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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 157)

enraumes ist das farblose, erst im 19.Jahrhun- 
't erfundene Glas Kunstwerken, die aus organi- 
ten Stoffen bestehen. Der ungehinderte EinlaB 
Tageslichtmengen und schädigenden ultravio- 
ten Strahlen wirkt sich zerstörerisch aus. Die 
rminderung der Luxzahl und die Dämpfung des 
geslichteinfalls waren deshalb bei der Neuge- 
iltung des Schnütgen-Museums zunächst ein 
tservatorisches Erfordernis. Jahrelange Beob- 
1tungen zeigten aber auch, daß die Skulpturen 
der Cacilienkirche am schönsten im warmen 
idenen Licht herbstlicher Vorabende standen. 
ider neuen Verglasung in Brauntönen geblase 
'Scheiben aus echt-antik Glas sollte die imagi- 
rte Lichtästhetik im romanischen Raum der 
seumskirche erzielt werden. Je nach Lichtein- 
i verwandeln sich die Glastäfelchen in differen- 
rte Flächen von Braun bis Gold, an durchsichti- 
Alabasterverglasung erinnernd. Die rundbogi- 
1 Fenster bilden nicht mehr Öffnungen für her- 
brechendes Tageslicht, sondern transparente 
lien, die den Raummantel der romanischen Ba- 
ka schließen. Eine schier unlösbare Aufgabe 
illte sich dem Lichtdesigner. Die neue Kunst- 
itanlage - bisher bestand wenig mehr als eine 
tbeleuchtung - wollte den Raum lichtarchitek- 
iisch akzentuieren, zur Schonung der Objekte 
r aber auch hier die Luxzahl niedrig zu halten. 
bei war eine direkte, effektvolle "Anstrahlungii 
besondere der Skulptur zu vermeiden. Ange 
ahlte Skulptur wird aufgelöst in mehr oder we 
er harte Licht- und Schattenkontraste, verliert 
e milde Modellierung, aus der sie lebt, verliert 
e eigentliche Atmosphäre. Ein dem Wesen der 
1 Köln, Schnütgen-Museum, SL-Oäclllen-Klrche, Ansicht 
von der Nonnenempcre aus mit Vitrinengruppen im Mit- 
telschiff und zwei der vier Kronleuchter in Chor und 
Langhaus 
2 Köln, Schnütgen-Museum, Maria aus einer Kreuzi- 
gungsgruppe. SonnenburglSüdtlrol 
3 Köln, Schnütgen-Mussum, Johannes aus einer Kreuzi- 
gungsgruppe. SonnenburgISLidtiroi 
4 Köln, Schniitgen-Museum, HI. Tlburtius vom Cäcilien- 
tympanon 
 
plastischen Gestalt mit sensibler Oberfläche 
schaffenheit entsprechende Beleuchtung l 
nur diffuses Licht erbringen. Noch heute pr 
zierte Methoden, Skulpturen mit Punktstrai 
effektvoll zu pointieren, verfremden die EfSi 
nungsgestalt des Kunstwerks. Die neue Kunsti 
anlage in der Cäcilienkirche trägt diesen Enrvä 
gen und Erkenntnissen Rechnung. Lichtinten 
und Beleuchtungsart lassen sich überdies in: 
reichen Kombinationen vom Schaltpult aus v: 
ren. Entscheidend für die formale Lösung unt 
Gesamtwirkung ist die Konzeption des Lici 
signers, in der romanischen Basilika C 
Kronleuchter zu installieren. Durch ihre helle 
bigkeit bilden sie nicht anspruchsvolle Raur 
jekte in Konkurrenz zu den Kunstwerken des 
seums, durch die formale Adaption von Radle 
tern der Romanik aber auch keine Fremdkörpi 
Raum. 
Skulpturen auf Acrylglaspodesfen 
Die Bildwerke des Museums befinden sich r 
mehr in ihrem ursprünglichen Zusammenh 
Deshalb wurden die Heiligenfiguren dem Kon 
der jetzigen Sammlungspräsentation ent: 
chend zu neuen aufeinander bezogenen Figi 
ensembles vereinigt. Aus heutigem lnteress 
der materiellen Beschaffenheit des Kunstwe 
steht gleichzeitig die Rückseite der Figur nich 
schiert, sondern wie im Atelier des Bildhauer 
Zustand vor der Aufstellung im Kirchenraun 
Kult- oder Andachtsbiid in musealer Darbiet 
zugleich aber in bewußter Nutzung des beso 
ren Ambientes des sakralen Raumes. Die u
	        

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