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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 154 und 155)

Notizen 
 
Aachen - Neue GolerielSammlung Ludwig 
Anschließend an seine im Üsterreichischen Museum 
für angewandte Kunst gezeigte Ausstellung 
„Amerikanische Impressionen 77" war Hans Mayr 
mit der gleichen Schau hier vom 3. bis 29. Sep- 
tember 1977 zu Gast. Der derzeitige Präsident des 
Wiener Künstlerhauses, mit den Sdtwierigkeiten 
aller solchen Kunstinstitutionen überbürdet, hat eine 
Reise in die USA benützt, diese in 62 farbigen 
Fotografien zu kommentieren (s. S. B6 dieser Nr.). 
Vom 9. September bis 4. Oktober zeigte die Neue 
Galerie aus dem Planstudio Siepmann „Natur- 
strukturenWVideo-Stürke. Anhängig eine Ausstellung 
von Natur-Konserven und Fotografie des Planstudios 
Siepmann in der Galerie an der Neupforte. 
Basel - Galerie Orly 
Dina Larot, eine Wiener Malerin, die auch bei 
Oskar Kokoschka studierte, widmet sich vorwiegend 
der Aktzeichnung bzw. Aktmalerei. Um es genau 
zu sagen, die Künstlerin bevorzugt, wie bekannt ist, 
weibliche Modelle. Man kann sich nicht erinnern, 
bei ihr tatsächlich anderes gesehen zu haben als 
Zeichnungen und Akte, die den weiblichen Körper, 
eigenwillig erotisierend, zum Gegenstand haben. 
Fraglos die Gleichgeschlechtlichkeit erlaubt der 
Larot, ganz in das ur-feministische andere Ich 
einzudringen, ausdrucksstark bloBzulegen. In der 
Basler Galerie Orly zeigte sie eine Auswahl ihrer 
Werke vom 29. September bis 30. Oktober 1977 
(Abb. 1). 
Berlin - Sammlung Bröhan 
lm Rahmen der Fünfzehnten Europäischen Kunst- 
ausstellung „20er Jahre" - MalereilKunsthandwerk - 
war auch die Sammlung Bröhan zur Präsentation 
gelangt. 
Badenweiler - Galerie Krohn 
Wil Frenken, den im burgenländischen Breitenbrunn 
ansässigen Westfalen, zieht es von Zeit zu Zeit in 
die Bundesrepublik. Essen, Liegefeld, Bochum und 
ietzt Badenweiler waren so seine Stationen. Derzeit 
zeigt er seine Umgebungsdrucke und Drudctücher 
in der Galerie Dr. Luise Krohn. Frenken ist einer 
von denen, die Leute dazu bringen wollen, selbst 
etwas zu tun. Er geht von dem Umkreis seiner 
alltäglichen Welt aus. Hier stand die Ausstellung 
unter dem Motto „Die unbekannte Seite der 
bekannten Dinge" (17. September bis 31. Oktober 
1977). 
Budapest - Ungarisches Nationalmuseum 
Eine sehr knappe, sachliche Information kam aus 
Budapest an uns. Das Ungarische Nationalmuseum, 
1802 errichtet, feierte am 3. und 4. Oktober 1977 
seinen 175. Geburtstag. Der derzeitige General- 
direktor, Dr. Ferenc Fülep, gab dies bekannt, und 
wir beglückwünschen diese ungarische Kunst- 
institution mit reicher Tradition zu ihrem Anniversaire. 
Cleveland - Museum of Art 
„Fiberworks" betitelt sidi eine internationale 
Exhibition, die am 5. Oktober 1977 über Einladung 
des Cleveland Museum of Art eröffnet wurde. 
Diese Schau ist eine der stärksten Bemühungen, 
dieses Werksmedium der neueren Kunstszene hier 
bekannt zu machen. Sie will die Entwicklung der 
modernen Textilkunst, beginnend in den 50er 
Jahren, aufzeigen, die sich heute zu einer neuen 
Kunstform, einem frischen unabhängigen Konzept 
folgend, sowohl der Form wie auch dem Material 
nach entwidcelt hat. Führende Künstler dieser neuen 
Richtung, die Schau krönend: Sheila HickslFrank- 
reich, Magdalena AbramowiczlPolen, Luba Kreicil 
CSSR, Olga de AmarallCoIumbia und Claire Zeisler 
und Lenore Tawney aus den Vereinigten Staaten. 
Daß diese Bestrebungen im Bereiche der Raum- und 
Wandtextilien global vor sich gehen, ist daraus 
zu ersehen, daß fast zu gleicher Zeit im Oster- 
reichischen Museum für angewandte Kunst in Wien 
eine bedeutende europäische Textilkünstlerin, 
Magda E. Paszthy, mit neueren Werken in einer 
Ausstellung zu sehen ist. 
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Düsseldorf - Galerie Vömel 
Zwölf Künstler gratulierten Alex Vömel zu seinem 
B0. Geburtstag. Wie denn anders waren diese 
Glückwünsche in Form von Originalgraphiken in 
einer limitierten Auflage als Mappenwerk darge- 
bracht. Davon gab es genau 80 Exemplare. Die 
Freunde der Galerie bekamen zu diesem festlichen 
Anlaß einenimmerwährenden Kalender,in dem diese 
Glückwunschblätter abgebildet sind. Besonders 
notiert sind darin u. a. die Wiedereröffnung der 
Galeri Vömel nadi dreimaliger Ausbombung 
am 1. Jänner 1946. Weitere markante Daten des 
Jubilars, in Verbindung mit Kahnweiler, Paul Klee, 
Renee Sintenis, einer lebenslangen Freundschaft, 
1924 begonnen, scheinen auf. Auch eine Beschlag- 
nahmung von Bildern als „entartete Kunst" vom 
25. April 1941 ist vermerkt. 
Esslingen - Die Künstlergilde e. V. 
Übersicht über die Aktivitäten des Herbstes 1977 
bis zu Anfang des neuen Jahres 1978: Sollngen, 
Deutsches Klingenmuseum: Jahresausstellung der 
Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der Künstler- 
gilde (bis 9. Oktober 1977 zum 20iährigen Bestand). 
Reutlingen, Rathaus: Junge Künstler aus Schlesien 
(bis 16. Oktober 1977). - Bonn, Universitätsbiblio- 
thek: Alfred Kubin (11. Oktober bis 16. November 
1977). - Regensburg, Ostdeutsche Galerie: Aus- 
stellung der Künstlergilde, Lovis-Corinth-Preisträger 
1977 Hermann Teuber, Karlheinz Goedtke, Hans 
Krämer (19. November 1977 bis 8. Jänner 1978). 
In der Galerie der Stadt Esslingen am NeckarNilla 
Merkel sind vom 29. Juli bis 28. August I. J. im 
Kunstverein die Ausstellung „Leonor Fini und drei 
Freunde" sowie vom 23. Oktober bis 4. Dezember 
I. J. noch die 23. Jahresausstellung des Künstler- 
bundes Baden-Württemberg e. V. „Bilder und 
Plastiken" und das Jubiläum der 20-Jahr-Feier des 
Bestandes der Grafischen Sammlung der Stadt 
Esslingen am Neckar vom 9. Dezember 1977 bis 
29. Jänner 1978 zu sehen. 
Hamburg - Museum für Kunst und Gewerbe 
Ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis anläßlich 
des hundertiährigen Bestehens des Museums war 
der Festakt im Deutschen Schauspielhaus und die 
ansdiließende Eröffnung der Ausstellung „Barock- 
plastik in Norddeutschland". Von den prominenten 
Festrednern war u. a. Prof. Dr. Theodor Müller, 
München, zu hören. Die Ausstellung, die bis 
6. November dauerte, stand unter der Schirmherr- 
sdiaft des Bundespräsidenten Walter Scheel und 
unter dem Patronat von ICOM. 
Karlsruhe - Badisches Landesmuseum 
Zwei Bankinstitute der Stadt haben, einem 
weltweiten, guten und nützlichen Trend folgend, dem 
„Badischen" Kunstwerke gestiftet. Einen stattlichen 
Deckelpokal, 1859 entstanden ,Ehrengabe an den 
seinerzeitigen Direktor Eduard Devrient vom 
Personal des Karlsruher Hoftheaters aus Anlaß 
seines 40iährigen Schuspieleriubiläums, stiftete 
die Badische Bank Karlsruhe. 
Ein weiteres Kunstwerk, auf selbe Weise geschenkt, 
ist eine Pariser Cartell-Uhr, um 1780 entstanden. 
Solche Werke waren im französischen Rokoko und 
Frühklassizismus besonders geschätzt. Sie sind heute 
nur noch selten aufzufinden. Die Stiftung dieses 
Obiekts an das „Badische" ist der Badischen 
Beamtenbank Karlsruhe zu verdanken (Abb. 2). 
München - Adalbert-Stifter-Verein e. V. 
Einen Bildhauer der Jahrhundertwende, Franz 
Metzner, Altästerreictter, in der Nähe Pilsens 1870 
geboren, präsentiert man mit einer umfassenden 
Werkeauswahl im Museum Villa Stuck seit 22. Sep- 
tember 1977. Markante Stationen seines Lebens: 
Berlin, Wien, Prag und Leipzig. Franz Metzner, ein 
bedeutender Künstler, oftmals geehrt, war so weit 
geschätzt und anerkannt, daß unmittelbar nach 
seinem frühen Tode, 1919, im Jahre 1920 ein 
Metzner-Bund gegründet wurde. Bemerkenswert am 
künstlerischen Weg Metzners ist, daß er, vom Hand- 
werk herkommend, durch Können und ungestillten 
Schaffensdrang sich selber zu einer künstlerisch 
reifen Persönlichkeit formen konnte, die späterhin 
so etwas wie eine Symbolfigur bedeutete. Die Aus- 
stellung wird in weiterer Folge nach Kaiserslautern, 
Regensburg und Kaufbeuren-Neugablonz kommen, 
darnach vielleicht auch an eine seiner bedeutendsten 
Stätten, nach Wien, führen. 
Nachzutragen ist das 21. Kiinstlertreffen in Regens- 
burg, zu dem der Adalbert-Stifter-Verein Mündien 
für den 23. und 24. September 1977 geladen hatte. 
In der Münchner Neuen Sammlung fand nach einer 
Idee und der Gestaltung von Gottfried von 
Haeseler die Ausstellung „Empfinden - Wahr- 
nehmen - und Erkennen der Farbe" vom 7. Oktober 
bis 20. November I. J. statt. 
Nürnberg - Kunsthalle 
Mit einem reichen Rahmenprogramm, Werkstatt- 
gesprächen, Versteigerungen u. ä. war hier eine 
Selbstdarstellung der Nürnberger Künstlervereini- 
gung „Der Kreis" in einer Ausstellung zu sehen. Aus 
den Jahren 1947 bis 1977, also aus drei Dezennien, 
präsentierte man Werke der Künstler vom 17. Sep- 
tember bis 6. November 1977. 
Nostalgisch gab sich die Kunsthalle, als sie der 
weltberühmten dänischen Filmschauspielerin 
vergangener Tage Asta Nielsen eine Schau von 
Fotocollagen widmete, zu der Arne Krogh, der 
Direktor des Dänischen Filmmuseums, Kopenhagen, 
einführte (Abb. 3). 
OttawalWien - Galerie Ernst Hilger 
Eine Premiere stellt die im gemeinsamen Wirken 
der Galerie Hilger mit der kanadischen Botschaft 
zustande gekommene Sdiau „lnuit - Die Kunst der 
kanadischen Eskimo", dar. Dieses seltsame, außer- 
halb der Zivilisation lebende Volk präsentierte 
man mit Graphiken und Plastiken. Kunstwerke von 
selten naturnaher Ausdrucksstärke und stilistischer 
Prägnanz, auf einem wesensvereinfachenden 
Naturalismus basierend. Erwähnenswert vielleicht 
noch die völlig in sich geschlossene Entwicklung 
einer Kunst, die allein - bar ieder fremden Ein- 
flüsse - aus sich heraus ihre schlichte Formensprache 
gefunden hat (Abb. 4). 
Paris - Galerie Lucien Durand 
Ein interessanter Künstler der aktuellen Kunstszene, 
Michael Lechner, in Wien 1949 geboren, zeigte 
vom 13. Oktober bis 13. November 1977 unter dem 
Titel „dessins a la mine de plomb" eine Ausstellung. 
Schüler Prof. Carl Ungers an der Wiener Hochschule 
für angewandte Kunst, startete er 1973 mit Aus- 
stellungen in der verdienstvollen Galerie am Graben 
als einer der iüngeren der österreichischen Avant- 
gorde. Seither hat Lechner zahlreiche Preise 
erhalten und sich 1976 in Fontainebleau nahe Paris 
niedergelassen. Lechner bedient sich einer Zeichen- 
weise, die Peter Baum anläßlich des Rank-Xerox- 
Austria-Zeichenwettbewerbes 1975 unter „Strukturen 
symbolistischer Abstraktion" sowie der „dialektisch 
deutbaren Möglichkeiten einer stark abstrahierenden 
gleichnishaften Gegenständlichkeit" eingeordnet 
wissen wollte (Abb. 5). 
Regensburg - Ostdeutsche Galerie 
Am 23. September, anläBlich des 21. Künstler- 
treffens, wurden zwei Ausstellungen eröffnet: 
„Topographia" - Wenceslaus Hallar, 1607-1677, 
und „Photagraphia" - Werner Neumeister - Farb- 
fotos Böhmen und Möhren, Robert Hetz, Farbfotos 
München. Erstere Schau galt dem Zeichner des 
Barock, Wenceslaus Hollar, der aus dem Südböh- 
mischen stammt, laut Urzidil ein Meister der 
Selbstbescheidung, mit der er einem sittlidten 
Auftrag entspricht. Seiner Natur nach Kosmopolit, 
war er eine bekannte Erscheinung im Ausklang der 
Überlieferungen Dürerscher und Böhmisch- 
Rudolfinischer Renaissance. Die zweite Ausstellung 
galt zwei gebürtigen ostdeutschen Künstlern, 
Neumeister und Hetz, die interessanterweise beide 
vom Malen zur Fotografie hinüberwechselten. Im 
Dienste von Kunstverlagen und anderen Institutionen 
reisend, entstanden nebenher fotografische Zyklen 
von Ländern, Regionen und Städten, denen in ihrer
	        

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