MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 151)

 
dann die Verfasserin des Flarentiner Katalogs 
von 1968 die gleiche Identifizierung abgeschrie- 
ben, wobei ein auch nur flüchtiger Blick auf die 
dortige, insgesamt 26 Nummern (l) umfassende 
„Nautilus"-Gruppe sie eines Besseren hatte be- 
lehren können". 
In Wirklichkeit handelt es sich um eine der ver- 
schiedenen Varietöten der Art „Dalium galea", 
die besonders im Mittelmeer heimisch ist - auch 
diese Muschel ein obiigates Schaustück für jede 
halbwegs dekorativ aufgestellte Muschelsamm- 
lung. Kennzeichnend für „D0iium" ist die in 
wenigen Spiralen stark sich erweiternde Schale 
mit gleichmäßiger Löngsprofilierung. Die der 
Otfnung parallel laufenden leichten Einkerbun- 
gen sind Wachstumsunterbrechungen. 
Über das von dieser und anderen Großrnuscheln 
erreichbare Lebensalter fehlen bis heute den 
Malakalagen halbwegs gesicherte Daten. Sicher 
ist nur, daß einige Giganten unter ihnen doch 
recht alt werden müssen, wie etwa „Tridacna 
gigas" und „Triton nodifer". Man könnte even- 
tuelle Rückschlüsse aus dem erreichten Gewicht 
der Schale und dem Mineraigehalt des Meer- 
wassers errechnen e aber rnan kennt nicht ein- 
mal die zur Kiemenatmung notwendige stündliche 
Wassermenge... 
Die mit spötgatischen Ornamenten gezierte Fas- 
sung auf Sechspaßfuß ist nach Prof. Rassachers 
Arbeit Werk aus einer Salzburger Werkstatt des 
l6. Jahrhunderts. Soweit mir bekannt, handelt 
es sich um ein Unikum, nachdem aus anderen 
 
JTILUS GLATT _ 
„Nculilus"-Becher in Geslull eines Hcihnes. 
Wien, Kunslhislorisches Museum. 
„Nuulilus"-Kcnne in Gesfall des Phönix. Mün- 
chen, Schatzkammer der Residenz. 
,Nou1ilus"-Pokal rnil auf eselzlem Schmuck. 
Wien, Kunsthistorisches useum. b 
„Nauliluf-Becher mit kleinem Nepiun. Wien, 
Kunslhislorisches Museiini. _ 
„Nouiiluf-Becher auf Filigranfuß. Wien, Kunsl- 
hislorisches Museum. 
Anmerkungen 27-30 
7' Zur Problemalik des europäischen Granul-Almcindin siehe: 
Angela Lipinsky, Oro, argenlo, gemme, smcilli - Tecnolo- 
gia delle arti dcille origini alla fine del medicevo. Firen- 
ze 1975, Casu Edifrice Leo S. Olschki; S. 305: Excursus: 
ll Carbonchio. 
7' Piucenti-Aschengreen, op. cil, S. 17 und 170, Kot-Nr. 
746, Tafel 28. Die Auforin weisf das koslbure Slück einem 
in Rollerdam im 16. Johrhunderl löiigen Meisler zu. Für 
 „NauvilusWSchale Hayward, op. ciL, S. 398 und Abb. 
7' Ccimeran, op. cih, S. 21, Farbbild lll. 
w Rossucher, 1966, S. 130, Kuh-Nr. 33, Furhlfl 13; derselbe, 
2761755. 58, Kuh-Nr. 31, Abb. 7-, Piacenli-Aschengreen, 
. 6. 
11
	        

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