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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 153)

ilf Kultzen 
ne „Bergung des 
. Nepomuk" 
in Francesco Monti. 
1erkungen 1-6 (Anm. 7-12 s. S. 11) 
Künstle, lkonagrap "e der Heiligen, ll, Freiburg i. Br., 
26, S. 35011; Bibl eca Sanctorum (lstituta Glo- 
nni XXlll della Pantificia Universita Lateranense) Rom, 
J. 847-855. 
ltalog der Ausstellung „Johannes von Nepomuk", 
Jnchen, Stadtmuseum W71, S. 49 ff. und S. 171, Nr. 9B. 
ehe bei H. Voss, Die Malerei des Barock in Rom, 
rlin 1924, S. 257 (P. da Cortona, Madonna mit Kind 
d nein en, Ccirtona, s. Agostino); s. aos (Cali- 
ierardl, hronende Madonna mit Heiligen, Rom, Gal- 
'ia Corsinil; S. 338 (Carlo Maratta, Madonna mit den 
eiligen Karl und lQTlGltlIS, Rom, S. Maria in Valicella) - 
i nur ein paar Beispiele zu nennen. 
nella Pergola, Golleria Borghese. I Dipinti. l, Rom 
55, S. 87, Nr. 155; Seb. Conca, Lo Vergine col Bam- 
10 e s. Giovanni Nepamuceno, lnv.-Nr. sso, ol ein 
inwand, 103x69 cm. um erworben; ursprünglich 
xratta zugeschrieben). Nachgestochen van Gottlieb 
tISS im Auftrag des Kardinals Corsini, Nepoten cle- 
ine Xll., Protettore des Collegio Germanico e Ungari- 
, mit der Inschrift: „Conclusiones Juris Pontifici - 
lno 1735, Mense Octobris, Die 4 Haris '22". 
dem genannten Altarbild G. B. Tiepolos siehe bei 
Morassi, A complete catalague of nie paintings of 
B. Tiepolo, London 1962, S, 57, Abb. 104, Zu dem 
ernalde Marons siehe im Katalog der Ausstellung 
Isterreichische Künstler und Rom vom Barock zur 
zession", Wien 1972, s. 172, Nr. 239. 
ls Altarbild van lgnaz Stern ist beschrieben bei F. 
ti, Descrizione delle itture, sculture e architetture 
aoste al pubblica in lgoma, Roma 1763, s. 25, das 
äterhin von seinem Ursprungsort entfernte Gemälde 
irde kürzlich von der Galleria Nazionale d'Arte An- 
a in Rom erworben und wird demnächst von Eduard 
farik veröffentlicht werden. - HiHIIJWEtSEH ist außer- 
m DUf die Gemälde mit Darstellungen der Person 
s Helli en von Giuseppe Maria Crespi in der Pinako- 
zk zu Bologna (lnv.-Nr. 411) und von Giov. Battista 
lzzetta in den Uffizien (Brustbild; lnv.-Nr. 842711890; 
chgestachen von Nicolous Cavalli) sowie auf die 
sstottung der dem hl. Nepomuk gewidmeten Kapelle 
S, Lorenzo in Lucino (2. von links; hier auf dem 
tar die Statue des Heiligen van einem unbekannten 
nstler des 18. Jahrhunderts, rechte Wandseite; Der 
iilige liegt ertrunken arn uier der MOldaU, 19. Jahr- 
ndert; linke Wandseite: Getangennohme des Heiligen, 
onym, 18. Jahrhundert; Foto: GFN E 20 416), schließlich 
f das Gemälde in der ersten Kapelle rechts in S. 
xria delli Fornaci sowie auf die Zeichnung von Seb. 
:ci im Louvre, Nr. 19130, eine Bergung des Leich- 
ms des hl. Nepomuk darstellend. 
  
Francesco Monti, „Bergung des hl. Nepomuk". 
UllLeinwond, 55 x 111 cm 
 
Wenn die Gestalt des böhmischen Heiligen 
Johann von Nepomuk im heutigen ltalien nur 
noch relativ selten in Erscheinung tritt, so steht 
diese Tatsache in deutlichem Gegensatz zu der 
verbreiteten Verehrung, die dem Patron des 
Beichtgeheimnisses nach seiner Heiligsprechung 
in S. Giovanni in Laterano am 19. März 1729 
durch Papst Benedikt Xlll. vor allem in Rom, der 
Lombardei und im Veneto zunächst zuteil wur- 
del. Während allerdings in Süddeutschland und 
den österreichischen Landen Altarbild und Fres- 
ko über verbindliche ikonographische Typen für 
die Schilderung von Ereignissen aus dem Le- 
ben des Heiligen vor allem aufgrund der 31 
Kupfersticl-le Johann Andreas Pfeffels (gest. 1750) 
verfügten, die in der lateinischen und deutschen 
Vita des Johann von Nepomuk von Johann 
Balbin (Augsburg 1724-1725) erschienen wa- 
reni, orientierte man sich in ltalien anlößlich 
der bildlichen Verehrung des Heiligen über- 
wiegend an ienen vornehmlich in Rom zu ka- 
nonischer Gültigkeit gelangten Darstellungen der 
Madonnenanbetung durch die großen Heiligen 
der Gegenreformation wie lgnatius, Karl Borro- 
mäus oder Filippo Nerif. Dies gilt zunächst für 
das wohl anlößlich der Kanonisation für den 
Lateran in Auftrag gegebene, heute offenbar 
nur noch durch ein Bozzetto in der Galleria 
Borghese überlieferte Altarbild von Sebastiano 
Conca mit einer Verehrung der Madonna durch 
Johann von Nepomuki Dem von Sebastiano 
Conca verwendeten Kompositionsschema schlie- 
ßen sich sowohl das nach 1753 entstandene 
Altarbild von Giambattista Tiepolo in S. Polo in 
Venedig an, auf dem die Madonna dem hl. 
Nepomuk erscheint, als auch das im Frühiahr 
1782 fertiggestellte Gemälde von Anton von 
Maron für die Nepomukkapelle in S. Maria 
dell'Anima in Roms. Desgleichen gehören das 
von Ignaz Stern (gest. 1748) für S. Maria in 
Campo Santo im Vatikan geschaffene Altarbild 
der Verehrung der in Wolken erschei- 
nenden Gestalt der Kirche durch den am Boden 
knieenden Heiligen sowie das in der Chiesa 
della Misericordia in Turin erhaltene Gemälde 
mit dem Titel La Vergine Addolorata e S. Gio- 
vanni Nepomuceno von Claudia Beaumont (gest. 
1766) in diesen Zusammenhangf. 
Nur selten stößt man in ltalien dagegen auf 
die für das Martyrium des heiligen Nepomuk 
spezifische Darstellung des Brückensturzes. Je- 
denfalls scheint Agostino Masuccis Behandlung 
dieses Gegenstandes - anläßlich der Ausstat- 
tung der Lateranbasilika zur Feier der Heilia 
sprechung zusammen mit anderen Szenen ausge- 
führt und später zur weiteren Verwendung nach 
Prag geschickt - in ltalien selbst nur gelegent- 
liche Nachfolge gefunden zu haben1. Eher eine 
Ausnahme bildet denn auch das fürs Oratorio 
del Crocefisso in S. Polo in Venedig im Jahre 
1747 entstandene Gemälde von Giandomenico 
Tiepolo, wo der steinewerfende Henker auf der 
Brücke mit Recht vielmehr an eine Stephanus- 
darstellung hat denken lassene. ln ltalien völlig 
vereinzelt erscheint ebenfalls die Darstellung des 
auf den Fluten der Moldau dahintreibenden 
Heiligen in Gestalt des als Grisaille ausgeführten 
Freskos von Francesco Monti_in S. Maria della 
Pace in Brescia". Dieses bedeckt hier in der 
zweiten Kapelle links die Wand rechts neben 
dem großformatigen Altarbild von Pompeo Ba- 
toni mit dem hl. Johann von Nepomuk vor der 
Madonna, und zwar im Pendant zu der gleich- 
falls von Francesco Monti als Grisaillefresko 
auf der gegenüberliegenden Wandseite ausge- 
führten, in ltalien nicht weniger seltenen Dar- 
stellung des in Ketten gelegten Nepomuk vor 
König Wenzel IVÄ". 
Der thematische Zusammenhang dieser beiden 
Fresken mit dem wohl in der ersten Hälfte der 
vierziger Jahre entstandenen Altarbild Batonis 
ist zwar ohne weiteres ersichtlich, er scheint dem 
gegenwärtigen Betrachter iedoch nicht mehr 
ohne weiteres geläufig zu sein. Tatsächlich wur- 
den nämlich die beiden genannten Freskodar- 
stellungen von der neuesten italienischen For- 
schung gelegentlich mit Ereignissen aus dem 
Leben des hl. Filippo Neri in Verbindung ge- 
bracht". Ein Grund dafür ergibt sich womöglich 
aus der Tatsache, daß sich Batanis Gemälde 
kompositionell an die durch Sebastiano Conca 
begründete Bildtradition anschließt, die ihrer- 
seits auf die den römischen Heiligen der Gegen- 
reformation geweihten Altäre zurückweist. Es 
kommt hinzu, daß die Ausstattung der unserem 
Altar gegenüberliegenden Kapelle in S. Maria 
della Pace ebenfalls dem hl. Filippo Neri ge- 
widmet ist", Andererseits scheint gerade im 
18. Jahrhundert auch dem hl. Johann von Nepo- 
muk in Brescia eine besondere Verehrung ent-
	        

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