MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 146)

t Architekt ist nicht bekannt, es ist jedoch 
iefert, daß Maximilian Baumeister und Bild- 
' aus Venedig berufen hat. Als künstlerische 
er werden Veit von Dornberg, Gesandter 
nedig, und Jacapo da Strada genannt. Es 
aerliefert, daß Maximilian sich Ansichten 
Architekturen, Statuen, Brunnen, Grotten 
schicken ließ. Auch ist ein Brief des Kardi- 
ppolito d'Este erhalten, in dem er sich be- 
zrklört, dem Kaiser einen Plan der Villa 
e in Tivoli zu schickenf. Außer diesen Ab- 
tgen wurden aber auch Statuen und ganze 
angruppen, darunter auch Brunnenfiguren, 
alien importiert. 
iders die Gärten Venedigs haben nachhal- 
an Charakter der Gartenanlage bestimmt. 
Ider waren die vorpalladianischen Villen 
erra ferma Venedigs, aber auch theoreti- 
Nerke über Gartenarchitektur, so z. B. die 
1 Regelbücher Serlios', die ab 1537 in 
iig erschienenä. Diese Villen, meist in den 
an Küstengebieten errichtet, haben in ihrer 
ngestaltung einen eigenen Typus entwik- 
Es wird aus dem gotischen Garten „ein plan- 
zusammenhängendes rechteckiges System 
)llplastischen und leeren, d. h. niedrig be- 
zten Teilenw entwickelt. Der Garten wird 
inteilige Kompartimente zerlegt, deren Or- 
wte durch verschiedenartige Bepflanzung 
let werden. In den Mittelpunkten dieser 
artimente und an den Schnittpunkten der 
befinden sich Fontänen und kleinere 
en. Nicht ohne Grund wird diese Art der 
ngliederung geometrisch genannt. Sie lebt 
llem von dem reizvollen Gegensatz zwi- 
hierin"-.- IKPHINVYIQIIÜINI rnlrrußrÖmlÖßÖnr n- 
 
6 Römische Ruine im Schloßpark von Schönbrunn. 
Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg, 1778 
Anmerkungen 1-10 
lVgl. dazu: D. Hennebo - A. Hoffmann: Geschichte der 
deutschen Gartenbaukunst, 3 Bde., Hamburg 1965; mit 
ausführlichen Literaturangaben lbesonders Bd. 2). H. Kaut: 
Wiener Gärten. VIBV Jahrhunderte Gclrtenkunst. Wien 
1964. G. Schikala: Wiener Plastik der Renaissance und 
des Barock. In: Geschichte der Stadt Wien. NR., Bd. 
Vllll, Wien 1970, S. B5 ff E. Veik: Baracke Garten- 
anlagen Wiens. Diss., Wien 1931. 
IH. Walfflin: Die Kunst der Renaissance. Italien und das 
deutsche Farmgetühl. München 193i. 
fR. K. DOHIH: Venedig und die Baukunst von Wien und 
Niederösterreich. Wien 1963. R. Wagner-Rieger: Das Wie- 
ner Neugebäude. In. Mitt. d. Inst. f. Österr. Geschichts- 
farschung. 59, Graz 1951, S. 136. Dies.: Die Baukunst des 
16. und 17. Jahrhunderts in Österreich. Ein Forschungs- 
bericht, Ift: Wr. Jahrbuch f. Kunstgeschichte, Bd. 20 124], 
Wien 1965, S. 196 ff. 
'Zu den Quellen: A. llg, Das Neugebäude in Wien, in: 
Jahrb. der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöch- 
sten Kaiserhauses, Bd. 16, Wien 1895. Zur Villa d'Este; 
D. R. Coffin: The Villa d'Este at Tivoli. In: Princetan 
Managraphles in Art and Architecture. 34x Princetan 
1960. 
5K. Donin: Das Neugebüude in Wien und die vene1ia- 
nische Villa suburbancl. Mitteil. d. Ges. f. vergleichende 
Kunstfarschung in Wien, 11. J Dez 1958, Na. Z S. 61 ff. 
AFL : u-..i.. i-i_. .._ e.__,.i_ ._ 
 
 
frühere Beispiele aus den Musterbüchern Serlios' 
erinnert, wa ebenfalls das Wasser nur in dün- 
nem Strahl aus einzelnen Röhrchen lief. Ganz 
anders wirken die Brunnen des nördlichen, unte- 
ren Teiles. In ihrer kräftigen, plastischen Durch- 
gestaltung erinnern sie an die gleichzeitigen, 
schon barock anmutenden, mit großem Wasser- 
aufwand gespeisten Fontänen in Rom. Sie setzen 
kräftige, plastische Akzente und wirken gegen- 
über den zierlichen, kleinteiligen Blumenparterres 
pompös und übersteigert. Vielleicht sind gerade 
sie die von Alexander Colin geschaffenen Brun- 
nenwerke, die urkundlich erwähnt werden'. 
Der besondere Reiz dieser Brunnen der Renais- 
sance Iag speziell in ihrer unaufdringlichen Ein- 
gliederung in den Garten. Sie wollten nicht 
dominieren, sondern dienten zur Erfrischung und 
Belebung der Pramenierenden. Das sanfte Rie- 
seln des Wassers, das oft über mehrere zierliche 
Schalen in ein Becken herunterplötscherte, wirkt 
wohltuend beruhigend im Vergleich zu den mo- 
numentalen Fontönen der Barockzeite. 
Um 1690 entstand der erste Entwurf Fischer von 
Erlachs für den Neubau des Schlosses Schön- 
brunn für Kaiser Leopold I7. In diesem groß- 
artigen Entwurf, der wegen Geldmangels nicht 
ausgeführt werden konnte, werden neue Maß- 
stäbe in der Brunnenbaukunst gesetzt. Während 
für die Gesamtanlage immer wieder Schlaß 
Versailles als Vorbild genannt wird, werden für 
die Brunnen und Wasseranlagen Roms und die 
Brunnen Berninis vorbildlich. Schon in Fischers 
Entwurf für den Krautmarktbrunnen in Brünn 
sind deutlich Reminiszenzen an Berninis Vier- 
flüssebrunnen auf der Piazza Navone in Rom 
__.--._i___iii m. L_'J__ n. ....- i-i i r I
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.