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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 148 und 149)

siert worden sind. lm Jahre 1906 gewann 
.ner die vom Unterrichtsministerium ausge- 
ebene Konkurrenz für das Stelzhamer- 
(mal in Linz, das 1908 enthüllt worden ist. 
Prag gestaltete er ein Mozart-Denkmal. Im 
e 1905 entstand das Denkmal für Joseph ll. 
eplitz-Schönau (Teplice-Sonov, CSSR). Eine 
eutende Arbeit war der 1906 begonnene Ma- 
entalbrunnen für Reichenberg (Liberec, 
l), der eine ähnliche Komposition wie der 
Jungenbrunnen hat und in den Atlanten 
Sockelzone das Figurenmotiv der „Erde" 
erholt. Schließlich übernahm Metzner An- 
1906, nach dem Tode des Bildhauers Chri- 
Behrens, die gesamte plastische Ausstattung 
lölkerschlachfdenkmales in Leipzig - seinem 
populärsten und problematischsten Werk. 
ie Wiener Zeit gehören auch die Anfänge 
Metzners Tätigkeit als Bauplastiker. Das 
mtenmotiv aus der XX. Ausstellung der Se- 
an hat der junge Architekt J. Pleönik als 
ischen Schmuck für das Kordongesims auf 
am 1905 erbauten Zacherlhaus in der Brand- 
z benützt". Metzner beteiligte sich auch - 
n G. Klimt, K. Moser, R. Luksch usw. - an 
bedeutendsten bisher erhaltenen Privathaus, 
rnter Führung von Josef Hoffmann in Kollek- 
beit der Wiener Werkstätte entstand", dem 
s Stoclet in Brüssel. Sein Anteil sind die 
fischen Männergestalten an den vier Seiten 
,Turmes" an diesem Haus. 
er zuwenig beachtet ist auch Metzners päd- 
lische Tätigkeit an der Kunstgewerbeschule. 
itete dort die allgemeine Klasse für Model- 
1, während weitere an der Schule tätige 
auer - Stephan Schwartz, Arthur Strasser 
und Hermann Klotz - in Spezialklassen unter- 
richteten. Auch wenn in dieser Zeit keine ausge- 
sprochene Spezialklasse für Keramik gebildet 
und nur das Technische in Fachkursen von F. 
Linke und E. Adam unterrichtet wurde, ist es 
sicher kein Zufall, daß fast alle später bekann- 
ten Keramiker der „Wiener Schule" Schüler von 
Metzner waren. In den Jahren 1904-1907 be- 
suchten seine Klasse z. B. Emilie Schleiß-Simandl, 
lda Schwetz-Lehmann, Gertrude Haan-Dengg, 
1904105 Hilde Exner und Fritz Diettl, 1906107 
Hedwig Schmiedl". Der führende Künstler auf 
diesem Gebiet, Michael Powalny, ein Absolvent 
der Kunstgewerbeschule unter Otto König und 
Arthur Strasser, war in den Jahren 1903-1906 
Metzners Assistent und führte seine Klasse wäh- 
rend dessen Krankenurlaubes von Oktober 1907 
bis März 1909 selbständig weiter. Als Metzner 
am 1. April 1909 auf eigenes Ansuchen seiner 
Lehrtätigkeit enthoben wurde", übernahm Mi- 
chael Powolny seine Klasse, die dann als eine 
Spezialklasse für Keramik weiter existierte. Metz- 
ner war schon durch sein Schaffen für die Berli- 
ner kgl. Porzellanmanufaktur auf eine solche 
Aufgabe vorbereitet. Wie wir gesehen haben, 
gestaltete er auch während seines Wiener Auf- 
enthaltes keramische Figuren, die zu den be- 
deutendsten Werken dieser seiner Schaffenspe- 
riode gehören. Die in der Zeitschrift „Kunst und 
Kunstgewerbe" publizierten Werke von Schülern 
Metzners" sind fast durchwegs keramische Ar- 
beiten, in denen zwar manchmal die Abhängig- 
keit vom Lehrer zu spüren ist, trotzdem verraten 
aber alle mehr Sinn für das Kunstgewerbliche 
als die meisten in derselben Zeitschrift abgebil- 
deten Arbeiten aus anderen Bildhauerklassen 
der Kunstgewerbeschule. Mit allen diesen 
stellungen wird die Schlüsselpositian Mi 
Powolnys nicht in Frage gestellt. Ähnlich 
wie im Rahmen der Wiener Secession, ge 
Franz Metzner sicherlich auch in der Entwic 
des modernen österreichischen Kunstgew 
ein viel bedeutenderer Platz als der, den 
ihm bisher eingeräumt hat. 
Die Feststellung von Eduard Leisching anli 
einer Ausstellung der Kunstgewerbesdi 
„Metzners Persönlichkeit ist allerdings von 
ungewöhnlicher, ausgeprägter Eigenart u: 
übt eine solche suggestive Macht auf die Sc 
daß sie mit oder ohne Absicht die Natur 
mit eigenen Augen, sondern durch die des 
rers sehen..." ist weniger auf die kur 
werblichen Arbeiten von Metzners Schüler 
auf deren Versuche im monumentalplasti 
Bereich zu beziehen. Das bekannteste um 
deutendste Werk dieser Richtung sind die 
Statuen der „Architektur", der „Plastik" uni 
„Malerei" auf dem Eingangspavillon der l 
schau 1908 und 1909 von der Metzner-Schi 
Emilie Schleiß-Simandl, die den damalige: 
liefstil Metzners dekorativ abwandelt. 
lm Jänner 1906 berichtet die Zeitschrift 
Kunst", daß Franz Metzner die plastische ß 
am Välkerschlachtdenkmal übertragen wu 
Die ersten Skizzen für dieses Werk sind s 
noch in Wien entstanden, der Umfang des 
trages war aber dann der Grund, daß l 
ner seine Professur in Wien aufgab und 
Berlin zurückkehrte. Mit der Arbeit am V(' 
schlachtdenkmal setzt in Metzners Werk 
neue Schaffensperiode ein, die mit plasfi: 
Volumina arbeitet und sich bewußt an Cll
	        

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