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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 136 und 137)

an wird. Mit der - zumindest teilweisen - 
iindung der historistischen Weltansicht hät- 
Denkmalpflege eigentlich abnehmen müs- 
a ihr Motiv damit im Schwinden war. Statt 
I hat sie zugenommen; ihrem Aufgaben- 
nach hat sie sich von der Erhaltung der 
monumente zu der ganzer „Ensembles" 
kelt, legistisch ist der Apparat gesetzlicher 
rnung allseits im Zunehmen, und budgetär 
1 die Ziffern der Kulturverwaltungen in 
Hinsicht ständig an. Was steht also hin- 
r Denkmalpflege der zweiten Hälfte des 
irhunderts, die sich zur „Altstadterhaltung" 
iehnt hat? 
tliegen scheint ein Teil iener Protestbe- 
g zu sein, der sich heute die bürgerliche 
schatt in und außerhalb ihrer eigenen 
I gegenübersieht. Es war der Industriali- 
gsprozeß, durch den das bürgerliche Un- 
mertum die Städte zu Großstädten ver- 
ilt hat, die Architektur zur Ware und die 
lt zu einer inhumanen Sachwelt umfunk- 
te. Heute stößt dieser - historisch durch- 
gitime - Prozeß auf Korrekturwünsche, die, 
iert oder nicht, eine Variationsbereite von 
Verbesserung auf der rechten und nicht 
rechten Seite bis zur Überwindung auf 
iite der „neuen Linken" aufweist. Da, was 
als Wohnumwelt geboten wird, mehr der 
von Bautechnikern als von Baukünstlern 
stammen scheint, reklamiert die Erbitte- 
lroßstädtischer Termiten, in Städten leben 
nnen, darin man wieder Mensch sein 
Gewiß kein bauliches Problem allein, 
aben auch ein bauliches. Wenn nun aber 
genwärtige Architektur nicht in der Lage 
manes Bauen zu bieten - nicht aus der 
der Architekten oder bei weitem nicht 
s ihrer, sondern aus der der Gesellschaft, 
2 beauftragt -, so kann die vergangene 
Umfunktianierung ienes Gehäuse beistel- 
ms gesucht wird. Diesen Prozeß leistet die 
ialptlege heute. Statt humane Architektur 
am Bauschaffen van heute zu beziehen, 
t man sie aus dem von gestern, an Stelle 
chitektur tritt die Architekturkonserve, und 
cht als Einzeldenkmal, sondern als ganzes 
ild, als richtige Umwelt, die nicht sosehr 
z Kunstwissenschaft, sondern für die Psy- 
ie der Menschen wichtig ist, die darin le- 
Es geht um Therapie, nicht um Wissen- 
und die Kunst, die da gefragt ist, ist weni- 
e „hohe" mit ihren Sehenswürdigkeiten, 
n die „anonyme" mit ihrer Wärme und 
Lokalkolorit. Das scheinen die Motive zu 
Ilie heute vielleicht weniger hinter der 
ialpflege selbst als hinter ihrer Entwicklung 
stadterhaltung stehen 6. 
eispiel Wiens 
dterhaltung" ist heute zu einer internatio- 
Erscheinungsform von Denkmalpflege ge- 
t. Einzelne Städte - wie Maastricht in den 
landen - sind ahne besondere neue le- 
ie oder finanzielle Maßnahmen daran- 
gen, ihr altes Zentrum in toto zu revitalisie- 
d nicht nur einzelne Monumente zu pfle- 
3 im vorliegenden Fall das Stokstraatge- 
inzelne Länder - wie Frankreich - haben 
teue gesetzliche und wirtschaftliche Me- 
entwickelt, dieses Problem in den Griff 
ommen, im Falle Frankreichs etwa durch 
naffung der berühmten Loi Malraux, die 
tste Denkmalschutzgesetzgebung der 
die ganze Stadtkerne nicht nur künstle- 
.ondern auch funktionell und ökonomisch 
egenstand ihrer Konzeption macht7. Klas- 
Länder der Denkmalpflege, wie Italien, 
n sich diesem Sog nicht entziehen: auch 
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