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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 156)

ines (Secret-)Siegel Erzbischofs Pilgrim von Puch- 
m (1365-1396); an QU Stiftsa. St, Peter 1338-01 -21 an 
gamentstreifen hängend: rot gefärbtes Wachs in ria- 
iarberler Mulde. Dm. des Stempelabdrucks 34 mm; 
Shrift: SECRETWm) PILGRIMI AFiCHlEP(iscop)l 
_TZBVRGEN(sis). 
gel Erzbischofs Gregor Schenk von Ostenuitz 
96-1403); an OU Stiftsa. St. Peter 1401-05-27 an Per- 
nentstreifen hangend: rot gefarbtes Wachs in natur- 
Jener Mulde: Dm. des Stempelabdrucks 37 mm; In- 
ritt: + Sügillum) gregorii archiep(iscop)i salcebvr- 
l(sis). 
gel Erzbischots Eberhard (lll.) von Neuhaus 
03-1427); an OU HHStA Wien 1411-04-04 an Perga- 
ntstreifen hängend; rot gefärbtes Wachs in naturfar- 
ler Mulde; Dm. des Stempelabdrucks 44 mm; In- 
irift- sügillumieberhardi dei gr(ati)a ar(chi)ep(iscop)i 
:zb(u)r(gensls) a(postolice) s(edis) i(egati). 
gel Erzbischofs Eberhard (lV,) von Starhemberg 
27-1429); an OU Stadtptarrarchiv Hallein1428-11-O3 
Pergamentstreiien hängend: rot gefärbtes Wachs in 
urfarbener Mulde, Dm, des Stempelabdrucks 40 mrn: 
:hrift: s(igillum) eberhardl dei gr(ati)a archiep(iscop)i 
:zb(u)rg(e)n(si)s apostolice sedis legati. 
gel Erzbischofs Johann (ll.) von Reisberg 
291441); beschädigt. an OU Stiftsa. St. Peter 
0-02-01 an Pergamentstreifen hangend, rot gefärb- 
Wachs in naturfarbener Mulde. Dm. des Stempelab- 
cks 34 mm: Inschrift: siigillum) idhannis dei gr(ati)a 
h1ep(iscop)isalczburg(e)ns(sis)apostolice sedis (le- 
i). 
iiies Siegel Erzbischofs Sigmund (l.) von Volkensdorf 
32-1461). an OU Stiftsa. St. Peter 1458-01-30 an 
lfschnur hangend, rot gefärbtes Wachs in naturfar- 
ler Mulde, Dm. des Stempelabdrucks 82mm; In- 
riit- sigillum sigismundi dei gracia sancte salczbur- 
lsls eccl(esi)e archiep(iscop)i apostolice sedis legati. 
rkungen 33-55 
en Beck H1 seiner Besprechung derSallburgerspafgotikaus- 
ing V07! 197a in- PaMhEOrLSS, 1977, 990423, niei s. a3 
n, Fiegesten. wie Anm 25, Tafeln lri Band Hll 
ts im a Jahrhundert werden ecathedrae velatae- erwahnt. 
Eduard Stommel. Die bischofliche Kathedra im christlichen 
um. in. MunchrierTheolcgische Zeitschrift. 3. 1952. s. 17-92, 
; 191. 
135 Michels Segensgestus oder Hoheitsgeslus7, Ein Beitrag 
ririsilienen ikendgrapnie. IHI Festschrift iui Aldis Thomas. 
1997, s 277-293 und Abb 54-59 (Wiederabdruck in. Sar- 
a. Gesammelte senrinen vdn Thomas Michels osß. hrsg von 
eri larok und Ansgar Paus, Munster 1972. s. 232-239). 
ieuie kaum mehr anzutreffen isLZum Verstandnis des Begrif- 
Segeni- etwa Flomano Guardinl. VOn heiligen Zeichen. Mainz 
3 s, 45-47. 
ir Nikolaus Schumacher. Dominus legem dat, in. Rdmisene 
lalsenrin rui christliche Altertumskunde und Kirchenge- 
hie, 54, 1959, s 1-39. 
els wie Anm 3G, S 277 
lwel eeispiele mogeri genugen. sd meint Pizzinirii. wie 
14. niei s 359W1DIE Rechte (der Bischofs) halt nienl wie viel- 
das Buch, sondern sie isi segnerld erhobener Und Garzarolli. 
1nm.13, nier 9.4. sieht er!" peniiiiealzbus- thronende. seg- 
e U] BlSChOfe oder Heilige, oder solche, die, anstatt zu segnen 
e Heilige Schrift in der Hand naliena 
ilnus, Uber rdrm und Bedeutung der sitzenden Gestalt in der 
i des orienls und der Griechen, in. Mitteilungen des Deut- 
1 Archäologischen Institutes Athen, 41, 191a (Berlin 19211. 
1. 
i Ernst senrainm, Das Herrscherbild in der Kunst des rrunen 
lalters, In Vortrage der Bibliothek Warburg. Bd. 1922129. 
ig 1924, s, . 
Thronrecht der elsendie vgl. Theodor Klauser, oer Ursprung 
ischöflichen lnsignien und Ehrenrechte, 11953, s. 1a. 
1 H seninid, Artikel "Fallslunlk, m Reallexlkori zur Deut- 
i Kunstgeschichte, s, 197a, Sp.1219-1237. 
i Ernst Schramm. Herrschaftszeichen und Staatssymbollk, 
1„ Stuttgart 1954159, nier I, s. 319495, und lll, s. 1u9s1o97. 
dor Klauser. D79 celnedra im Totenkull der heidnischen und 
llichsn Antike, e Llturglegeschichtliche Forschungen. Bd. 9, 
hier s. 179. 
le etwa bei Wilhelm Voge, Eine deutsche Malerschule um die 
le des ersten Jahrtausends, Trier 1991. s. 191i. 192. 
iid wie Anm 44, niersp 129a 
1mm wie Anm 45, nier I, s, 394, 
rd Stummel, Bischofssluhl und HoherThron. in: Jahrbuch für 
e und cnrislenlum. 1, 1959. s. 52-19. 
iur Zapp, Die dlozesahe Gerichtsbarkeit, Ein historischer 
:lick.1n Ct1rtCiiium,13, 1977, s. 4319436. 
ibler, Fiichtan-Hichter-Gericht. ln.Zei1schr. der Savigny-Stii- 
Germ Abt , 97, 1970, s. 1051i. 
"Throne und Thronsitze im mittelalterlichen Erzbistum salz- 
ibereite ich eine kleine Studie vorund ware dankbarfureven- 
Mitteilungen von diesbezuglichen entlegenen Ouellenstel- 
rie zum Beispiel eine in der Lebensbeschreibung des Abtes 
lin (1004-1090) von SL-Benoit-sur-Loire (ad P. Ewald in- 
5 Areniv, lll, 1979. s, 339-993. uberliefert wird; -lpsam etiam 
rlem sue sedis eodem embiemate deOClrarl vuluit. Fecit el bi- 
auneirlds Opere fusorin, e reglone lllOfIJITi super quOS tdtius 
ialis emlnabat iasligiurrii- 
10 
schaftsbild. Diese Vorliebe scheint auf Vorstellun- 
gen der germanischen Völker zurückzugeben. in 
denen für den rechtmäßigen Antritt der Herrschaft 
die Bedeutung der Einnahme des Thronsitzes viel 
fester verankert war als etwa die von Salbung oder 
Krönung". 
Wie erwähnt, bildet den Thronsltz Ortolfs von Wei- 
ßeneck" ein Faldistorium. Es ist dies (ahd.: faldi- 
stuol I Faltstuhl") ein zusamrnenklappbarer und 
daher leicht transportierbarer Stuhl, dessen paar- 
weise gekreuzte. meist oben in Tierköpfe und un- 
ten in Tierpratzen endigenden Beine um einen 
mittleren Drehpunkt beweglich sind; mit den ande- 
ren antiken Thronsitzen, der irsellaii (einem Stuhl 
mit niedriger Rückenlehne und vier, meist geraden 
Beinen) und dem iisoliumii (dem Lehnenthron") - 
unter sich wieder durch verschiedenen Ursprung 
und verschiedene Form getrennt -, reichen seine 
Erben bis weit in das Mittelalter. Als Symbol der 
Fiegierungsgewall und der Autorität behauptete 
sich der Stuhl bei den offiziellen Funktionen der 
Könige, ihrer Beamten, der Bischöfe und als Sitz 
des Lehrers im höheren Unterricht; "das Sitzen auf 
einem Sessel von bestimmter Form und Aufstel- 
lung galt als das äußere Zeichen einer bestimmten 
Würde und Gewaltii". Aus den Bildzeugnissen" ist 
zu ersehen, wie verbreitet in der Kirche - man 
denke nur an das berühmte Beispiel in der Bene- 
diktinerinnenabtei Nonnberg in Salzburg - der Ge- 
brauch von Faldistorien war. Daß diese Form eines 
Ehrensitzes geistlichen wie weltlichen Fürsten 
während des ganzen Mittelalters gemeinsam war. 
beweisen unter anderem die französischen Thron- 
Siegel, die von Philipp I. (1060-1108) bis Karl V. 
(1337-1380) den französischen König stets auf 
dem Faldistcrium zeigen". An den Faldistorien 
selbst besteht dabei kein Unterschied. nja oft ge- 
Nachfolge der esella curulisis. des Amtssitzes ho- 
her romischer Beamter, dem Amtsinhaber nachge- 
tragen werden konnte; immer aber war es. wie 
auch auf den SalzburgerThronsiegeln zu sehen ist, 
erhöht auf einem wisuggestus-i. auf einem etribu- 
02114150 (einem Podium also. einer eTribüne-i) auf- 
gestellt, was die Verwendung des Faltstuhles auch 
im richterlichen Bereich mit zu erklären vermag. 
(Wie sehr die kirchliche Gerichtsbarkeity für die 
Ausgestaltung des weltlichen Gerichtswesens be- 
stimmend wurde. läßt die neuerdings vertretene 
Auffassungsz erkennen. nach der die deutschen 
Begriffe "Richten, Richter, Gerichte selbst in ihrer 
sprachlichen Form aus dem Bereich der bischöfli- 
chen i-correctioi- stammen.) 
Betrachtet man nun die Darstellung des thronen- 
den Erzbischofs auf dem großen Siegel Pilgrims 
von Puchheim, so sind zwar Thronsitzsa. Kleidung 
und Gestik die gleichen. Aber man braucht nicht 
erst die formalen Veränderungen in der Ausbil- 
dung des Faltenwurfes des Pontifikalornates, nicht 
erst an Stelle der hochmittelalterlichen starren 
Frontalität die wahrhaft majestätische, das heißt, 
zeremonielle und doch zugleich sprechend 
menschliche Haltung des Thronenden zu beach- 
ten. um sich nicht der Regierungszeit Pilgrims 
(1365-1396) als einer der iiglänzendsten Epochen 
salzburgischer Geschichte-s zu erinnern. nMehr 
weltlicher als geistlicher Fürst, prunkliebend, 
kunstbegeistert, neuen ldeen zugänglich. voll von 
Projekten. voll von Interesse an großer Politik, 
energisch, dabei aber unruhig, fahrig, wenig aus- 
dauernd. seine eigene Macht und eigenen Fähig- 
keiten überschätzend, gewalttätige - so hat Her- 
bert Klein in seiner Studie diesen Kirchenfürsten 
gekennzeichnet? Und schon Hermann Friedrich 
Wagner55 hat die Ähnlichkeit des Charakters wie
	        

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