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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 152)

Tusche ausgeführt sind, handelt es sich bei der 
Fassade um eine aualitätvalle Bleistiftzeichnung 
von geübter Hand. Vergleiche mit eigenhöndigen 
Zeichnungen machen wahrscheinlich, daß auch 
dieses Blatt von Karnhausel selbst stammt, wobei 
es zur Einreichung bei der Baubehörde vom ver- 
antwortlichen Bauführer unterzeichnet werden 
mußte. Anhand der Fotografie läßt sich nachwei- 
sen, da die Fassade - so man von der späteren 
Vergrößerung der Erdgeschaßfenster und der 
fehlenden Figurengruppe auf der Attika absieht 
- weitgehend plangetreu ausgeführt wurde. Ver- 
schiedene Abweichungen sind am Fugennetz des 
Sockels, am Risalit, den Kapitellen des Palladiu- 
Fensters und dem Rankenwerk über den Statuen- 
nischen festzustellen. An dessen Stelle erscheinen 
im Riß noch Maskerans, die in ebendieser durch- 
aus nicht allgemeinen verbreiteten Ausführung 
bereits von Kornhäusels 1812 entstandenem Haus 
des Grafen Esterhazy in Baden bekannt sind 
(Abb. H). Sie liefern damit einen weiteren Hin- 
weis auf den Urheber, der sich auch durch sehr 
ähnliche Gestaltungsprinzipien des Risalits zu 
erkennen gibt. 
Auch in Baden, wo die ursprüngliche Anordnung 
heute durch Doppelfenster ersetzt ist, erfährt die 
Mittelachse rnit dem Palladio-Motiv keine weitere 
Auszeichnung mehr, sondern sitzt in der unge- 
gliederten nackten Wand". Die starke Betonung 
der beiden Seiten schafft damit den Ausgleich 
innerhalb des Risalits. Derselbe Gestaltungsvor- 
gang ist auch am Schüttel-Lusthaus festzustellen, 
dessen Erdgeschoßzone innerhalb der zentralen 
Achse anstelle des Fugennetzes nur Horizontal- 
nutung aufweist. Zusätzlich wird noch der füi 
Palladio-Fenster ausgesparte flache Rücksp 
der Wand herabgezogen. Das im gesai 
Schaffen Kornhöusels anzutreffende unge 
sensibel gesetzte „Ausgleichsprinzip" lüßt 
hier in seiner Anwendung schrittweise verfolg 
Der eingereichte Fassadenplan schafft mit si 
durchgehenden Nutung des Risalitsockels vo 
nur das Gleichgewicht in bezug auf die Ges 
fassade, während erst das ausgeführte Baw 
den Gleichklang aller Teile zeigt. Durch das l 
stradengesims, welches in der Ausführuni 
gleichbleibender Höhe über die Attika des 
telteils hinweggeht, der auf der Zeichnung 
ungegliedert die Balustrade überragt, wirkt 
der gesamte Risalit iedach einheitlicher al 
Baden, wo die Seitenteile gegenüber der t 
 
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