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Volltext: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 139)

A. und G. TRIPOLD 
Stets reiche Auswahl 
an reizvollen Antiquitäten 
SALZBURG, Giselakai 15, Tel. O62 22l72272 
ERNST 
MEHRINGER 
Kunst- und 
Antiquitätenhandel 
3620 SPlTZfoonau 
Marktstraße 13-Tel. 027131213 
Anton Rossaoher 
OHG 
ANTIQUITÄTEN 
Steyr 
Oberösterreich 
Bahnhofstraße 2, Telefon O72 52124 63 
mit 159 Schworzweißabbildungen. Leinen, 
DM 180.-. Beide 1974 im Hirmer-Verlag, 
D-8000 München 19, Mareesstraße 15. 
In unserer Zeit ununterbrochener Überflutung durch 
optische Eindrücke, in dieser nur zu oft kritiklos 
hingenommenen Schwemme des visuellen 
„Angebotes", wird selbst in manchen „künstlerischen 
Bildbänden" kaum mehr zwischen dem Wesent- 
lichen und dem Zufälligen unterschieden: Nicht nur, 
daß Hunderttausende von Knipsern die Architektur- 
fotografie fast schon zu Tode „geschossen" haben; 
nicht nur, daß selbst von guten Fotografen 
die Mühen mittel- oder gar großformatiger 
Negative auf sich genommen werden; selbst viele 
begleitende Texte entsprechen unter scheinheiliger 
Berufung auf Volksbildung kaum dem Niveau 
mittelmäßiger Seminararbeiten. 
Deshalb sollen gerade die zwei oben genannten 
Werke mit Recht als Rarissima gepriesen werden. 
Für den Hirmer-Verlag in München ist die beige- 
fügte Firmenbezeichnung „Gesellschaft für wissen- 
schaftliches Lichtbild" keine leere Floskel. 
Immer auf dem Fundament hohen handwerklichen 
Könnens ruhend, verzichten die Aufnahmen von 
Max und Albert Hirmer für das „Porträt" von Paris 
auf ieden „Gag", auf jede ach so modische 
„Verfremdung". Das heißt nicht, daß dem Betrachter 
und Leser ein „boniour fadesse" gepredigt wird. 
Aber Verzicht auf Effekt und Extravaganz im 
kunstwissenschaftlichen Lichtbild macht in eben 
diesem Lichtbild den Effekt und die Extravaganz 
des Kunstwerkes hoher Qualität deutlich. 
So sind diese Aufnahmen ebenso „Texte" hohen 
Ranges wie die Beiträge der drei an der Sorbonne, 
am Musee de Cluny beziehungsweise am Musee 
de I'Histoire de France wirkenden Verfasser, 
die alle berufene Kenner der bildenden Kunst ihrer 
Stadt sind. Mäßig, auf Details einzugehen: 
„Paris" aus dem Hirmer-Verlag ist ebenso wie die 
„Chinesische Keramik" ein ungewöhnliches Buch, 
eine einzigartige Dokumentation. 
Michel und Cecile Beurdeley, international 
bedeutende Kenner der chinesischen Kunst, bieten in 
ihrem hervorragend ausgestatteten Buch eine 
Entwicklungsgeschichte der chinesischen Keramik 
von den Anfängen um etwa 4500 v. Chr. bis zum 
Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie erklären die 
wesentlichen Merkmale, erläutern alles Wissens- 
werte über Material, Glasur und Farben, über die 
Technik des Brennens, über die Entwicklung der 
Formen und des Dekors. Definitionen technischer 
Termini, die Zeichen für die Gottheiten, heiligen 
Gestalten und Symbole und die Namen der Kaiser 
sind ebenso beigegeben wie die im Laufe der 
Jahrhunderte verwendeten Marken, Ein unentbehr- 
liches Kompendium also für ieden Kenner und 
Sammler. Aber auch für jeden Liebhaber der Kunst, 
der sich seine Fähigkeit zu Entzücken und 
Faszination bewahrt hat; der von der Zauberkraft 
des Feuers weiß, simpler Erde Leben einzuhauchen 
und sie zu verwandeln in „geisterfüllten Ton, 
zerbrechlich wie ein Traum und unzerstörbar wie 
ein Gedanke" - wie Paul Claudel einmal gesagt hat. 
Franz Wagner 
Polosnielerin, Tanq-Zeit {684-779), Tan, qebrannt Bteiglasuren 
  
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