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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 147)

stert über die originellen Farbeffekte und 
ngewöhnliche Darstellung der Göttin äußer- 
meinte weiter: „Klimt aber hat die Seine 
ffenbare Secessionistin von heute gebildet. 
ne Göttin oder Dömanin der Secession we- 
ens, mit bläulich blassem Teint, großen hell- 
an Augen und dem feinsten roten Haar, 
beiderseits auf den Brustharnisch nieder- 
 Diese Pallas des 19. bis 20.Jahrhunderts 
ie heute für einen Secessianisten mögli- 
."Ä Dagegen ging das der Secession feind- 
esinnte Publikum, das sich gegenüber Klimt 
er ablehnend verhalten" hatte, „angesichts 
Pallas Athene' zum offenen Angriff über", 
irthur Roessler berichtete". 
2 ist die heftige Aufregung, die das ver- 
ismößig kleine Gemälde damals hervorge- 
hat, vielleicht schwer zu verstehen. Ein 
eich mit früheren Darstellungen der Pallas 
ie im CEuvre Klimts zeigt [edach das Neue 
er Auffassung des Themas im Gemälde 
898. 
'allas Athene, die Klimt 1890-1891 im Stie- 
:us des Kunsthistorischen Museums malte, 
sentiert die „Griechische Antike" (Abb. 2)'. 
Böttin trägt hier ihre bekannten Attribute, 
Lchuppenpanzer mit dem Medusenkopf, den 
', den Schild und die Nikestatue. Sicherlich 
(limt für diese Darstellung verschiedene 
lder aus der Antike verwendet, ein deut- 
Beispiel dafür ist die römische Kopie der 
1G Parthenos von Phidiass. Inhaltlich ist die 
ie im Kunsthistorischen Museum noch eng 
er Ringstraßentradition verbunden, obwohl 
achon ein Ansatz zu einem neuen, persön- 
l Stil zu erkennen ist. 
zeichnete Klimt für die Reihe „Allegorien, 
Folge" das Blatt „Skulptur". In einer der 
nungen, die diesem Blatt vorangehen (Abb. 
mmt das Motiv der Pallas Athene in einem 
rwnrlnvßn Iin-Mmßv-Lßn- u," C1" ..ALR.A 
 
2 Gustav Klimt, Griechische Antike I, 1890191 (nach 
A. llg). Öl Stukkaturgrund, 230x230 cm. Wien, 
Kunsthistarisches Museum, Zwickelbild im Trep- 
penhaus 
3 Gustav Klimt, Varzeichnung für die „Skulptur", 
189596. Bleistift, aquarelliert, mit Gold gehöht, 
33,2 x 27,? cm. Besitz Christian M. Nebehay 
4 Gustav Klimt, Plakat für die Wiener Secession 
(l. Kunstausstellung), 1898 
 
Diese hebt sich in ihrer Lebendigkeit von den 
antiken Zitaten des Hintergrunds ab und ist 
daher als die Allegorie der Kunst der eigenen 
Zeit zu deuten.,Die Nike der Pallas Athene in 
ihrer Hand deutet als Siegessymbol auf die 
Überwindung des Alten, als Entlehnung aus der 
Antike aber auch auf die Unentbehrlichkeit der 
Tradition hin. 
Anfang 1898 verwendete Klimt die Gestalt der 
Pallas Athene wieder in dem Plakat für die 
erste Ausstellung der Secessian, deren Präsident 
er damals war (Abb. 4}. Die Funktion der Göttin 
hat sich hier wesentlich geändert: sie ist zur 
Beschützerin der Secession geworden. Bewaffnet 
mit Speer und Schild steht sie nun rechts var 
der Szene mit dem Kampf zwischen Theseus 
und Minotauros. Der Medusenkopf,der der Über- 
lieferung noch nicht nur auf ihrem Panzer, son- 
dern manchmal auch auf ihrem Schild befestigt 
war, um die Gegner zu erschrecken, bekommt 
hier als aggressives Element einen besonderen 
Nachdruck; vor allem wegen dieses Kopfes er- 
hielt das Plakat viele negative Kritiken. Trotz 
der Freiheit in der Verwendung der Mative und 
der Anpassung des Themas an die aktuelle 
Situation ist diese Athene in ihrer Wiedergabe 
und in ihrer Funktion noch immer nicht weit 
entfernt von den antiken Vorbildern. 
Das Gemälde „Pallas Athene", das einige Mona- 
te nach dem Plakat entstand, weicht beträchtlich 
von den früheren Interpretationen ab. Sicherlich 
erinnert die Figur in ihrer Frontalitöt und Stel- 
lung, in dem Schuppenpanzer mit dem Medu- 
senkopf und auch im Kolorit an die Darstellung 
im Kunsthistarischen Museum, während ihre 
Funktion, die als Kämpferin für die Secession 
zu deuten ist, mit der der Pallas Athene im 
Plakat vergleichbar bleibt. 
Auffölliger als die Übereinstimmungen sind [e- 
doch die Unterschiede. 
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