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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 148 und 149)

äß Pico della Mirandolas Lehre, ange- 
:hts der Vanitas des Todes, d. h. der 
mmlische, spirituelle und erdhafte Aspekt 
es Menschen; 
erheyen" hat sich dem angeschlossen, 
alostocki" und Rabertson" haben sich 
xgegen ausgesprochen; 
Jlvesi": Moses, Zarathustra und Pytha- 
aras oder Tales; 
igan": Abwandlung des 
öhlengleichnisses. 
ckt man diese deprimierende Liste der 
te von verschiedenen im Laufe der Jahr- 
vorgenommenen Deutungsversuchen, 
Jnwillkürlich eine Skepsis gegen jeglichen 
chaftlichen Ansatz auf. 
ner ein Bild ist, desto größer die Mög- 
. viel in das Werk hineinzutragen, wobei 
sönliche Standpunkt und das Wissen um 
torische Situation den Ansatz des Ver- 
sses bilden. So farblos in der gegebenen 
e auf rein benennbare Fakten reduzier- 
Jtungen auch sind, so überzeugend wirkt 
Analyse selbst. Z. B. scheint Calvesis ln- 
xtion „Moses, Zarathustra, Pythagoras" 
st überspitzt; zieht man einen weiteren 
m die genannten Personen und liest, daß 
i Philosophen die historischen Manifesta- 
des Hermes Trismegistos, des sagenhaf- 
iründers der Alchemie, sind, gewinnt das 
platonischen 
ikonographische Feld einen weiteren Rahmen, 
der sich einer einfachen Frage noch dem ln- 
halt des Bildes entzieht. Eines ist sicher: auch 
wenn es fruchtlos erscheint, nach den „Namen" 
der drei Personen zu fragen, so falsch wäre es, 
auf iegliche Frage nach der lkonagraphie zu 
verzichten. Versucht man nichts in das Bild hin- 
einzudeuten, übersieht man zu leicht die histo- 
rische Distanz und gelangt zu Vorurteilen wie 
jener positivistischen Deutung, es handle sich 
um „drei Feldmesser", gegen die schon Wickhoff 
wetterte. Daß das Werk keinen Inhalt hätte, 
ist schon durch die sichtbaren Symbole allein 
fraglich, abgesehen davon, daß es inhaltslose 
l'art pour l'art in dieser Zeit noch nicht gibt. 
Bei der Prüfung der Interpretationen stellt man 
oft fest, daß das Bild nur zum Anstoß wird, eine 
vorgefaßte Meinung auseinanderzusetzen. Dort 
wo eine Interpretation nicht greift, weil im Bild 
etwas anderes als das vom Betrachter Inten- 
dierte dargestellt ist, versieht man sich oder 
schreibt die Divergenzen gar der Unkenntnis 
des Künstlers zu; Giorgione habe den Text, 
meint als erster Wickhoff, nicht so genau ge- 
kannt und ihn poetisch ergänzt". Die historische 
Distanz zwischen Interpret und Bild wird zur 
Schwelle zwischen Künstler und dem vorn inter- 
preten verstandenen Thema und Motiv. Manche 
Deutungen haben keinerlei Bezug auf vorange- 
hende Versuche genommen, sich auch zuwenig 
um den erwähnten Text Michiels geküm 
der doch am ehesten, nur 15 Jahre nach l 
giones Tod, auf Besonderheiten des Bildes 
wiesen haben könnte. 
Das Wichtigste bleibt der Aufbau der Bild 
nicht nur daß hier drei Männer in einer I 
schaft weilen, sondern wie sie sich zueinc 
und der Umgebung gegenüber verhalten, 1 
den Ausgangspunkt einer daran anknüpfe 
ikonographischen Fragestellung bilden. 
Auf einer von links nach rechts sanft anste 
den, gestuften Felsbühne nehmen die drei 
ner die rechte Hälfte des Bildes ein. Vom 
tergrund sind sie durch eine Folie von ent- 
belaubten Bciumen getrennt. Ebenso in der 
deren Raumschicht befindet sich links eine H 
Auf dem Stich von David Teniers" ist zu si 
daß vom heute 144,5 cm breiten Bild vor l 
links ein Streifen von etwa 15 cm der Leim 
fehlt. Dadurch wirkte das Bild, das rechts l 
die Figur des in das Bildinnere gerichteten . 
gerahmt ist, auch links durch den die l- 
abschließenden, bis zum Boden reichenden 
sen in seiner Räumlichkeit klarer bestimmt. 
muß dem Felsen mit der Höhle eine grc 
Bedeutung als heute zugemessen werden, Wl 
vor allem Klauner in ihrer Interpretation h 
wiesen hat. Zwischen dem Felsen und den 
len Böumen blickt man wie durch ein Fe 
in die Weite der hügeligen Landschaft mi
	        

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