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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 154 und 155)

m, Münsier, Gqundriß des Wesifurmes mii 
mcgung der Elsenelnlcgen. Ulm, Münster- 
wuaml 
m, Münster, Grundriß des Wesnurmes mit 
1er Sonderlösung für den Turmbau ansielle 
ws Oktogons. London, Victoriu und Alben 
useum 
m, Münsier, Linke Hälfie des Aufrisses eines 
lorpolygons. Ulm, Smdlarchiv 
Im, Münster, Gewölbte Orgelempore einer 
ähgchiffigen Halle - Varianie 'l. Ulm, Studi- 
' uv 
lrn, Münster, Gawölbleß Orgelempore einer 
glfdulffigen Halle - Variante 2. Ulm, Stadi- 
' IV 
etührten Wölbung der Martins- (später Lau- 
us-)kapelle des Straßburger Münsters, den 
anderer Meister in Wien zweimal kopiert 
(Katalog Nr. 7R und 268). Der Zeichner 
er Wiener Risse ist zwar nicht dem Namen, 
I aber dem Zeichenstil nach bekannt. Es ist 
,Zeichner 1468" - so benannt nach dem 1468 
arten Riß Nr. 263, der besonders klar dessen 
dschrift zeigt. 
Straßburg-Wiener Gewölbeplan bildete die 
age für die beiden Charanlagen von Dalni 
Eiste (1488) und Horni Dvofistä (1511). Die 
erung der Anlage von Dolni Dvotiste (1488) 
erkennen, daß der Straßburger Münsterbau- 
ter Hans Schwarz hier eine ältere Wiener 
age des Zeichners 1468 später planbearbei- 
hat. Ob Schwarz seine Ausbildung an der 
e des Stephansdomes erhielt, ist allerdings 
t nachweisbar. 
Ulmer Stadtarchiv liegen außerdem noch 
i - bisher völlig unbeachtete - Emporenrisse 
prachtvollen Kurvaturengewölben, deren Fi- 
itianen leicht variiert sind (Katalog Nr. 40 
41). An den beiden virtuos gezeichneten 
en fällt auf, daß nicht nur das Gewölbesy- 
I, sondern auch die Stützenstellung einer 
dreisdwiffigen Hallenkirdne zu variieren versucht 
wurde, und zwar sowohl bei der Schiff- als auch 
der Jochteilung. Es muß sich also um eine - 
nach der Gewölbeform um 1500 zu datierende - 
Hallenanlage gehandelt haben, bei der wohl 
schon die Umfassungswände, nidwt hingegen - 
zumindest in den Westiochen - die Sdiiffspfeiler 
festgelegt waren. 
Daß man einer, wenn auch sehr reichen, Empore 
zuliebe das Stützsystem variiert, muB auf eine 
außergewöhnliche Bedeutung dieser Empore 
schließen lassen. In Ulm selbst und im weiteren 
Umkreis der Stadt gibt es keine ähnlidie Hallen- 
anlage. Da der Riß aber um 1500 anzusetzen ist, 
also zu einer Zeit, in der der Baumeister von St. 
Ulrich und Afra zu Augsburg, Burkhard Engel- 
berg, mit einer großen Anzahl Augsburger Stein- 
metzen in Ulm weilte, um den Ulmer Münster- 
turm zu unterfangen, der schwere Bauschäden 
aufwies, läßt zumindest daran denken, daß diese 
Risse für ein Bauwerk in Augsburg bestimmt wa- 
ren. Genau zu derselben Zeit (nach 1502) erbaute 
Burkhardts Sohn Hans Engelberg aber die Stifts- 
kirdie zum hl. Kreuz in Augsburg, in der eine 
prachtvolle Empore für Kaiser Maximilian ge- 
plant war, der häufig im HL-Kreuz-Stitt wohnte. 
Diese Empore wurde später allerdings in ver- 
einfachten Formen ausgebaut - wohl weil das 
Geld wie bei zahlreichen anderen zu groß kon- 
zipierten Plänen dieses Kaisers ausging - und 
wie die Kirche 1944 fast völlig durch Bomben 
zerstört. In Augsburg selbst, das um 1500 Ulm 
in künstlerischer Hinsidit überholt und am Ende 
in den Schatten stellt, sind keine gotisdten Plan- 
risse erhalten geblieben, wohl aber in Ulm, wo 
außerdem noch ein Portalriß (Katalog Nr. 39) 
erhalten blieb, der mit seiner reich kurvierten 
Stabwerksbekrönung in Augsburg zahlreidie 
Analogien besitzt. 
Eine genauere Analyse der Ulmer Planrisse ver- 
mag also nicht nur wesentlidte Aufschlüsse über 
die Baugeschidwte des Ulmer Münsters, sondern 
auch zahlreicher anderer Bauten oft weit ent- 
fernter Orte zu geben. 
[l Anschrift des Autars: . 
O. Prof. Dn-lng. H. Koept 
Oberbourat a. D., Vorstand des 
Instituts für Baukunst und Bauaufnahmen 
Technische Universität Wien 
Karlsplatz 13 
A-1U4O Wien 
21
	        

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