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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 156)

ussetzungen zu diesen Mißbildungen ändern 
in. 
t daher ein Fehlschluß Peter Turrinis, wenn er 
Extrablatt (0 Nummer. Mai 1977) schreibt: 
re es nicht viel menschlicher und logischer, 
-re Unvollkommenheit, unsere Falten und Trä- 
:äcke, unseren Haarausfall und unsere Gänse- 
eltiguren. unsere Fehler und Fehlerchen, un- 
ganze Verschandelung zum herrschenden 
inheitsideal zu erheben? Warum gelten nicht 
ls schön, da wir doch die Mehrheit sind? In ei- 
Jemokratie regiert doch die Mehrheit, oder?" 
xhl. wirsind in einer Demokratie (noch), und da 
zrt eben die Mehrheit! Die Mehrheit aber weiß 
h!). daß Fehler eben Fehler sind und man sie 
tzu etwas anderem erklären kann. Viele kön- 
sich sogar noch erinnern, daß man Fehler zu 
enden der Nation erhoben hat! Und die Mehr- 
Nill noch nicht, daB die Fehler und Fehlerchen 
Ideal, auch nicht zum Schönheitsideal erho- 
werden. Die Mehrheit weil! auch - oder fühlt 
daß es die "Umstände" (Brecht) sind, der sie 
2 Abschnürungen, Verrenkungen, Deformie- 
en zu verdanken hat. Wenn sie es aber einmal 
t mehr weiß und ihre Fehler zum Ideal erhebt, 
sie auch die Ursache der "Umstände-r nicht 
ändern gewillt sein! Die Problematik dieser 
in Erfassung des Leibes. des menschlichen 
ers. scheint uns in einer einseitigen Konsum- 
genheit zu liegen. Ein rein kapitalistisches 
ien, dem offenbar auch manche der neuen 
an huldigen! Symptomatisch scheint dafür die 
rordentlich seltene. höchstens als Auftrags- 
lt durchgeführte Gestaltung des Porträts. Hier, 
enschlichen Antlitz, könnte beides zu finden 
der Mensch als Geist und als Fleisch. Der 
e Mensch! 
wähnt blieben in dieser Betrachtung die Maler 
Phantastischen Realismus, die, mit wenigen 
lahmen. dieganzeZeit, von 1945 bis heute, das 
schenbild bewahrten und - je nach Tempera- 
:des einzelnen Künstlers, aber auch nach sei- 
Veltsicht - es in ihren Bildern zeigten. 
de aber bei einem Vergleich mit den Bildern 
irdlicka und Frohner müssen wir uns fragen, 
ie Maler unserer Zeit in jener Art. in der die 
itasten 1945 in ihrer jugendlichen Begeiste- 
zu arbeiten begonnen haben, noch heute ma- 
ürten? Das beginnt schon beim feingepinsel- 
"afelbild. Wird es der heutigen Realität noch 
cht? Das ruhige Erzählen, die glatten Lasuren, 
ngen sie nicht Abgeklärtheit? Etwas, das uns 
e- auch weltanschaulich, stehe einer wo auch 
zr- sehr ferne ist. Dali manche der Phantasten 
llliener Schule das erkannt haben, zeigt uns 
das Beispiel Robert Janschka. 
Mensch. durch das Fernsehen täglich mit 
n Greueln konfrontiert. wird durch die altmei- 
che Art und Schönfärbigkeit mancher Phan- 
n nicht mehrerschüttert. Schmücken - dieses 
soll in dem Zusammenhang besonders be- 
zt werden - doch bereits viele bürgerliche 
nungen heute Bilder der Wiener Schule. Kaum 
en wir dort jedoch ein Bild Frohners finden. 
I vielleicht ist alles nur ein Akt der Gewöh- 
i, und wenn erst Turrinis Vorschlag allgemei- 
Anklang gefunden hat, werden wir über den 
retten in vielen Gemeindewohnungen auch die 
'mierten Gestalten, wie sie Frohners Bilder 
in, sehen. 
schritt des Autors: 
Jis Vogel 
hriflstetler 
rlkanergasse 219 
20 Wien 
 
17 Wolfgang Hutter. Der Vorplatz zur Unterwelt, 
195871969. Öl, Hartfaserplatte 64,5x90 crn 
1B FritzJanschka, i-Sunday USA-l, 1965. Öl. Holz, 79x50 cm 
QK
	        

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