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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 148 und 149)

"Weit-n'y x . - 
 z- s? 
lnaissanceofen, grün, bunt, Gesamthöhe etwa 230 m, 
88, Linzer Meister Paul Zilpotz. Original im Uster- 
lchisdwen Museum für angewandte Kunst in Wien. Ein 
großen, geformten Stücken gebauter Ofen, reich 
rziert, rnlt geteiltem, angebautem Unterbau, Oberbau 
ld Galerie, auf verzierten Tanfüßen. An den Seiten- 
lten des Oberbaues (Verzierung) die Jahreszahl 1588. 
rundglasur grün mit bunten Hafner- und Schmelz- 
asuren. Farbig bemerkenswert. Van außen zu heizen. 
adell im Maßstab 1 :5. 
vand Strass-er" im Stadtmuseum Linz-Nordicu 
 
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Großer Barockwandafen, blau-weiß gesprenkelt, 1711, 
Linzer Meister lsak Althamer, Zechmeister der Hafner 
17094715, von Simon Antholzer, St. Florian, gesetzt. 
Original irn Blauen Zimmer des stinee St. Florian bei 
Linz. Relief; Tod des hl. Florian (vergoldet) von 
Maderni. In gronen Stücken gearbeiteter überschlager 
ner Ofen, Sockel und Aufsatzhaube mit stark bewegten 
Forrnen. Aufsatzvase zum Teil vergoldet. Von außen zu 
hellen. Modell llTt Maßstab m. 
(„Zielb0lz"), und dieses Signum kehrt auch auf 
einigen Arbeiten wieder. Da es unmöglich ist, 
diese fast vier Meter hohen monumentalen We 
der Handwerkskunst im Original zu zeigen, 
entschloß sich die Kulturverwaltung unter 
Dr. Hanns Kreczi, für das geplante Stadtmuseu 
eine Modellserie anfertigen zu lassen. Der prö 
Ofen von Paul Zilpolz im Schloß Eferding wc 
erste Obiekt, der Auftrag erging an die Firma 
Schadler (Tonöfenfabrik) in Linz (siehe Bildtext 
Inzwischen war mit Ferdinand Strasser Verbind 
aufgenommen worden, einem gebürtigen Linze 
(' geb. 16. 10. 1911) und gelernter Ofenkeramii 
(Meisterprüfung 1936), der an der Wiener 
Kunstgewerbeschule unter Michael Powolny un 
Robert Obsieger gelernt hatte (1930-1935) und 
dann bei der Firma Schleiß in Gmunden tätig v 
(1936-1938 und 1945-1947). Als Lehrer an den 
Kunstgewerbeschulen in Salzburg und Linz, spc" 
(ab 1954) als hauptamtlicher Mitarbeiter der 
Volkshochschule Linz, hat dieser in unzähligen 
Kursen für Erwachsene und Kinder seine Kenntl 
weitergegeben und viele Anregungen vermittel 
Von ihm wurde die Fortsetzung der Reihe der 
Ofenmodelle geschaffen. Er schildert den 
Herstellungsprozeß in folgender Weise: 
„Zuerst mußten genaue Maße abgenommen w 
nicht nur Höhe, Breite und Tiefe, sondern auch 
Simse, Modellierungen, Reliefs usw. Diese Mali 
mußten nun im entsprechenden Maßstab (meist 
übertragen werden, wobei zusätzlich eine 
Schwundmasse, d. i. der Zuschlag für den Verll 
beim Trocknen und Brennen des Tones, eingerl 
werden mußte. Die Modelle wurden meist in zv 
drei Teilen angefertigt und dann zusammenge 
Die runden Teile sind auf der Töpferscheibe frc 
gedreht, die anderen ,überschlagen' oder aus 
Formteilen entsprechend den Originalen 
zusammengebaut. Für die Glasuren mußten 
ieweils auch Proben gemacht werden, damit di- 
nach Möglichkeit den Glasuren auf den Origin 
öfen entsprechen. Bei den Renaissanceöfen 
wurden z. B. neben transparenten auch halb- 
deckende und deckende Glasuren verwendet. [ 
verschiedenen Reliefs, die auf den Originalen l 
Künstlerhand eigens geschaffen wurden (in Sal 
Florian waren es die Bildhauer Maderni und 
Sattler), mußten gesondert nachgebildet werde 
Für die größeren, reich verzierten Ofenrnodellr 
sind auf diese Weise bis zu 350 Arbeitsstunden 
aufgewendet worden; der Werdegang verläuft 
Grund- und Aufriß zu den Negativschnitten Llht 
Glasurpraben bis zu den fertigen Modellen." 
9 Louis-XVL-Ofen, weiß, Gesamthöhe 3,18 m, En 
Jahrhundert, Linzer Meister. Original im bischö 
Palais [ehemals Haus des Stiftes Kremsmünsti 
Frühstüzkszimmer des Bischofs. Ein in sehr 5 
Stücken gefertigter, iiberschlagener Ofen (Run 
mit getelltem, angebautem Unterbau, Oberbau. 
deckung und Aufsatzvase auf Metallgestell (d: 
gezogene Halzfüße). Die Verzierun en sind zui 
wahrscheinlich nachgearbeitete Ausarmlinge. U 
angebaut, von außen zu heizen, Modell im MOßSN 
10 Biedermelerofenmodell, weiß (Elfenbein). Hohe 
2,90 m, um 183D, Linzer Meister. Das Modell 
van dem Hafnerhauszeichen, Linz, Kaisergasse IC 
öfenfabrlk Karl Schadler), abgenommen. Das H: 
chen zeigt den Töpfer an der Arbeit, einen Al 
beim überschlagen eines Ofens. Nach der Gröf 
abgebildeten menschlichen Figuren wurde die rni 
llche Höhe des Ofens berechnet Sockel mit am 
tem Unterbau. Der Oberbau besteht aus fünf l 
mit einem Querstück und Aufsatzvase. lnteressa 
heiztechnischer Versuch [die Säulen als Heiz us 
gong) Von außen zu heizen. Modell im Ma str 
zur mutmaßlidten Größe hergestellt. 
Der os. Geburtstag des Schöpfers der Madellreil 
Gelegenheit, im Stodtmuseum Linz-Nordico in de 
naten Oktober und November diese serie zu o 
neren, zusätzlich sind neue keramische Arbeitet 
dlnand Strassers (Gefäße, Kacheln, Spiegelrc 
Anhänger) zu sehen gewesen. 
Literatur: 
Friedrich Schober, Die Linzer Hafner. Ein aeiirr 
Linzer Gewerbegeschlchte, Jahrbuch der Stadt 
1954, s. 133 n. 
Ferdinand Strasser, Die Sammlung von Ofenmc 
im Stadtmuseum Linz, Kunstiahrbuch der Stad 
m1, s. 108 n. 
Fritz Blürnel, Deutsche Ufen, München ms. 
Rosernarie Franz, Der Kachelofen, Forschun er 
Berichte des Kunsthistariscften Institutes der n 
tiiit Graz I, 1969. 
Linz von der Martinskirdte zinn Bruckner-Haus, x. 
12a, zur Ausstellung des Stadtrnuseums Linz im 
dica,1974, S. 53 ff. 
gfenmadelle und Keramiken von Ferdinand Str
	        

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