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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 148 und 149)

emper an erster Stelle". Unterschied zur 
1rung generell ist wieder die geringere 
zdertheit in Einzeltrakte; die Bühne ist kür- 
id die Treppenflügel sind breiter als beim 
führten Bau, von dem hier eine gedrunge- 
Version vorliegt. Ein Grundriß des Theaters 
wa gleich breiten Treppenflügeln erscheint 
(enntnis des Verfassers letztmals auf zwei 
länen des jeweils gleich gestalteten, an 
largestellten Theaters, signiert und datiert 
asenauer 13. Februar 1872; der eine davon 
das Theater in der Rathausachse, wie aus- 
W17. 
irundriß des Theaters, bei dem die Fest- 
pers Lebzeiten behielt diese Äußerung Sempers 
ihre Gültigkeit; der Verfasser hat die Detailur- 
heberschaft Sempers an den bis dahin geschaf- 
fenen Entwürfen ausführlich nachgewisen". 
Nach Sempers Tade schuf Hasenauer hervor- 
ragende Logensalons für das Burgtheater, die 
der Verfasser ihm auf Grund stilkritischen Ver- 
gleiches zuschreibt. 
Obwohl ein Ausführungsfrontaufriß von Sem- 
pers oder Hasenauers Hand bisher fehlt, ist es 
wahrscheinlich, daß am i. Juli 1873 auch auf- 
rißmößig die Hauptfront feststand. Im Novem- 
ber 1874 wurde der Bau begonnenu. 
Der ausgeführten Burgtheaterhauptfront bleibt 
gegenüber der Semperschen Fassung mit 
Exedra die letzte Steigerung versagt. Dali 
dreiachsige Mittelbau gerade im Kulminat 
punkt die Segmentschwingung in die F 
preßt, wurde bereits erwähnt. Durch diese: 
hezu quadratischen Bauteil wird aber aucl 
horizontalen Seitendehnung des Baues bei 
talsicht keine vertikale Konzentration mehr 
gegengesetzt, wie das die Exedra bewirkt 
- sichtbar in vergleichbarer Weise bei den Hi 
frontdarstellungen für das große Münchner 
theater. Die Steigerung zur Klimax - in 
Mitte situiert - wird bei der ausgeführten I 
theaterhauptfront durch räumliche Stufung 
nflügel schon etwa so schlank sind wie 
r Ausführung, erscheint auf einem von 
auer signierten Situationsgrundriß, datiert 
ii 1872". Hauptunterschied zur Ausführung 
iß noch die Mittelexedra vor dem Audi- 
ssegment geplant ist. Der Bau ist auf dern 
n die Rathausachse gesetzt. 
l. Juli 1873 stammt ein Parterregrundriß, 
er der Ausführung auch insofern entspricht, 
in der dreiachsige Mittelvorbau an der 
tront an Stelle der Exedra erscheint". Das 
st von Semper an erster und Hasenauer 
eiter Stelle signiert. Semper erklärte selbst, 
lie Anregung zu dem abgeplatteten An- 
iltittelvorbau) vor dem Hauptfrantsegment, 
er das Segment gerade im Kulminations- 
in die Fläche preßt, von Hasenauer stammt 
ese Anregung (nicht der konkrete Entwurf) 
auers einziger Beitrag zur künstlerischen 
ltung des Baues gewesen sei". Zu Sem- 
10 Gottfried Semper, Carl von Hasenauer, „Zweite 
Proiektskizze" zum Burgtheater vorn 5. Novem- 
ber 1871. Grundriß des Erdgeschosses 
11 Gottfried Semper, Carl von Hasenauer, Skizze 
zum, Burgtheaterpraiekt vom 16. Dezember 1871. 
Grundriß des Hauptgeschosses 
12 Gotttried Semper, Carl von Hasenauer, Lage- 
plan des Burgtheaters (Vorproiekt) außerhalb 
der Rathausachse vom 13. Februar 1872 
Änmerkungen 28-35 
1' Änm. 16 lil. Sammlung, lnv.-Nr. 21.151, 21.157; ieweils 
1_ unten alte Nr. 3. 
1' Änm. 16 lit. Sammlung, lnv.-Nr. 11.131, 21.133. 
a" Änm. 16 Iit. Sammlung, lnv.-Nr. 21.130. 
3' Wien, Albertina, Mappe 19, Umschlag 6166, lnv. B668. 
u Semper Manfred, lit. Anm. 12, S. 91. 
J" In einem im Druck befindlichen Beitrag über Semper: 
und Hasenauer: Schöpfungen in der Stadterweiterungszane 
innerhalb der von der FritZ-Tliyssen-Stillung veröffentlichten 
Buchreihe „Die Wiener Ringstraße - Bild einer Epodie". 
"Wien, Ällgemeines Verwaltungsarchiv, Stadterweiterungs- 
fonds, tasc. YOIb, Prot. 13.881, 1888. 
i" Semper Manfred, zit. Anm. 11, S. 91-92, Abb. Blatt 66, 
Original Theatermuseum Mündien, ohne Nr. 
E! Unser Autor: 
Dr. Klaus Eggert,l(unsthistoriker 
Dürergasse 6 1060 Wien 
wirkt - diese gab es auch bei den Pläne! 
München - und durch Intensivierung der l 
derung sowie größere Vielfalt der Motive, 
allem der skulpturalen. Das war in den 
Würfen für München nicht in vergleichbi 
Maße geplant. In der konkreten Stilistik, in 
cher die Skulptur beim ausgeführten Burgthi 
vorkommt, zeigt sich allerdings die Spät 
des Kontinuismus, die Zeit Hasenauers. Den l 
der Skulptur und ihre einzelnen Motive bei 
Theater iedoch hatte bereits Semper festge 
wie beispielsweise eine Zeichnung von ihr 
dem dreiachsigen Mittelvorbau beweist, de 
Idee als Motiv von Hasenauer stammt". S 
das Burgtheater, besonders in der Hauptt 
unter den entworfenen und ausgeführten 
samtkunstwerken Gottfried Sempers dasie 
mit dem relativ höchsten Anteil der Bildhai 
bei dem angestrebten wechselseitigen sich 
gern der Künste, was den Außenbau angeht.
	        

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