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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 146)

cm, B 54 crn. Stodtpforrkirche SteyrlOO. 
iliger Leopold, um 1700. Lindenholz, Original- 
sung. H 157 cm. Privatbesitz 
ef Mathias Trenkwald, Der Einzug Leo- 
ds Vl. in Wien, 1872. UllLeinwond, 30x84 
. Wien, Kunsthistorisches Museum 
(UHQEH 3-17 
000 Jahre Babenberger, a. a. 0., S. 348, Nr. 468. 
iligenkreuz existieren heute noch die Bildnisse von 
1d lll. und Agnes sowie Adalbert, Leopolds Sohn 
'ster Ehe, und Heinrich Josamirgott, Otto von Frei- 
Erzbischof Konrad von Salzburg, Leopold IV. und 
Zum früheren Bestand sollen noch Bilder Leo- 
V., Friedrichs l., Leopolds Vl. und seines gleich- 
en Sohnes sowie zweier Herzoge von Mödling 
t haben. ln Klasterrieuburg sind neben Leopold 
ignes Adolbert und Heinrich 11. wiedergegeben, in 
ist neben Leopold Vl. Agnes dargestellt. 
war die Tochter Kaiser Heinrichs lV. und Schwe- 
leinrichs V., in erster Ehe verheiratet mit Friedrich 
itaufen, dem sie die Sohne Friedrich und Konrad, 
achmaligen König Konrad 111., geboren hatte. Fried- 
seirierseits heiratete die Weltin Judith. Schwester 
ichs des Stolzen. Sohn aus dieser Ehe war Kaiser 
-ich I. Barbarossa. Somit wor Agnes die Mutter des 
schen Königs Konrad lll. und Großmutter Kaiser 
ich Borborassos. Ihrem zweiten Manne Leopold, 
Babenberger, gebar sie 18 Kinder, darunter Otto, 
xf van FYZtSiHQ, Leopold IV. und Heinrich ll. Jaso- 
itt, der in erster Ehe Gertrud, die Tochter Kaiser 
rs VOR Supplirtburg, geheiratet hatte, die ihrerseits 
irurn in erster Ehe mit dem Welten Heinrich dem 
m, dem Bruder der Judith, verbunden war und 
r Heinrichs des Löwen gewesen ist, der durch die 
2 eheliche Verbindung seiner Mutter Stiefsohn Hein- 
asomirgotts wurde. 
000 Jahre Babenberger, s. 25a, Nr. 196 und 297. 
g Floridus, Der Babenberger-Stammboum in Klo- 
:uburg, Wien 1975, S. 9 ff. 
Nappen vgl. Rötirig, siehe oben, S. 2B f. 
1000 Jahre Bobenberger, S. 270, Nr. 322. 
e Alfred, Ruelond Frueauf, Salzburg 1971, Tafel 3B 
5. 152. Die Tafeln für einen Leapaldsaltar wurden 
irueauf wohl aus Anlaß der Erhebung der Gebeine 
tl. Leopold und ihrer Übertragung in einen kost- 
i Schrein gemolt. Dies bestätigt auch die Jahres- 
1505, die eine lnfrarotautnohme auf dem Bild, den 
ler Stiftskirche darstellend, erkennen ließ. 
1000 Jahre Babenberger, S 622, Nr. 1117. 
a Georg, Das Nochleben Leopolds lll., in; Kot. 
Jahre Bcibenberger, S 619. 
lbe siehe oben, S. 621. 
1000 Jahre Bobenberger, S. 677, Nr. 1141. 
1000 Jahre Bobenber er, s. 677, Nr. 1140. 
r Wolfgang, Haben erger-Darstellurigen der 
in Kot. Babenberger. S. 627. 
11100 Johre Bobenberger, S. 701, Nr. 1184. 
Neu- 
ken und Skulpturen bringen das Bild des from- 
men Landesfürsten und Schutzpatrons von Oster- 
reich, die althergebrachte Form mit Bart, Mark- 
grafenkrone, Hermelinmantel und Kirchenmo- 
dell zumeist um eine dem Streiter Gottes ge- 
ziemende barocke Rüstung erweiternd. Aber nicht 
nur isoliert als Andachtsbild oder im Zusammen- 
hang mit der szenischen Gestaltung seiner Le- 
gende wird der Heilige dargestellt. Barockem 
Gedankengut folgend, kommt es zu neuen Gla- 
rifizierungen, die Apotheose Leopolds wird in 
monumentalen Malereien gebracht. 
In Martina Altomontes Apotheose" (Abb. 6) 
wird der in eine Rüstung gekleidete, auf Wolken 
kniende Heilige von Putten in den Himmel ge- 
tragen, Putten tragen die babenbergische Adler- 
fahne, halten das Zepter und erheben die Krone 
Leopolds. Links unten an einer Säule kniet die 
Austria, einen hermelingefütterten Mantel wie 
Leopold tragend, mit seiner Herrschaftsinsignie 
bekrönt; den Blick erhebt sie zum entschwe- 
benden Heiligen, mit ihrer Linken weist sie zu 
dem zu ihren Füßen von Putten gehaltenen 
österreichischen Bindenschild, der bekrönt ist 
mit dem Herzogshut. Die Fahne mit dem Kai- 
serodler daneben schafft Zeitbezug. 
In ganz ähnlicher Form auf Wolken von Engeln 
und Putten umschwebt erscheint Leopold in einem 
anderen Bild Altomontes als Fürbitter für Kranke 
und Gefangene sowie als Patron des Stifters 
Heiligenkreuzß (Abb. 7), ' 
Neben der Vielzahl von barocken Leopolds-Bil- 
dern stehen die anderen babenibergischen Fami- 
lienmitglieder weit zurück. Leopold wor eben 
anderen primär darstellungswürdig. In den mei- 
sten Fällen werden Mitglieder der babenbergi- 
schen Familie, wenn sie gemalt werden, nur in 
ihrer Eigenschaft als Stifter von Klöstern ge- 
zeigt. Bilderzyklen der Familie sind selten. 
Neben Melk und Schloß Leesdorf bei Baden 
finden sich die meisten Bobenberger-Serien in 
Stift Heiligenkreuz". 
Zu einer solchen Heiligenkreuzer Serie gehört 
das Bild Heinrich des Älteren, „Herzog" von 
Mödling, van Georg A. Waßhuber" (Abb. B). 
Haltung und Ausdruck des Herzogs, er führte 
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diesen Titel als Mitglied der landesfürstlichen 
Familie und jüngerer Bruder Leopolds V., ohne 
daß natürlich Mödling ein Herzogtum gewesen 
wäre, entsprechen barockem Repräsentations- 
denken. Wohlhabenheit und Kunstsinn, er war 
ein Förderer Walthers von der Vogelweide ge- 
wesen, zeichnen den Herzog ebenso aus wie" 
seine im Kreuzzug und mancher Schlacht er- 
wiesene Tapferkeit - Charakteristika eines Men- 
schen, die im barocken Phantasieportröt nur 
schwer, nur in Andeutungen zum Ausdruck ge- 
bracht werden können. 
In ähnlicher Pose wie Heinrich wird Leopold Vl. 
als Feldherr mit Schwert und Herzogshut vor 
einer Draperie auf einem der künstlerischen 
Qualität nach weit über dem Bild Waßhubers 
stehenden Ölbild von Martin Johann Schmidt 
gezeigt (Abb. 9]. Bart und Haartracht sowie die 
väterlich-verständnisvollen Züge sind Leopold 
seit dem für ihn im Mittelalter geprägten Typus 
geblieben. Ansonsten aber ist er durch nichts 
vom normal üblichen repräsentativen Porträt 
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