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Full text: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 142 und 143)

elnde" vorpreschende Akteure - oft milde 
:helt - schon Neuland zu bereiten versuchten, 
näßigem Erfolg, soll diese „Erfassungsaktian" 
alten, einen echten Durchbruch und Zugang 
sher koum interessierten Schichten zu erreichen. 
setzt in dieser ersten richtigen „Schlacht 
ien Mann von der Straße" schwere Kaliber ein. 
hohe Anzahl profilierter Leader-Galerien 
nternationalen Kunstszene, mit Präsentationen 
(unstwerken der klassischen Moderne bis 
trogressivsten Avantgarde bestückt, ist 
lisiert. Erstmals soll ein dichtes Panorama 
enössischer Kunst erstehen und in direkter 
rantation mit seiner Originalität, Werk an 
r, das Bruchstückhafte, mehr in Vorstellung 
elnde nur bildhafte Wissen vergessen machen. 
tarker Versuch, die verfilzt-stagnierende 
tion der heimischen Kunstkreise und deren 
rierendes Ab- und Zugerinnsel aufzulockern. 
hier konsequenterweise vor allem zu tun sein 
ist es, also ein wirklich neues Publikum 
IZUlEFlZlShEH, von Grund auf für die Kunst 
O. Jahrhunderts in ihrer reichen Vielfalt zu 
assieren und die Scheu zu nehmen, mit Kunst 
iaupt in Verbindung kommen zu wollen und 
rbsbereitschaft zu wecken. Die lnterkunst legt 
ab man es glauben mag oder nicht - in erster 
darauf an, der modernen Kunst, vom 
kum her gesehen, mit dieser Veranstaltung, 
Viens gesamtes Kunstleben erfassen soll, 
undament, eine existenzielle Basis zu schaffen. 
(ommerz, der mondial alle Messespektakel 
tfl, soll keine tragende Rolle spielen. 
etzungen und Programmatiken kunstpolitischer 
r sind stets mit großen Risken belastet, und 
arte Türen", „Open Hauses" u. a. in Museen 
Balerien bedingen nicht unbedingt volle 
er, was immer auch von staatlicher Seite aus 
len Mitteln gemäß erschöpfend getan wird. 
r ist diese globale Full-Action zu bejahen, 
er endlich der Beweis auf heimischem Baden 
cht werden soll, daß auch der österreichische 
ler erstaunliche Potenz aufweist und 
rational über die Massen stark zu reüssieren 
nde ist. Das ist nämlich Hauptanliegen der 
wnst: Wert und Bedeutung des österreichischen 
lers mittels Konfrontation ins richtige Bild 
en. Wenn es dann in beabsichtigten Aktionen, 
ngs, Diskussionen gelingt, vor den Kunst- 
an verständnisvolle Einführer zu finden, 
roße Zusammenhänge, neue Tendenzen, 
tien vermitteln und die vor allem die Kunst 
'odest ihrer „Heiligkeit" auf das Pflaster 
tlltags zu stellen vermögen, wird eine Brücke 
tlagen sein. Wesentlich scheint hier auch der 
erechte Einsatz und die richtig dosierte 
arache" in den Massenmedien vor dem 
nis zu sein, um nicht nur die, die mit Kunst 
it sind, sondern und vor allem iunge Leute 
sozial weniger gut gestellten Mittelschichten 
'eichen, die, wenn sie Geschmack gefunden 
 
 
S. -_ 
Joan Mira, Dutch Interim, 1928. OllLeinwand. 
Adolf Frattner, „Die drei Grazien", 1970. UIIGraphitI 
Collage auf Leinen. 
Cornelius Kolig, Biennale-Exponat Nr. s, entstanden 1969, 
überarbeitet 1970. Eisen, verchromt, rvc, Plexiglas, H 43 cm. 
Gotthard Muhr, Biennale-Exponat Nr. 11, „SubventionerW, 
1973. Radierung in Aquatinta und Kaltnadel, 29,7 x 4a cm; 
Hans Staudacher, Biennale-Exponat Nr. 32. „Kreuzweg der 
einzelnen", m0. Gauache, 53,5 x 7a cm. 
Kunst, ihrer Lebensnotwendigkeit so drastisch wie 
irgendmöglich vor Augen zu führen. Denn, simpel 
gesagt, was wäre denn eine Welt ohne Kunst- 
äußerung, wie „sähe" denn diese Welt ohne sie 
aus? Vielleicht beginnt man es mit einem gesunden 
und so leicht verständlichen Grillparzer-Wort: 
„Kunst verhält sich zur Natur wie der Wein zur 
Traube." 
Irgendwo geistert in unseren urbanen Lüften das 
Wort „Wien hat immer Saison". Wir möchten 
abwandelnd wünschen, daß noch der lnterkunst 
die „Kunst hier immer Saison haben möge", 
denn, beginnend von dem den darstellerischen 
Urtrieb bezeugenden ersten Kunstwerk der Jäger 
vor 15.000 Jahren vor Christi bis zum progressivsten 
Werk der Gegenwart, ist Kunst das untrüglichste 
und vollkammenste visuelle Nachschlagewerk aller 
Zeiten und von kaum zu erahnendem Wert. 
Das sollte ins Bewußtsein der heutigen, vornehmlich 
iungen Menschen und um deren Zukunft willen 
gesenkt werden. I. netopil 
Xlll Bienal de Sao Paulo T975 
Österreich nahm auch heuer wieder an der 
diesiährigen Biennale in Brasilien, bei der sich 
Künstler aus allen Erdteilen zur Konkurrenz stellen, 
teil. Unter der Führung des vom Bundesminister 
für Unterricht und Kunst, Dr. Fred Sinowatz, 
beauftragten Biennalekommissärs, Peter Baum, 
des Direktors der Neuen Galerie der Stadt Linz, 
vertraten Cornelius Kolig, Gotthard Muhr und 
Hans Staudacher Österreich in diesem prominenten 
Concours d'Art. Kolig, der vor allem als 
Obiektkünstler eine profilierte Eigenständigkeit 
erlangt hat, geht es nach Baum um die Vermittlung 
eines universellen Erfahrungs- und Gestaltungs- 
schatzes, der in einer kaum auslotbaren Vielzahl 
von Bezügen und Assoziationen ein neues 
Selbstverständnis von Kreativität und Kunst 
veranschaulicht. Muhr knüpft mit seinen Radierungen 
an die große expressionistische Tradition 
Schieles, Kokoschkas, Kubins und Gerstls an, 
gilt laut Baum als unmodischer Künstler, dessen Art, 
sich mit dem Menschen auseinanderzusetzen, 
unter die Haut geht. Staudacher gilt als einer der 
wichtigsten Künstler der nanfigurativen Malerei 
Österreichs. Über ihn meint der Biennalekommissär, 
seine Bilder und Blätter, seine großen Formate wie 
seine rniniaturartigen Studien sind trotz ihrer 
Spontaneität und ihrer oft mit bloßer Willkür 
verwechselten Freizügigkeit immer Produkte eines 
durch hellwochen Verstand und Gefühl bestimmten, 
bewußten bildnerischen Vollzugs. Bei Redaktions- 
schluß waren nur vage Angaben aus Brasilien 
herüber zu uns gekommen, und zu allem Leidwesen 
erkrankte Peter Baum, der auch seit langen Jahren 
Redakteur und Autor dieser Zeitschrift ist, vor 
dem Abflug nach Europa, so daß wir nichts 
Konkretes aus erster Hand berichten können. 
l. netopil 

	        
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