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Volltext: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 142 und 143)

 
1,2 Aktion ZwettllNÜ. Putzmühle, 
August T973 
3,4 Aktion Wien, Flotzersteig, 
Heurigenschank, Baumstrunke, 
T972 
s Franz Milan Winh 
s Wien, Stürzellacke. Boot, Juli 1972 
Franz Milan Wirth 
Seine Anmalaktianen 
F. M. Wirth wurde T922 in Wien geboren, studierte 
Malerei und stellte im ln- und Ausland aus. Bei 
einigen Ausschreibungen errang er auch Preise, 
seine besten Arbeiten konzentrieren sich um 
Meditatiansbilder und flöchige mehrfarbige Holz- 
schnitte, die er sehr sauber druckt und die ieweils 
bald vergriffen sind. 
Seit etlichen Jahren versucht er nun mit viel 
Phantasie und Geschick, seine Mitmenschen zu 
aktivieren. Er will sie aus iener der Massen- 
gesellschaft typischen, durch die Medien, durch 
Tonband und Fernsehen angezüchteten Passivität 
herausführen und aus Zusehern, Zuhörern, 
Zuschauern zu begeisterten Mit-Machern machen. 
Es geht nicht darum, daß ietzt iedermonn glaubt, 
ein kleiner Rembrandt oder Rubens zu sein, sondern, 
daß jedermann wieder Freude am eigenen 
spielerischen Gestalten - das 1a ein sehr wesent- 
liches Element jeder Kunst ist - findet. Das 
Wichtigste ist ieweils der Arbeitsvorgang, das Tun 
und nicht das Produkt. Eine wichtige, wenn man 
es genau betrachtet, eine der Kapitalbildung 
abgewandte Schau. Das Ergebnis ist nicht ein 
Kunstwerk, sondern die Bewußtwerdung der 
eigenen Kreativität ist das Ausschlaggebende. 
F. M. Wirth wendet sich dabei an ganz verschiedene 
Bevölkerungsschichten. Einmal fordert er iene 
Menschen, die sich für Kunst sanst nur als Betrachter 
interessieren, dazu auf, etwas zu tun, das gilt von 
den Aktionen vor Ausstellungen, auf Kunstmörkten, 
im Theater, zum anderenmal wendet er sich an 
Menschen, die der Kunst eher fern stehen, etwa bei 
einem Heurigen, am Badestrand oder auf dem 
Hauptplatz einer Kleinstadt. Die Obiekte, die 
Wirth anmalt und anmalen läßt, sind sehr 
verschieden, meist sind es ausgediente Maschinen, 
einmal waren es Baumstrünke, ein anderesmal ein 
großes Ruderboot, das der Besitzer zur Verfügung 
gestellt hatte. Die aktive Teilnahme der sonst 
passiven Zuschauer war recht unterschiedlich, meist 
waren Kinder und iunge Menschen die ersten, 
die bereit waren mitzumachen, dann folgten auch 
andere, oft mit großer Begeisterung und Hingabe. 
Einige lassen sich Verständigungen für die nächsten 
Aktionen schicken, um nur 1a wieder dabeizusein. 
Wir bringen nun eine Übersicht der wichtigsten 
Aktionen F. M. Wirths, die zeigt, wie vielfältig und 
wie zahlreich sie sind. ln verschiedenen deutschen 
und Schweizer Publikationen wurden auch bereits 
lange Abhandlungen über diese verfaßt 
(Prof. Peter F. Althaus, Luzern). 
Gegenstand 
Ort der Aktion Zeit der Bemalung 
Wien, Flötzersteig, 
Heurigenschank Mai T972 Baumstrünke 
Wien, Stürzellacke Juli T972 B001 
Graz, Kunstmarkt September T972 Kunstharz- 
Wien, Kulturzentrum kugeln 
Wagenradl Februar T973 Schnee 
Bad Mergentheim,BRD Mai T973 Autobus 
Schloß Schönau, NÜ Juli T973 Stihüiieläieb- 
rnaschine 
Zwettl, NÜ August T973 Pvilmühle 
Wien, Theater Säule"- 
Februar T974 callagierung 
am Schwedenplatz 
Bad Kissingen, BRD März T974 Collagen mit 
Nägeln und 
Dixo-Bändern 
Göttingen, BRD, Donau- 
Kunstmarkt Juni T974 kieselsteine 
Buchen i. Oden- November T974 Klebeband- 
wald, BRD collogen 
Göttingen, BRD, 
Kunstmarkt Juni T975 Baumwurzeln 
Nürnberg, BRD Juli T975 Gehsteig 
Wien, Galerie Oktober T975 Halzzwingen- 
Halzer plastik 
Der Besuch und die Beteiligung schwankten zwischen 
20 und 500 Besuchern und zwischen T0 und 50 
Beteiligten, Besonders rege war die Beteiligung 
am Flötzersteig in Wien, beim Kunstmarkt in Graz, 
vor dem Schloß Schönou, NU, und beim Kunstmarkt 
in Göttingen, Alois Vogel 
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