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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 148 und 149)

 
ieinlich sind sie mit den zwei auf der XXlll. 
isstellung der „Vereinigung" im Frühjahr 1905 
zeigten Figuren von „Frierenden Frauen" 
zntisch". Diese bedeutenden Werke der Wie- 
r Keramik sind in der mehr summarischen Be- 
ndlung der Oberfläche, in der Modellierung 
t asymmetrischen dekorativen gebrochenen Li- 
in und dem an Minne erinnernden Gesichts- 
ius mit den im Jahre 1905 entstandenen 
zingutreliefs des Triptychons „Melpomene und 
e tragischen Chöre" des ehemaligen Wiener 
rgertheaters" nahe verwandt. Ihre Autorin, 
a Malerin und Kunstgewerblerin Elena Luksch- 
zkowsky, Gattin des Bildhauers Richard Luksch, 
hörte zum Kreis der Wiener Secession". The- 
xtisch, aber auch stilistisch, besonders in der 
irstellung des Kopfes, führen diese Figuren 
atzners wieder zu Gustav Klimt - zu seinem 
ute verschollenen Bild „Alte Frau" aus seiner 
genannte „schwarzen Periode", das auf der 
instschau 1909 erstmals ausgestellt wurde". 
it seiner Niederlassung in Wien bis zum 
uch in der Secession im Jahre 1905 beteiligte 
h Metzner an allen kollektiven Ausstellungen 
r „Vereinigung". Er trot hier aber meistens 
tFtiQSF in Erscheinung als auf der schon er- 
ihnten XVII. und XX. Ausstellung. Auf der 
.l. Ausstellung im Winter 1904 zeigte er seine 
xkette zum 100iährigen Geburtstag von Mo- 
z von Schwind, die von L. Hevesi als „stilistisch 
eressant" bezeichnet wurde". Das Werk ist 
rschollen, seine Entstehungsgeschichte ist bis- 
r unbekannt. Auf der XXII. Ausstellung im 
nnerlFebruar 1905 war er mit einer Marmor- 
iste vertreten, die schon damals Eigentum der 
adernen Galerie in Prag war". Wie wir schon 
wähnt haben, stellte er auf der XXlll. Ausstel- 
19 im Frühjahr 1905 zwei „Frierende Frauen" 
is, die wir mit den Terrakottofiguren in Re- 
insburg identifizieren. Daneben waren hier 
ich zwei weitere bedeutende Werke Metzners 
sehen, die Steinskulptur „Das Weib"? eine 
iuernde Figur, der „Erde" nicht unähnlich, aber 
oßzügiger modelliert, und die „Büste einer 
Jtissin"", die in der Komposition an Minnes 
Eebet" erinnert. Metzner gehörte auch zu den 
anigen Künstlern, die ausgewählt wurden, die 
'iener Secession auf der Weltausstellung 1904 
St. Louis zu repräsentieren. Auf dieser, wegen 
nerer und äußerer Konflikte zuletzt nicht rea- 
6 
18 Josef Hoffmann, Eingang zum Pavillon der 
Kunstschau Wien 1908, mit Plastiken van Emilie 
Simandl (Fatoarchiv Dr. Maria Pötzl, München) 
19 Kunstschau Wien 1908. Blick in den Metzner-Saal 
(Fatoarchiv Dr. Maria Pötzl, München) 
Anmerkun en 16-40 _ _ _ 
"Katalog er XXlll. Ausstellung der Vereinigung bilden- 
der Künstler Österreichs (lll.-V. 1905), Nr. 9, 10 (ohne 
Angabe des Materials). _ _ 
" Das Biirgertheater wurde 1961 abgebrochen, die Reliefs 
befinden sich heute im Museum für Kunst und Gewerbe in 
Hamburg. _ 
"Siehe: Joachim Heusinger von Waldegg: Richard Luksch 
und Elena Luksch-Makawsky, ein Künstlerehepaar der 
Wiener Jahrhundertwende, Alte und moderne Kunst, Jg. 17 
(1972), Heft 124025, S. 40 ff. 
" Abb. im Katalog der Kunstschau 1909, o. 5.; F. Navotny 
- J. Doboi, a. a. O., S. 346, Nr. 162. b 
f" Katalog der XXI. Ausstellung Nr. 124. l. Hevesi in Kunst 
und Kunsthandwerk, Jg. Vlll. (1905), S. 69. _ 
1' Katalog der XXII. Ausstellung Nr. a9. Es iiaridsirsigii 
sicher um das Werk, das sich in der Nationalgalerie in 
Prag befindet (lnv.-Nr. P4009). 
7' Heute in Familienbesitz in Sdwriesheim (BRD). 
ß Nationalgalerie Prag, lnv.-Nr. P-212D. 
11 vari Metzner sollten in St. Louis folgende Werke "aus- 
gestellt werden: Kopf eines alten Mannes, Portratbuste, 
Die Erde und Junger Mann. Weitere für die Ausstellung 
geplante plastische Werke waren: zwei polydiramierte 
Halzreliefs von Ferdinand Andri und in Silber getriebene 
Paneele von König und Lenz. [Zitiert nach: Ch.  
Nebehay, a. a. O., S. 346; Die Werke sind abgebildet lrt: 
Ver sacrum, Sonderheft Februar 1904.) 
15 Katalog der Modernen Galerie in Prag, Prag 1926, S. 9. 
In der Prager Nationalgalerie befindet sidi eine bedeu- 
tende Sammlung von Werken Metzners, die überwiegend 
aus dessen Wiener Zeit stammen. 
cand. phil. Annette Lettau, 
München. 
7' Zur Entstehungsgeschichte aller für Wien bestimmten 
Denkmalentwürfe Metzners siehe Näheres in: M. Pötzl- 
Malikava, a. a_ O., S. 87 ff. 
" Lauzt Antrag des Gemeinderates Prof. Sturm vom 21. XI. 
190 . 
"Siehe die undatierte Zeichnung F. Metzners in der Ost- 
deutschen Galerie Regensburg - ahne lnv.-Nr. Kahle auf 
Karton, 6Z,3x76,4 cm, nicht signiert. Abb. : Deutsche 
Arbeit IV. (1905), Nr. 7, nach S. 460. 
i" Ebenda, S. 458 (Otto Stoessl). 
"Historisches Museum der Stadt Wien, lnv.-Nr. 
96.006121, Z2, 77.264. 
3' Die Ablehnung ist nur aus den zeitgenössischen Zeit- 
sdiriften bekannt, in den Sitzungsprotcikallen des Gemein- 
derates fanden wir darüber keine Nachricht. 
-" Seit 1968 steht der Brunnen in Kaufbeuren-Neugablonz, 
Bundesrepublik Deutschland. Siehe dazu: G. Zasche: Was 
kann uns Metzners Rüdiger heute bedeuten? Kaufbeuren- 
Neugablonz 1969. 
1' Publ. lfl: Der Architekt XII. (1906), 5.2, Taf.11. 
35 Zum Stoclet-Palais vgl. u. 0.: E. F. SEKlEf: Das Palais 
Stoclet in Brüssel, Alte und moderne Kunst, Jg. 15 (1970), 
Heft 113, S. 32 ff. 
"Über diese Künstler v l.: Waltraud Neuwirth: Wiener 
Keramik, Braunschweig i974. 
"Zitiert aus der Metzner-Dokumentation im Adalbert- 
Stifter-Verein, München. 
1' Kunst aria Kunsthandwerk, Jg. ix (1906), s. 494 (L. Seidl), 
496 (E. Simandl, o. Dengg), 497 (Nora Exner); Jg. XII 
(1909 , S. 113 (G. Dengg). 
" In: Kunst und Kunsthandwerk Jg. IX (1906), S. 506 ff. 
"' Die Kunst, Bd. Xlll (1905-06), S. 215. 
1' Laut Mitteilungen von Frl. 
 
96.281, 
Plüffe er ZU FTQQ, WO er SEIT IVUÄ UIS IXUTUTUTIUII 
mitglied der deutschen Sektion der Modern 
Galerie tätig war" und hier viel ausstellte. L 
ter anderen Ausstellungsorten muß man besc 
ders nennen; Dresden (Große internationc 
Kunstausstellung 1904), Berlin mit seiner Sezi 
sion und München, wo er an den internatior 
len Kunstausstellungen im Glaspalast teilnahrr 
Neben seiner Tätigkeit im Rahmen der Wier 
Secession und auf dem internationalen Fori 
der Kunstausstellungen beteiligte sich Metzr 
in seiner Wiener Zeit auch an mehreren Der 
malkonkurrenzen. Das Echo, das sein erster E 
wurf für Wien - für das Elisabeth-Denkmal 
hervorrief, war vielleicht der Grund, warum c 
Wiener Stadtrat bald darauf das Proiekt eir 
Monumentalbrunnens vor der Wiener Votivk 
che an ihn vergab". Als Thema dieses Brunne 
der zum 50. Jahrestag des vereitelten Attenta 
auf den Kaiser geplant wurde, war vom Stadti 
das Nibelungenlied - „das Symbol der Tre 
zum Lehensherren" - gewählt worden". Metzr 
entwarf 1904 eine konusartige Anlage, die r 
die mächtige Kulisse der Votivkirche abgestim 
war". Auf dem reich abgestuften Sockel war 
Reliefs von ringenden Menschen- und Tierg 
stalten angebracht. Darauf stand die Ritterfig 
des Rüdiger von Bechelaren mit dem Schwert c 
erhabenen Armen, versunken im Gebet. Mit c 
thematischen und stilistischen Antithese die: 
beiden figuralen Teile der Brunnenanlage - c 
Gegensatz zwischen den kämpfenden Gestalt 
und der ruhigen gesammelten Figur des Rüdig 
ist auch durch verschiedenartige Modellieru 
unterstrichen - hat Metzner die Grundidee d 
ses Werkes ausgedrückt - „die Welt des Kan 
fes und des Todes wird durch eine höhere Ma- 
gebändigt und besiegtw". 
Metzners Entwurf für den Nibelungenbrunri 
entstand in demselben Jahr wie die Raumg 
staltung mit der Figur der „Erde" auf der 1 
Ausstellung der Secession. Dasselbe zentripeti 
Kompositionsprinzip mit der kreisenden Bev 
gung des Betrachters um einen Mittelpunkt f 
det man auch bei diesem Werk. In der Fi 
plastik Wiens war dieser im frühen Historisn 
oft gewählte Typus gerade am Anfang des 
Jahrhunderts ungewohnt und von einem andei 
mit einer Kulissenwand versehenen Typus v 
drängt worden. Metzner selber hat letzteren ' 
pus, der nur einen Blickpunkt hat, in seinen f 
heren Entwürfen und z. B. auch in dem Mod 
für das Elisabeth-Denkmal verwendet. Auch O 
Wagner hat in den Jahren 1903-1905 bei eii 
ähnlichen Aufgabenstellung wie bei Metzn 
Nibelungenbrunnen - einen Brunnen, der glei 
zeitig als Denkmal für Kaiser Franz Joseph 
seinem 60. Regierungsiubiläum geplant war: 
ebenfalls mit einer solchen Kulissenwand v 
sehen. 
Die Gründe für das Scheitern des Nibelungt 
brunnenproiektes in Wien sind sicherlich in i 
Ungewohntheit der Komposition und auch in i 
strengen Stilisierung zu sehen, die in der Wiei 
Denkmalplastik dieser Zeit ebenfalls nicht v 
treten war. Nachdem der Entwurf Metzners v 
Wiener Stadtrat abgelehnt worden war", wui 
der Nibelungenbrunnen erst viel später, 19 
schon nach Metzners Tode, in Gablonz (Job 
nec, CSSR) realisiert". 
In Metzners Wiener Atelier entstanden auch M 
tere Denkmalentwürfe, von denen die meis
	        

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