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Volltext: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 142 und 143)

nen Anlaß zu „monumentalen Unternehmun- 
en", insofern die Feier solcher Anlässe „kom- 
emorativ verewigt" werden sollte. Ein solcher 
nlaß zu Darstellung von Kontinuität ist ihm 
uch eine ähnliche provisorische Anlage für die 
zier einer „Relligio" (sic) oder eines „welthi- 
orischen Ereignisses" oder dergleichen. Durch 
as Prinzip des „Bekleidens und Maskirens" sei 
ie äußere, einmalige Notwendigkeit sich selbst 
iegenstand, dauerndes Symbol geworden. Das 
t also ein konkretes Beispiel für den bereits 
rwähnten Symbolbegriff. Beispielsweise sei der 
zo charakteristische Theaterbaustil" „aus dem 
retternen, aber reich geschmückten und be- 
leideten Schaugerüst" entstanden. „ln den Zei- 
an hoher Kunstentwicklung" sei „auch von der 
laske das Stotfliche maskirt" worden". 
urch dieses „kommemorative Verewigen" wird 
er Mensch der Kontinuität inne und hat da- 
urch wahres Sein, dauernde Gegenwart. Der 
eitgenössische Bildhauer Ernst Julius Hähnel 
chrieb: „Nur solange unser Gedächtnis aus- 
aicht, uns selbst historisch zu sein, leben wir"." 
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Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind zur 
Synthese gebracht. Dies war das Hauptanliegen 
des gesamten, gänzlich irrig so bezeichneten 
„Historismus", so wollte er die kosmische Ord- 
nung erschaffen, so wollte sich der Mensch die- 
ser Epoche selbst erlösen und tronszendieren. 
Über das Monument als Gattung sagt Semper: 
„Unter seiner (gemeint; des ,ordnenden Geistes') 
Leitung bildete sich das Monument zu einem 
Inbegriff der Künste aus, das, als einiges zusam- 
menhöngendes Kunstwerk, sich in seinen Einzel- 
heiten erklärte, entfaltete, bestätigte. Und es 
entwickelte sich von selbst das Verhältnis der 
Architektur, als besondere Kunst betrachtet, zu 
den übrigen Schwestern. Auf Monumenten wo- 
ren die Künste berufen, bald im schönen Wett- 
streit sich einzeln zu zeigen, bald in mannigfal- 
tigen Verbindungen gemeinsam im Chor zu wir- 
ken. Der Architekt war Chorage . . 1'." Das Mo- 
nument wöre demnach das Gesamtkunstwerk in 
Vollendung. Wagners Drama als Kunstwerk der 
Zukunft, dessen Definition am Anfang zitiert 
wurde, ist wesentlich ähnlich. Mit Sempers Ma- 
Anmerkungen 47752 
fi S,1.Ed., S. 215-, Fußnote S. 716-218. 
1' Litterarlsche Reliquien, llg. von JIJliUS Glosse, 
1893, S. 71, ähnlich S. 133. 
" KS, S. 273-225. 
i" KS, S. 163. 
95,1. Bd., S. IX. 
S1 Die künstlerische ÄHSSCltfYtÜCkUhg des neuen Opern- 
hauses in Wien. ln: Oesterr. Wochenschrift für Wissen- 
schaft, Kunst und öffentliches Leben. Beilage zur k. Wie- 
ger Zeitung. Jahrg, 1863, 1. Bd., Heft 1-26, Wien (18631, 
. 59 . 
Berlin
	        

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