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Volltext: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 138)

SPAHL-MEHRINGER 
Bedeutende Skulpturen 
hAittelalter 
Barock 
Neuzeit 
Für den Kunstsammler 
 
Die Antiquität in der Inflation 
In unseren Zeitläuften stellt der Erwerber einer 
Antiquität immer wieder die Frage, inwieweit solche 
Obiekte hinsichtlich ihres erlösbaren Wertes Infla- 
tionssteigerungen mitvollziehen. 
Diese Frae ist positiv zu beantworten, allerdings 
mit der Einschränkung, daß einwandfreie Qualität 
des Obiekts Voraussetzung ist und daß die Preis- 
entwicklung bzw. Wertsteigerung bei den zahl- 
reichen Gattungen alten Kunstgutes uneinheitlich 
verläuft. Der Liebhabermarkt verwandelt sich all- 
mählich zum reinen Anlegermarkt. Die Auktions- 
ergebnisse in ganz Westeuropa beweisen dies. 
Dabei bevorzugt ieder Standort mehr denn ie seine 
regionalen Erzeugnisse. lst es in Wien das öster- 
reichische Gemälde des 19. Jahrhunderts, das Mobi- 
liar des Barock, das Wiener Kunstgewerbe des 
Empire und Biedermeier, die alpenländische Kera- 
mik, so dominieren in München die Münchener Maler- 
schule, das Augsburger Silber, deutsche Keramik- 
krüge; in Mailand und Rom wiederum das barocke 
Nußhalztrumeau, Silber des 18. Jahrhunderts, die 
Maler des späteren 19. Jahrhunderts, usf. 
Solche Tendenzen waren natürlicherweise schon 
immer vorhanden, doch haben sie sich verstärkt. Das 
Regionalprodukt hat sich innerhalb seiner Region 
in besonderem Maße verteuert und die Inflations- 
rate teilweise überholt. 
Eine starke Verteuerung erfahren allgemein auch 
die niedrigen Wertklassen, da heute auch der 
Gehaltsempfänger als Käufer auftritt, eine Entwick- 
lung, die eigentlich zu begrüßen wäre. 
Da die Antiquität als Ware zahlenmäßig limitiert 
bleibt, führte der Anlagegedanke dazu, daß auch 
Käuferschichten auftreten, die keine natürliche 
eigene Beziehung zu solchen Obiekten haben, 
woraus schließlich eine beträchtliche Verknappung 
des Materials resultiert. Der Autor hat auf iüngsten 
Reisen festgestellt, daß der Markt zur Zeit eine 
erschreckende Leere aufweist. Gewisse Kategorien 
scheinen von der Bildfläche verschwunden zu sein 
oder werden nur zu sehr erhöhten Kursen ange- 
boten. Ein Teil der Händler hat heute weniger 
Obiekte anzubieten als früher, da er Neues zu 
einem höheren Preis erwerben muß, als er es vor 
einem Jahr noch verkauft hat. Die Situation begün- 
stigt nur denienigen, der unermüdlich in raschem 
Wechsel Objekt und Kapital drehen kann. Eine 
Prognose für die weitere Entwicklung kann nicht 
gegeben werden. Sie verläuft zwischen Scylla und 
Charybdis: einem Köuferboom mit weiterer Preis- 
erhähung und weiterer Warenverknappung oder 
einer Stagnation mit gleichbleiberidem Preisniveou. 
Auch in der Sparte des Kurist- und Antiquitäten- 
handels spiegeln sich somit die großen Wirtschafts- 
probleme unserer Zeit. r 
8 MÜNCHEN 8Ü 
Mcrzstraßc 12 - Telefon 98553] 
Internationale Auktionsvorschau 
Frühjahr 1975 
11.-14. März: Wien - Dorotheum 
607. Kunstauktion 
Gemälde, Graphik, Skulpturen, 
Holzarbeiten, antikes Mobiliar, 
Antiquitäten, Asiatika, Waffen 
114-13. März: München - Neumeister KG, 
Antiquitäten, Skulpturen, Möbel, 
Gemälde, Ostasiatika, Graphik 
19.-22.März: Köln - Kunsthaus am Museum, 
Möbel, Kunstgewerbe, Schmuck, 
Skulpturen, Gemälde, Graphik 
9.+10. April: Braunschweig - Wolfgang Brandes 
Frühiahrsauktian 
21.+22. April; Brüssel - Galerie Moderne, 
Antiquitäten, Gemälde, Teppiche, 
Möbel 
23.+24. April; München - Neumeister KG, 
Antiquitäten, Skulpturen, Möbel, 
Gemälde, Ostasiatika, Graphik 
1.+ 2. Mai: Bern - Galerie Dabiaschofsky, 
Antiquitäten, Gemälde 
14.+15,Mai; Köln - Kunsthaus Lemperlz 
544. AuktionlMaderne Kunst 
Gemälde, Aquarelle, Graphik, Plastik 
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