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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 148 und 149)

Otto Bucbirzger 
lnh. Pöhlmann 
Antiquitäten 
Orientteppiche 
LINZ 
Bethlehemstraße 5 
Telefon O72 22120278 
Seit über 425 Jahren 
Tradition 1548 _ 1915 Fortschritt 
WUB 
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Wagnefsche Univ-Buchdruckerei Buchroithner 81 Co., 
Innsbruck. Erlerstraße 5-7 - Telefon O5222[29761 
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Für den Kunstsammler 
Galerie L. T. Neumann stellt sich „neu" vor 
Markanter Punkt einer Wiener Innen-Rande ist noch 
wie vor das „Neumann-Eck" am Michaelerplalz 
eingangs des Kohlmarkts. Sitz der honorablen 
Galerie L. T. Neumann, die, 1833 gegründet, 
kürzlich neu übernommen worden ist. Hand in Hand 
damit ging dem eine umfassende Renovatian 
voraus, und man hat sich einige Mühe gemacht, 
wo immer es naltat, zu restaurieren und 
aufzufrischen, von den eigentlichen Räumlichkeiten 
bis in die reizenden, wohlgeordneten Depots und 
Dependancen. Ganz im Stile des renommierten 
Hauses natürlich, dem schon in der Monarchie die 
Auszeichnung zuteil wurde, sich k. u. k. Hafkunst- 
handlung zu betileln. Überraschend bei einem 
ersten Besuch der neuübernommenen Galerie ist 
das Anbot van Möbeln. Ein Novum. Exquisites, 
vor allem französisches Mobiliar, aber auch das 
Wiener Biedermeier sind hier künftig Fixpunkte im 
Galerieprogramm. Bei den Gemälden und der 
Graphik folgt man der traditionsreichen Linie des 
Hauses mit Werken der zweiten Hälfte des 
19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Man wird aber 
gelegentlich hier auch Meister des 16. und 17. Jahr- 
hunderts finden und erwerben können. Wie uns 
versichert wird, soll auch in Zukunft der 
österreichische Künstler und dessen Werk von hoher 
Qualität das Angebot der Galerie bestimmend 
prägen. In Zeiten, in denen sich der Schwerpunkt 
der Kunstäußerung mehr und mehr in die Alltags- 
und Trivialbereiche des Menschen und seiner 
Umwelt verlagert, will sich hier in der Galerie 
L. T. Neumann bewußt sa etwas wie ein Hort 
jener Kunst entwickeln und festigen, die oft 
abschätzig als konservativ abgetan wird. Bilder 
und Landschaften aus alten Tagen wieder zu 
entdecken, ia zu lieben und sich mit ihnen zu 
umgeben, scheint neuerdings Kanservativität fast 
zum akzeptablen Modernismus zu machen. 
Die neuübernommene Galerie L. T. Neumann ist 
ein Unternehmen altösterreichischer Prägung, das 
hier in der Stadt, bald eineinhalb Jahrhunderte all, 
einen festen Platz innehat. Seine neue iunge, 
ambitionierte Leitung, gestützt auf die Erfahrung 
des bisherigen vorzüglichen Personals, verspricht, 
einer speziellen Facette des Wiener Galeriebildes 
frische Lichter aufzusetzen. . 
I. netopil 
Karl Newole: Felix Esterl, Verlag des Körntner 
Geschichtsvereins, Klagenfurt, 1975 
1975 ist in Klagenfurt ein Buch über den Kärntner 
Maler Felix Esterl (1894-1931) erschienen; es hat 
60 Seiten, 23 Abbildungen, ein Werkverzeichnis und 
ist dazu geeignet, den selbständigen Leser und 
Kunstfreund zu näherer Befassung mit dem Werk 
des frühverstorbenen und zu Unrecht vergessenen 
Künstlers anzuregen. Adolf Christl und Gotbert 
Moro haben immer schon daran gedacht, Esterl ein 
Denkmal zu setzen; es mußte aber erst der Mann 
heranwachsen, der die nötige Muße fand, eine 
unpopuläre Arbeit zu tun: die Arbeit am fremden, 
unbekannten Wert, der sich nicht leicht in Umlauf 
bringen läßt. Dieser Mann ist Karl Newole. 
Sein schlichtes Buch verschwindet zunächst in der 
Menge oufgedonnerter Kunstbücher, wie sie 
alliährlich auf den Markt geworfen werden; die 
feine Festigkeit seines Inhalts wird es nadelförmig 
weiterführen und durchdringend machen. Bis dato 
haben nur wenige Eslerl überhaupt angeschaut; 
sein Ruf ist kaum über den Kreis seiner Jugend- 
freunde und über sein Leben hinausgedrungen, 
ietzt aber soll sich das Nachschauen verlohnen. 
Newole registriert neun Zeichnungen und 
76 Ulbilder, 32 davon sind Stilleben, 14 
Landschaften, zwölf Porträts verschiedener Personen, 
acht Selbstporträts, sechs Aktbilder. Außer den 
letzteren. welche sehr delikat sind, bietet keins 
seiner Bilder ein stoffliches Interesse. Hier ist 
Natur stofflicher Vorwand für künstlerischen 
Bildbau und sonst nichts; ein Klümpchen Stoff, 
hinreichend Zeug für eine in räumlichen 
Verhältnissen präzis, diskret, subtil schaffende 
Technik der „Secheresse" (Trockenheit), die kein
	        

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