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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 136 und 137)

Schwonthaler und den Rieder Schreiner ' 
mann belegt, daß bereits sie und nicht der 
maler die Grundierung (ganz oder nur zum ' 
nach vollendeter Altaroufstellung in der K 
auszuführen hatten (Zell am Pettenfirst 1667! 
Schließlich wird mit dem gerade an Sch 
thaler-Plastiken bis in die unmittelbare G: 
wart praktizierten Ablaugen auf den Hol: 
die überaus wichtige Schutzfunktion der Fa: 
aufgehoben. Der 1947 derart reduzierte R 
Ölberg Thomas Schwanthalers (Kot-Nr. 65) 
denn auch heute wie andere (Kot-Nr. 21) 
nur aufgerissene Holzstruktur, sondern auch 
lenweise dichte mikrobiologische Halzzerstö 
in Form schwärzlich hotierter Punkte (Abt: 
12). 
3. Änderung der klimatischen Umweltbedir 
gen: durch immer zahlreicher eingebaute 
auf zumeist überhöhten Wärmebedarf e 
stellte Kirchenheizungen, aber auch durch 
lisotorische Klimabelastungen im Kunstha 
bei Ausstellungen und in Privatsammlungen 
den vielfach bis in unsere Zeit durch Jültl 
derte einigermaßen stabile Umweltverhält 
radikal verändert. Diese Gefahr (Abb. 7) 
gerade für prominente Obiekte heute verr 
zu, für die stets eine restauratarische Bet 
tung der Empfindlichkeit und entsprechende 
gleichsmaßnahmen erfolgen müßten. 
4. Unsachgemäße Restaurierungen: histor 
Renovierungen sollten stets wertfrei betra 
werden, aber auch bei Beurteilung von l 
nahmen im 20. Jahrhundert sind Varzustand 
Umstände zu bedenken. Schluß gemacht n 
iedoch werden mit der bis heute geübten 
störung oder Beschädigung von Originalfa 
gen im Zuge von handwerkliche Solidität 
strebenden oder aus Geldmangel rationa 
renden Renovierungen, da diese großteils 
der an Haltbarkeit und noch weniger in qur 
tiv-formaler Hinsicht sich mit Fassungen 
Barockzeit, aber auch nicht mit den Übermt 
gen des frühen 19. Jahrhunderts messen kä 
und zudem Bildwerke verschiedener Sch 
thaler aus verschiedener Zeit durch ihren 
heitlichen Neufassungs-„Stil" zu fataler Ähr 
keit verfremden " (Abb. 13, 14). 
5. Normaler Altersverfall: hier sind vor v: 
Holzschädlinge zu erwähnen, von denen 
Zeitpunkt der Ausstellungsvorbereitung etw 
bis 20 Prozent des kirchlichen Schwanthale 
standes befallen war (Abb. 21). Ferner sind 
Beschädigungen durch den kultischen Geb: 
bei Prozessionen und Oster- wie Weihnachtst 
chen zu erwähnen, die aber zumeist erstau 
gering sind, obwohl davon neben Prozess 
stangen (Kot-Nr. 4313, 156-8) auch ganze 
rengruppen (Kat.-Nr. 178) bis zu kleinen Alt 
(Kot-Nr. 186) betroffen waren. Ihre fest 
Verwendung war eben von regelmäßiger P' 
und Wertschätzung begleitet (Abb. 16, 17). 
Technologie und Restaurierung 
Sinnvolle Restauriermaßnahmen haben übe 
Festhaltung des jeweiligen formalen wie n 
riellen Befundes hinaus das Studium der 
sprüngliclten Herstellungstechnik sowie der 
späteren Veränderungen zur Voraussetzung 
den Schwanthaler-Bereich seien die wichtig 
hier zum Teil erstmals festgehaltenen Elen 
genannt, über deren Verbreitung und lokale 
zeitliche Bezüge gleichwohl erst unscharfe 
stellungen bestehen. 
Für gebeizte Altarbauten wurde im Gegei 
zu grundiert gefoßten Altarbouten dem übl 
Nadelholz feineres Schnitzholz (Linde, AI 
aufgezogen. Die Skulpturen und Ornamente 
ren in der Mehrzahl aus frischem (!) Ahori 
oder - im 17. Jahrhundert seltener, im 18. h
	        

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