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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 154 und 155)

dstil verdankt, gemalt ist, korrespondiert 
aere Teil, der zum Kontrast eckige Formen 
tllt. 
einer künstlerisch futuristisch-formistischen 
ngenheiV übernahm Chwistek die Prädilek- 
zur rhythmischen Wiederholung eines 
nts im Bild, nur mit dem Unterschied, daß 
1 futuristischen Bildern der Rhythmus der 
hen Formen der Dynamisierung der Kom- 
an diente, im Strefismus dagegen mehr 
uktiv-dekorativen Charakter hat. Vom Ku- 
s und Formismus übernahm Chwistek zwei- 
die Tendenz zur Vereinfachung der Form, 
' zu einfachen geometrisierenden Formen 
Fortlassung unwesentlicher Details brachte. 
t kam auch die Gruppierung der verein- 
n Farmen und deren Überbauung unter 
ht auf die Korrektheit der Raumdarstellung. 
ntere Teil „Des Segelboots" (um 1922), der 
)1lZ6l'1 stürmischen Seewellen, welche den 
n des Bootes ähneln, darstellt, geht all- 
:h über die mittlere Gestalt des Segels in 
ereckigen Formen der Architektur im obe- 
ldteil über. Aber auch die Architektur im 
grund teilt sich in verschiedene Formen- 
. Rechts haben wir die großen länglichen 
titz zulaufenden, links dagegen die kleinen, 
rförmig aufgebauten architektonischen Ge- 
i. In der Mitte des Bildes, hinter dem Oval 
zbogenen Segels, findet sich die Zone der 
n, kugelförmigen Baumsilhouetten. 
lbBF für den frühen Strefismus typischste 
st „Das Festessen" (um 1923-1925). Es ist 
le Beschreibung des Bildes von Chwistek 
erhalten, die nicht nur die Charakteristika 
Malerei dieser Periode betont, sondern 
zeigt, wie Chwistek seinen Strefismus be- 
 
1 
S. l. Witkiewicz (Witkocy), Bildnis von Leon 
Chwistek 1924, Museum der Jagellonischen Uni- 
versität, Krakau 
L. Chwistek, Bildnis der Schauspielerin lza Kaz- 
lowska, 1922-1925, Museum in Torun [Tharn] 
L. Chwistek, Segelboot [See], 1922, National- 
museum, Krakau 
v,  2 
trachtete; „Das Bildzentrum besteht aus kugeli- 
gen Vasen, die auf einem ovalen Tisch stehen. 
Das horizontale Oval tritt in den Schüsseln, Tel- 
lern und in den Farmen der links sitzenden Frau 
auf. Das Motiv der Kugel wiederholt sich in 
den Früchten und beim Kopf des Mannes, der 
in der Mitte im Vordergrund sitzt. Oben geht 
die Kugel in schwankende Blumen über und 
formt sich schließlich in die vertikalen Ovale der 
Böume im Hintergrund des Bildes um. Die Böume 
werden auf der rechten Seite länger, das musi- 
kalische Crescendo imitierend, und werden zu 
Fichtenpyramiden. Die Pyramide trifft auf der 
rechten Seite als Tortenpyramide auf und wird 
dann im Vordergrund in der Gestalt eines Kü- 
cheniungen wiederholt, genauso wie im unteren 
Teil des Körpers des Dieners, in den Zähnen der 
Tischdecke, im unteren Teil des Gastes im Var- 
dergrund. Auf der linken Seite wird sie zum 
rhombaidalen Sofa und verbindet sich endlich 
über die nicht ganz bestimmten Formen von Her- 
ren im Frack mit den breiten Ovalen der oberen 
Zone. Da die Vasen das Kompositionszentrum 
sein sollten, war ihre Größe entscheidend. Diese 
Größe wirkt desorientierend, indem sie bewirkt, 
daß der Zuschauer nicht die Gesellschaft be- 
merkt, die beim Tisch sitzt, und der Meinung 
ist, daß er ein Stilleben vor sich hat. Ich habe 
beobachtet, daß die Entdeckung der tatsächli- 
chen Situation positiv auf den Zuschauer wirkt 
und über den künstlerischen Eindruck entschei- 
det. Die Verteilung der Farbzonen ist von der 
naturalistischen Konvenienz unabhängigfgerät 
aber nie in Kollision zu ihr. Der helle Teil oben 
ist gelb bis zur Schüssel rechts. Der Tisch und 
die Böume links kaminrot. Das Kleid der Frau 
links ist unten zinnober. Die Vasen und die
	        

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