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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 150)

in wenigen erhaltenen Beispielen der Innen- 
ektur des Jugendstils gehört die Gülden- 
ier im Rathaus zu Bremen, die im Jahre 
nach den Entwürfen von Heinrich Vogeler 
zführt wurde. Doch ist dieser Raum so gut 
Jnbekannt geblieben und von der inter- 
nalen Forschung, die sich seit einigen Jah- 
lem Jugendstil zuwendet und in ihm eine 
intscheidenden Wurzeln für die Kultur der 
nwart erkannt hat, bisher übergangen wor- 
ln den Darstellungen von Ahlers-Hester- 
, Schmalenbach, Michalski, Pevsner, Len- 
und Tschiudi-Madsen taucht der Name Va- 
überhaupt nicht auf. 
nen 1952 erschienenen Lebenserinnerungen 
bt der Künstler über die ihm vom Senat der 
Bremen anvertraute Aufgabe: „Der Senat 
tansestadt hatte beschlossen, die Ausstat- 
der alten Güldenkammer im Rathaus von 
xusführen zu lassen. Die Güldenkammer 
1 
war ein ziemlich großer Raum, der sich innen 
van der vorderen Giebelfront in den großen 
Ratssaal hineinbaute. An der Außenseite des 
Raumes, dem Saale zu, führte eine Wendel- 
treppe in einen oberen Raum. Das Ganze trug 
eine äußerst reiche Schnitzerei von Lüder von 
Bentheim aus dem 17. Jahrhundert aus tief- 
schwarz nachgedunkeltem Eichenholz. Der Innen- 
raium war seit Menschengedenken kahl und nur 
mit ein paar Stühlen und einem verbrauchten 
Tisch ausgestattet. Ich stattete die Güldenkamrner 
so aus, daß der reichgeschnitzte äußere Rahmen 
beim Öffnen der schweren geschnitzten dunklen 
Eichentür einen warmen heiteren Gegensatz fand 
in der Farbigkeit glattpolierter Hölzer, deren 
Vertäfelung wenig profiliert war, aufgeteilt durch 
Pilaster, die Rundbagen trugen aus kaukasischem 
Nußbaumholz, mit hellem Birken- und schwar- 
zem Ebenholz eingelegt. Die Kapitelle der fla- 
chen Pilaster ließ ich aus vergoldeter Bronze 
flach plastisch ausführen. Alle Dekorationsma 
entwarf ich in den Farmen phantastischer Re 
mit wogendem Gefieder, so auch die aus A 
sing getriebenen Beleuchtungskörper. Der ol: 
Teil der Wände über der Paneelierung wurde 
einer reichen Ledertapete nach meinem Entv 
bedeckt." 
Eine Reihe von Vorzeichnungen und direl 
Vorlagen für die Handwerker befindet sich 
Besitz der Kunsthalle Bremen und ermögl 
Vergleiche zwischen Entwurf und AUSfÜltFL 
Es handelt sich um "I3 Zeichnungen für Kapite 
17 Vorlagen für die lntarsien der Wandtöfeli 
eine Zeichnung für die Vogelarnamentfarm 
Türgriffs, eine für den Kaminaufsatz, eine für 
Rosenornamentik der Ventilatorumrahmung, z 
Zeichnungen für einen Ornamentfuß und ei 
Wappenentwurf für die Stuhllehnen, also ins 
samt 36 Zeichnungen. Der Farbakkard die 
Blätter besteht aus Rotbraun, Gelb und Schwi
	        

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