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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 154 und 155)

ster, der Logik der Veranstaltung nach, 
s die Rede. 
)derne abstrakte Skulptur wirklich be- 
ias führen die Initiatoren besser schon 
t die Naturform radikal bis an die Gren- 
Eitorm reduzierenden Kopf der „Schla- 
Muse" Brancusis (1910) und seinem ge- 
ler kleiderstönderhaften „Porträt Mada- 
R." (1914-1918) vor. Von einer anderen 
r, und kühner, entscheidender nach, kom- 
ie schon angeführt, die russischen Kon- 
sten. Bei Pevsner und Gaba, Romantikern 
ustriellen Zeitalters, wird technische Kon- 
n zu einem Traum von Schönheit. Vor- 
geleistet haben (oder als Begleiter fun- 
die kubistischen Bildhauer, die hier eben- 
iichlich vertreten sind (Archipenko, Du- 
Villon, Laurens, Lipschitz u. a.). Ein Werk, 
Jmprobleme der Konstruktivisten anpack- 
ap ehe diese es selber taten, ist Boccionis 
twidclung der Flasche im Raum" (Abbll). 
uste Rodin, Tarse d'homme (Männertorso), 
; Bronze: 110x60x4O cm 
zerto Boccioni, ll sviluppo della bottiglia 
a spazio (die Entwicklung der Flasche im 
n), 1912; Bronze: H. 38,1 cm 
ltext Abb. 25 s. S. 60) 
des 
Den an den Surrealismus angrenzenden Bereich 
regiert der geniale Giacometti mit der fetisch- 
haften „Löffelfrau" und dem aggressiven, schau- 
dernmachenden Zeichen für eine „Frau mit 
durchschnittener Kehle". Die, mit solchen Ema- 
nationen verglichen, spielerische Kunst von Gon- 
zales und gar die himmlisch leichte, heitere 
Calders kommen hinzu. Bei den geschmiedeten, 
in der Farm konzentrierten Bändern und Schlei- 
fen des Spaniers Chillida geht es „um Modula- 
tionen im Raum" (Abb. 22). Das alles hat seine 
Qualität, seinen inneren Reichtum. 
Die Problematik beginnt außerhalb des Museums- 
baus, mit des Amerikas Reineking formal an 
Reste von Laubsägearbeiten erinnerndem, eher 
kargem Gehege aus rostigen Stahlplatten, mit 
der kanaldeckelartigen „Kanstruktion" des Ka- 
nadiers Rabinowitch irgendwo im GraS, vor 
der man, hat man sie endlich gefunden, fas- 
sungslos steht. 
Wie schmeidnlerisd1 gepflegte Grünanlagen sich 
23 Richard Lon , Stane Cairn (Steinernes Hünen- 
grub), 1977; llbbenbürener Sandstein: Z 13,50 m, 
H ca. O,50.m 
24 Norbert Kricke, Raumplastik, „Große Münster", 
1977; Stahl, H: 11,20 m, L: 9 m, B: 6,45 rn 
 
 
zu abstrakter Kunst verhalten können, erwt 
sich noch an des Deutschen Kricke schmaler, ' 
ein Fakirseil aufgerichteter „Großer Münst 
(Abb. 23) im Schlaßpark, der als Ganzes ia 
kleines Paradies für neuere ungegenständlit 
Skulptur geworden ist. Dort werden unter an 
rem auch Di Teanos „Raumschiff", die entzvt 
geschnittenen Früchte bzw. Schalen von Fontc 
und Hermans und nicht zuletzt eine an s 
schöne, marmorne Fassung der „Unendlicl 
Schleife" von Bill ungemein vorteilhaft prös 
tiert. 
Richtig spaßhaft wird's in der Gegend des 
Stadt gehörenden Aasee, wo der Pop-artist Cl 
Oldenburg, kreuzfideler Bursche (aber 
ernster Miene), der er ist, drei riesengroße 
lardkugeln aufstellen ließ (Abb. 24}. Ursprüngl 
wollte er mit soldien Dingern die ganze St 
überschwemmen. Ein Arrangement mit Billard 
geln, sogar farbigen, hat er allerdings scl 
vor Jahren dem New Yorker Central Park 
immerwährender Aufstellung angehängt. 
geistige Anstrengung ist nicht groß. 
Moderne abstrakte Kunst geht auf Redukl 
aus. Dessen eingedenkt, ließ der junge Engl 
der Lang schwere Steine auf einer von 
umrissenen kreisrunden Fläche im Ufergelöi 
des Aasees einfach ausleeren und planiel 
„Stone Cairn" (Steinernes Hünengrab, Abb. 
nennt er das so entstandene Werk. Die Richtt 
heißt „Land-art", das die Landschaft markier 
de, moderne- „Zurück zur Natur" und zur N 
zeit. 
Einem Münsteraner Original, dem Prote: 
Landois, welcher den dortigen Tiergarten 
gründet und auch andere gute Werke ge 
hat, widmet der amerikanische Minimal-art- t 
Land-art-Mann Carl Andre 97 industriell I 
gestellte und im übrigen unbearbeitete kle 
Stahlplatten, die er in einer zum Wasser zeig 
den Reihe, wie Rabinowitch seinen Kanaldec 
einfach ins Gras legen ließ (Abb. 26). 
Die Künstler des „Proiekt"- (und das bedeutt 
Freilicht-)Teils der Ausstellung waren von 
Stadtverwaltung nach Münster eingeladen v 
den, zum Zweck des Studiums der lokalen 
dingungen. Donald Judd, der aus solchen 
lässen meist stählerne Kisten beisteuert l 
jüngst wieder zu der Linzer Ausstellung „Fot 
Metall") erwies sich in Münster geradezu als 
Gigant der Innovation, als ein sprudelnder G4 
indem er die Herstellung zweier Betonringe '
	        

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