 2921.) 
Herr A. Castellsni gibt in dieser Scbrih eine Beschreibung sämmtlicher bei 
Geinmen in Verwendung kommenden Mineralien in klarer und anziehender Darstellung; 
Herrn Csstellani kommen bei dieser Schrift seine reichen Erfahrungen nuf dem Gebiete 
der antiken Kunst tredlich zu ststten. Das Buch (246 S. kl. 8.) ist gut ausgestattet. 
 
lüu-lselzuny auf der ßcilrryr.
	        

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