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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 152)

Geburt Christi. Russisch, Schule von Nowg 
"I6. Jahrhundert. Ikone, Holz, Tempera, B 
Staatliche Museen, Preußischer Kulturbesitz 
Symeon Metaphrastes, Menologion für 
Monat Oktober - aus einer lWöifbäHl 
Sammlung von Heiligenviten. Byzantlnisch, 
te Hälfte des 11. Jahrhunderts, Pergamentl 
schritt. Die Illustration zeigt die Tageshe 
des Oktober. Wien, Österreichische Nali 
bibliothek 
Pantokrator - der allesbeherrsctiende Chi 
das strenge und verbindliche Bild Christi. 
griechisch, gegen 1600, Ikone, Holz, Ten 
und Gold. Kölliken (Schweiz), Sammlung An 
Als Konstantin der Große das Christentum von 
Verfolgungen betreite, beabsichtigte er die 
Gleichstellung dieser Religion mit den vielen 
anderen im Römischen Reich vertretenen. Sobald 
er iedach durch eine Reihe von einzelnen Akten 
zu erkennen gab, daß er das Christentum an die 
Stelle des römischen Kaiserkultes setzen wolle, 
wies er der weiteren Entwicklung den Weg, die 
in der Erklärung des Christentums zur Staats- 
religion durch Theodosius den Großen ihr Ziel 
erreichte. Theodosius aber perfektianierte durch 
seine Reichsteilung eine kulturelle Trennung in- 
nerhalb des Römischen Reiches, die seit Jahrhun- 
derten bestand, nun iedoch von staatspolitischer 
Geltung werden sollte: die Trennung zwischen 
dem lateinischen Westen und dem griechischen 
Osten. Kaum ein Jahrhundert nach der Regierung 
Theodasius' ging der lateinische Westen an die 
Germanen verloren, das Kaisertum verschwand, 
und erst Jahrhunderte später kannte wenigstens 
formal eine kaiserliche Einheit in einem Teil 
dieses Gebietes wiederhergestellt werden. Der 
Osten aber blieb eine Einheit, und Konstantins 
Tradition erhielt sich dort bis in das 15. Jahr- 
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hundert. Konstantin ließ sich mit der Bezeichnung 
„Apostelgleicher" begraben und drückte dadurch 
die Stellung des Kaisers zur Kirche aus, die 
über tausend Jahre hinweg im östlichen Bereich 
des Christentums aufrecht blieb. So kam es dort 
nie zu einem Papst-Kaiser-Konflikt, nie aber auch 
zur Einsetzung eines geistlichen Oberhauptes 
über die ganze Kirche. Ihr Oberhaupt waren der 
Kaiser und die von ihm einberufene Synode. 
Diese staats- und kirchenpolitische Einrichtung 
stellt die erste große Unterscheidung zwischen 
den Kirchen des Ostens und der des Westens 
dar. Hierin war der Konflikt zwischen beiden 
Teilen in späterer Zeit begründet, der schließ- 
lich im H. Jahrhundert in der gegenseitigen 
Verdummung gipfelte. Da die Stellung des öst- 
lichen Kaisers wie auch die Rechtseinrichtungen 
im Staate in ungebrochener Tradition nach den 
von Konstantin, Theodosius und Justinian gege- 
benen Ordnungen weitergeführt wurden, war 
auch in den übrigen Gebieten der Kultur die 
Tradition zu dem spätantiken Ausgangspunkt 
wesentlich stärker, als es im Westen durch stän- 
dige Veränderungen, Neuerungen und Wieder- 
4 Doppeltufel Christus und Maria von Szene 
dem zugehörigen Festzyklus umgeben. By 
frühes 13. Ja rhundert, Siealitsfeinschneiw 
bei}, Berlin, Sbcwtliche Museen, Preußischen 
lurbesiiz 
5 Thronender Christus. Byzanz, 10. bis 11. 
hundert, Elfenbeinskulpfur, London, Victorix 
Albert Museum
	        
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