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Full text: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 157)

m Wiecek 
mz Joseph Mangoldt - 
n schlesischer Barockbild- 
Jer 
in der ersten Halfte des 18.Jahrhunderts arbeite- 
ten in Schlesien einige begabte Bildhauer wie 
J.G. Urbanski, G.L. Weber. Th. Weisfeldt, J.A. Ka- 
ringer, F.J. Mangoldt und J. Siegwitzl. Trotz des 
Abstandes von zwei Jahrhunderten und trotz 
Kriegseinwirkung und Vernichtungen ist bis heute 
eine nicht geringe Menge dieserArbeiten erhalten. 
Darunter gibt es manche beachtenswerte, auf ei- 
nem hohen künstlerischen Niveau stehende Wer- 
ke. Wir werden uns hier mit zwei von diesen Bild- 
hauern, vorerst mit F.J. Mangoldt und folgend mit 
J. Siegwitz, befassen. 
im Gegensatz zu den zahlreichen durch Quellen 
bewiesenen Werken Franz Joseph Mangoldts wis- 
sen wir über seine Herkunft und sein Leben nicht 
viel. Er stammte nicht aus Schlesien. Nach man- 
chen Forschern stammte dieser Künstler aus 
Brünnz, diese Hypothese findet aber in archivali- 
schen Überlieferungen keine Bestätigung. Tatsa- 
che ist, daß um die Wende des 17. zum 18.Jahr- 
hundert in der Hauptstadt Mährens oder in 
Umgebung zumindest drei Bildhauer mit Na 
Mangold(t) gearbeitet haben: Jakob (gest. 1 
Joseph I und Joseph ll (gest. 1709)3. Sie 
stammten aber aus dem westlichen Teil von ( 
bayern, wo dieser Familienname seinerzeit 
populär gewesen ist4. Die von einigen Forsc 
aufgestellten Hypothesen, daß Joseph I 
Brünn mit dem 20 Jahre später schaffenden l 
lauer Bildhauer Franz Joseph Mangoldt iden 
Ist, scheinen wenig überzeugend zu sein. 
Wie uns bekannt ist, stammt Joseph I Man; 
aus Rottenbuch in Oberbayern, hat sich in B 
vor 1694 angesiedelt, und am 11.Juni desse 
Jahres hat er hier die Stadtbürgerschaft 
kommen? Die letzte archivaiische Notiz übe 
stammt aus dem Jahre 17046. Als sich Josz 
Mangoldt in Brünn ansiedeite, mußte er ungt 
25 Jahre alt gewesen sein (da er bereits Bildh 
war und bald darauf Stadtbürger wurde). Die ii 
anz Joseph Mangoldl, Kaiser Joseph l., Stuckmar- 
zr, 1731. Aula Leopoldina der Universität in Breslau 
anzJoseph Mangoldt, Kaiser Karl VL, Stuckmarmor, 
31. Aula Leopoldina der Universität in Breslau 
erkungen 1-6 
iecek, Die Barockplastik aus der T. Hälfte (19518. Jahrhundens 
VESISII. , "Alle und müderrle KuHSX-u Wien 1963, Hell 67 CS. 
9) und Heft 6B (S. 2932]. Auch A. Uhlhurrl. Merster und Werke 
älastik des Spätbarock in Breslau (ca. 770071750), ßellin1927. 
ührliche monoglaphxsche Bearbeitungen wurden bis yetzt nur 
Urbanski, Weisfeldt und Weber gewidmet. 
rause, GrundriB eines Lexlkans brldender Künstler und Kunst- 
lwslksr in Oberschlesien VON GEH Anfangen bis zur Mrffs des 
xanrmmaens. OppeIn 193a, Teil l, s. 150. 
aIova-Jahodoa. Brno. Sravebm a umelecky vyvo; mesza, Praha 
', s. 160. Die Verfasserin bemerkt noch unerden Vierten Kunsb 
lamens Johann Mangoldl, der lur am Annaklrche m Mlkulnv 
olsburg) die schon nicht mehr exisuerenaen Skulpturen an- 
ich geschaffen hat. Erste Nachricht überJohann Mangoldt glm 
e. Wolny an Kirchliche Topographie von Mähren. n Abllg., u am. 
s. 45 (Brunn vasa). wiederholten sie Spälßr auch andere Veüasser 
wie A. Prokcp. Die Markgralschalr Mähren m kurrslgeschichllicher 
Beziehung, Bd. IV. Wien 1904, S. YDSO, E. Hawlik. Zu GESEhiCNS 
darBaukunsr, derbildenden undzsichnsndsn Künste Im Markgraf- 
fhllme Mähren. Brünn 1838, S. 27. P. TONE". NOVy slovmk CGSKO- 
slovanskynh vytvarnych umalcu. Praha 193a. an. 2, s. es u. dgl. 
Johann Mangoldt- ibdhauer wahrscheinlich mchl exlstierle. Wol- 
ny, 0.; hat irrtümlich entziHert die Abkürzung des VurnamansJos. 
alsJoh , beziehungsweise. was mehr wahrscheinlich Ist. verwech- 
seltJoseph Mandel (auch Bildhauer. talig lürdie Kirche in Mikulov) 
mit JDSSDH Mangnldl Aul dtese UrnslBrIdS machten mmh freund- 
lich aufmerksam. Dr. J Vodrcka aus dem Stadtarchiv in Brürm und 
l. Holl aus dem Archivm Sprüvl in Frag 
Laut lreundhchev Auskunü Herrn P Karl Mmaeras aus dem Thaol. 
Studkenhaus der Salesraner Don Boscos In Benedlklbeuem (Ober- 
bayern). der au! meine Eine die Pfarrb" wger Pfarrgemsinda 
GSTERK .. um? 
Rotlenbuch (Oberbayern) genau durchgesehen hatte, wo 
ihm an dieser SIEHE herzlich danke. 
Protokoilbuch dGS Stadtrates Brunn (Handschrift 1286, S. 1 
wie Burgerbuch der Stadt Brünn {Handschrift 76, S. 25). Dr 
den wir uch die Nachricht, daß Mangoldt gleichzeitig die E 
gurig r" die Vermählung m11 Anna Bonhardl bekommen r 
Auskuri" von Dr. l. Vodibka aus dem Stadtarchiv Erilmn. 
Joseph Mangoldi kaufte am 12. Jänner 1697 in Brunri ein 
haus, weiches er noch im Jahre 1704 abzahlio (Sladtarchiv 
Handschrift 1696, IOI. 183). In dGmSIEHJl UGISI. LUCSSDIUÜGA 
sehen wir uriler dem Daturn18. Okl0bSr17OO neben Llntersc 
zenri verschiedener Kuriener aus Brürin auch eine eigenh 
uriiarscrirm "Joseph Mangoldt birKhauer-i. (Die Urkunde 
siediercrrrv Brunri aufbewahrt.) Vgl. auch .1. Leisßhlng. Die 
clsbrudarsclralt der Meier und Bildhauer von arm-in. wMN 
gen des Manriscneri Gewerbe-Museums", Jg. xvii, Brurir 
S. 44. 
 
	        

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