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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 144)

Xdolf Loos, Haus Moller, Wien 1928 
Iosef Hoffmann, Entwurf für Höuser mit orna- 
nentalem Dekor in Wien, Körntnerstraße 
tundertwasser, Terrassenhaus für viele Bäume 
JhCl Menschen 
.e Corbusier,Urbanisation der Stadt Nemours, 
ßlordafrika, 1934. Der Plan stimmt in allen 
'unkten mit der Charta van Athen des CIAM 
an! 
 
überein. Hospital (oben rechts), der großge- 
gliederte Wohnbezirk mit I8 Einheiten, deren 
iede 2500 Bewohner aufnehmen kann. Verwal- 
tungszentrum. Strand, Touristenzentrum, defini- 
tive Hafenanlage. Starke Berücksichtigung finv 
det der Bewohnerkomplex, dessen Anlage opti- 
mal den besonderen Bedingungen der Sonnen- 
einwirkung angepaßt ist bzw. entgegenwirkt. p 
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historischen Kontext durchaus zu verstehei 
seine Verdienste werden nicht geschmälert, 
man 70 Jahre danach fragt, was aus 
Ankündigung geworden ist. Was er übt 
Ornamentlosigkeit ausgesagt hat, ist zun 
Ben Teil eingetroffen, aber in dem Punk 
uns dies die Erfüllung bringen würde, I 
nicht recht behalten. Es wäre aber ganz 
ein Irrtum, Loos viel Schuld an der Unw 
keit heutiger Städte zuzuschreiben, das 
seine Wirkung weit zu überschätzen. Das 
ment ist bestimmt nicht auf Grund seinei 
siven Forderung in den Hintergrund ge 
und auch seine gewiß gewichtigen Baube 
haben dies nicht bewirkt. Die Gründe 
den viel eher im wirtschaftlichen Bere 
suchen sein, in der Rationalisierung den 
weise. Nicht ein neues Denken, wie e: 
propagiert hat, ist die Ursache für die g 
Fassaden. Die Bauherren sind nicht vom 
ment Iosgekommen, in bestimmte Reservc 
gedrängt, durfte es sein Dasein weiter 
Loos hat an eine neue Lebensform gedacl 
in äußerlichen Zügen hat sich die Arch 
scheinbar seinem Manifest angenähert 
längst zeigt es sich, daß die Glätte emi 
keine Anhaltspunkte gibt, daß die Me 
der Monotonie nicht gewachsen sind, d 
verzweifelt nach Stellen suchen, wo das 
system gestört ist, Punkte, die Identifizie 
möglichkeiten erlauben. Funktionalität unc 
lichkeit scheinen also doch nicht das letzte 
zu sein. Am deutlichsten hat der Maler HI 
wasser die Antithese zu Loos formulie 
seinem Ruf „Los von Loos!" und mit den 
schimmelungsmanifest gegen den Rationi 
in der Architektur". Darin wird allen plai 
Institutionen eine Absage erteilt und der 
Individualismus zum obersten Prinzip er 
„Man soll den Baugelüsten des einzelner 
Hemmungen auferlegen. Jeder soll baue 
nen und bauen müssen und so die wi 
Verantwortung tragen für die vier Wär 
denen er wohnt." Manifeste haben die F 
daß sie sich gefahrlos weit von der Wirk 
wegbewegen können, bieten aber doch d: 
teil, daß man aus der Distanz des neug 
nenen Standpunktes im Rückblick manche 
Iicher wahrzunehmen imstande ist. Hundi 
ser hat aber nicht bloß Individualismus 
bieten. Der vernichtenden Kritik des Statt 
die sich in dem Satz ausspricht, „Die ma 
Unbewohnbarkeit der Elendsviertel ist d 
ralischen Unbewohnbarkeit der funktic 
nützlichen Architektur vorzuziehen", diese 
stellung folgt ein Lösungsangebot; „Da 
das Prinzip der Elendsviertel, d. h. der w 
chernden Architektur, zu verbessern UI 
Ausgangsbasis zu nehmen und nicht die 
tionelle Architektur." 
Praktische Orientierungshilfe steckt in de 
schlag nicht viel. Die Architektur geht darc 
vorbei, so wie sie an dem Manifest von I 
Wirklichkeit varbeigegangen ist. Die Fa 
die das Baugeschehen beeinflussen, 5lt't( 
woanders zu suchen. Manifeste sowie die 
rungen kluger Psychologen, Soziologen u 
derer Theoretiker können möglicherwei 
das Bewußtsein breiter Kreise emanzi; 
einwirken. Ja, vielleicht ist es kein leerer 
zu denken, daß in der Folge demokr 
Maßnahmen etwas auszurichten vermöge 
das Streben nach größtmöglicher Renc 
und dort zum sekundären Kriterium ' 
könnte. 
Es wäre aber im Zuge dieser Überleg 
ungerecht, iene Architekten zu vergesse 
wie die Vertreter des Bauhauses sich mi 
ihren Kräften zu Neuansötzen in der
	        

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