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Volltext: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 139)

annerstraße. Alles auf diesen Bildern strahlt 
inerte Lebenskultur aus, der Burgtheater- 
: wird gleichsam zur Verkörperung des 
rn Andreas von Balthesser" aus Richard 
JKOIS ebenso meisterlicher wie zeittypischer 
ung über den Dandy als geistige Potenz. 
Neuerung auf dem Gebiet der Fotografie 
sofort ad notam genommen und wenn 
ich gleich erprobt. Kainz kapiert alle seine 
itive selbst, im Tageslichtrahmen, eine lang- 
ge Prozedur. Als er ein Album zum Ge- 
tk erhält, möchte er sich mit einer gleichen 
ingabe revanchieren, „aber dazu braucht's 
Quhe und Sammlung und gutes Licht. Wir 
t aber in diesem Winter fast in steter Nacht. 
:he Tage kopiert überhaupt kein Bild zu 
Also haben Sie noch ein Weilchen Geduld. 
iabe sehr gute Fortschritte gemacht und 
, Sie davon zu überzeugen." (Brief vom 
zbruar 1902.) 
eder Reise, sei es über weite Strecken oder 
is zum Semmering, überzeugt sich der Foto- 
eur Kainz durch genaue Kontrollen, ob 
Kameras einwandfrei funktionieren. Sein 
es Interesse gilt auch der Kinematographie; 
' erlebt er selbst nur den Anbruch der Epo- 
Ies Laufbildes. Er war, um ein Zitat aus 
ia Galotti" abzuwandeln, ein idealer, voll- 
er Filmregisseur, ohne je einen Film zu 
!l'1. Wäre es dazu gekommen, er hätte sich 
3, wie Hamlet, „höchst königlich bewährt". 
Wiener Malerin Marie Mautner-Kalbeck, 
 
"I0 Josef Kainz, Rollenbild als „Don Carlos" in 
"I1 
dem gleichnamigen Schauspiel von Friedrich von 
Schiller. Selbstaufnahme um 1395 
Semmering, Straße im Winter gegen das Hotel 
Erzhßiäog Johann. Aufnahme von Josef Kainz, 
um 
;ler das bekannte Kainz-Porträt im schar- 11 
)ten Mephisto-Kostüm stammt, erinnerte 
„In seiner Mansarde hatte er ein Atelier 
richtet. Nichts entspannte ihn mehr, als sich 
iller Konzentration dem Entwickeln oder 
ößern seiner Aufnahmen zu widmen oder 
e Kohledrucke herzustellen. Er besaß fein- 
ye, geschickte Hände, richtige Bastlerhände 
l verlor nie die Geduld. Über einen neuen 
elkammerschrank konnte er sich wie ein 
freuen." Gern hätte der begabte Lichtbild- 
einen Freund Felix Salten als „Lehrling" 
nommen, doch diesem fehlten, wie sich 
wies, die nötigen praktischen Fertigkeiten. 
ail des Kainz-Nachlasses an Negativen und 
n gelangte in den Besitz der Theater- 
lung der Nationalbibliothek, wo ihn Bertha 
erle während des Zweiten Weltkriegs ka- 
sierte. Spöter wurden die Bestände dem 
"chiv übergeben, dort befinden sie sich 
r. 
tupenden Sprung in die Konzentration, die 
Mautner-Kalbeck an ihm hervorhebt, be- 
der Vielseitige einmal auch während einer 
o"-Autführung im Burgtheater. Mit seinem 
, dem Klosterneuburger Fotografen Adolf 
ard, steht er in der Kulisse und erörtert 
egt Entwicklungsverfahren für Bromsilber- 
r. Da flüstert ihm der lnspizient zu: „Herr 
, Ihr Auftritt!" - Ill. Akt, 2. Szene. Fiesco 
am Fenster und blickt auf Genua hinab. 
dort, wo sich der Illusion noch diese „ma- 
sche Stadt" breitet, sieht der Künstler im 
1er der Hinterbühne seinen getreuen anver- 
'en Pallux. Halblaut und ganz sachlich sagt 
s ist doch besser, wenn du Adurol zum Ent- 
r nimmst." In der nächsten Sekunde aber 
1t er mit voller Stimmstärke, im berühmten 
ilen, damaszenerhaft federnden Kainz-Ton 
lonolog; „Was ist das? - Der Mond ist un- 
. AM es- H '- -- 
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