MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 144)

 
Oskar Kakoschka, „Empire State 
Building" - Beyand fflß Hudsan 
River, 1967. Kreide-Lithographie 
Oskar Kukoschkd, Porträt m. 
m; Neuberger, m7. Kreide- 
Lithographie 
Oskar Kakosdaka, Porträt Wal- 
ter Hasenclever, 1918. Kreide- 
Lithographie 
 
Oskar Kokoschka, Porträt Max 
Liebermann, 1923. Kreide-Litho- 
Iophie 
skar Kokoschkd, Aus dem Zr- 
klus "Kam? Lear": im und der 
Narr, m . Kreide-Lithographie 
Salzburg erhält graphische Sammlung 
des 20. Jahrhunderts 
Auf Grund eines Beschlusses einer Sitzung der 
Salzburger Landesregierung im Dezember 1975 wird 
das Bundesland von der Erzdiözese Salzburg das 
„Rupertinum" - ein schönes Altstadthaus am Ende 
der Sigmund-Haffner-Gasse gegenüber der 
Franziskanerkirche - erwerben mit der Bestimmung, 
hier eine graphische Sammlung aufzubauen. 
Der Galeriebesitzer und Verleger Friedrich Welz 
wird in dieses neu zu errichtende Museum als den 
einen Grundstock seine über 500 Blatt Zeichnungen 
und Druckgraphik Oskar Kokoschkas einbringen. 
Zugleich sollen mehrere 1000 Blatt aus der von Slavi 
Soucek geleiteten „Galerie Kunst der Gegenwart" 
der Basis dieser neuen Sammlung einverleibt werden. 
Die Verwaltung der künftigen Institution soll mög- 
licherweise durch eine Gemeinschaft von 
Landesregierung und Residenzgalerie zusammen mit 
Professor Welz und Professor Soucek 
wahrgenommen werden. Wertgesicherte Beträge 
für alliöhrliche Graphikankäufe sollen sichergestellt 
werden, auch soll ein Verein der Freunde gegründet 
werden, um der Sammlung auch private Gelder 
zuführen zu können. 
Diese graphische Sammlung soll ausschließlich 
europäischen Meisterwerken des 20. Jahrhunderts 
gewidmet sein. Mit ihrem bedeutenden Grundstock 
könnte sie sowohl als vorzügliches Beispiel einer 
repräsentativen Dokumentation als auch einer Lehr- 
und Studiensammlung zu einem zentralen 
Kristallisationspunkt zeitgenössischer Kunst in der an 
wichtigen Werken der Kunst des 20. Jahrhunderts 
wahrhaft armen Universitötsstadt werden -, daß 
einige gerade von Friedrich Welz der Universität 
gestiftete Skulpturen Aufregung und zutiefst 
provinzielle Skandale entfacht haben, ist genügend 
Kommentar für die Notwendigkeit einer solchen 
Sammlung. 
Da ia außerdem das „Europäische Jahr des 
Denkmalschutzes" keinesfalls mit dem 
31. Dezember 1975 enden soll, so könnte aus dieser 
„Revitalisierung" des in Privatwohnungen nur sehr 
schwer umwandelbaren ehemaligen Instituts- 
geböudes der „fürsterzbischöflichen salzburgischen 
Domkapell-Knaben" ein Ruhmesblatt der Denkmal- 
pflege und Altstadterhaltung in Salzburg werden. 
Neben einem schönen Arkadenhof und einem 
großen Saal im ersten Stack mit einer halzgetäfelten 
Decke des "I7. Jahrhunderts birgt das Haus so viel 
architektonische Qualität, daß bei einer 
mustergültigen Restaurierung auch von dieser Seite 
her ein internationaler Erfolg sicher sein wird. 
Hier darf einmal gebührend vermerkt werden, daß 
sich die Kulturabteilung der Salzburger Landes- 
regierung keine Gelegenheit entgehen läßt, um für 
die Pflege der historischen wie besonders auch der 
zeitgenössischen bildenden Kunst einzutreten; daß 
der zuständige Ressortchef und der beamtete Leiter 
dieser Abteilung nicht zu ienen Personen gehören, 
deren „lnitiativen" sich im üblichen „man sollte, man 
könnte, man müßte . . ." erschöpfen. Landesrat 
Dr. Herbert Moritz und Hofrat Dr. Peter Krön 
beweisen unablässig, daß sie sich mit ihrer ganzen 
persönlichen, immer präzisen und gekonnten 
Tatkraft um die Förderung der bildenden Kunst in 
Stadt und Land Salzburg bemühen. 
Im Herbst 1975 ist in buchtechnisch hervorragender 
Edition das in Gemeinschaftsarbeit von Hans 
M. Wingler und Friedrich Welz entstandene 
vollständige Werkverzeichnis der Druckgraphik 
Kokoschkas erschienen. Da die in die neue 
graphische Sammlung im „Rupertinum" durch 
Friedrich Welz einverleibten Kokoschka-Blätter alle 
525 Katalognummern dieses Werkverzeichnisses in 
hervorragenden Abzügen beinhalten, wird damit 
Salzburg die vollständigste Sammlung aller 
druckgraphischen Blätter von Oskar Kokaschka 
besitzen. 
Franz Wagner 
A7
	        

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