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Full text: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 158)

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sten Lehrer und Schüler sich mit mehr nebensächli- 
chen Illustrationen begnügten, erhielten die Vertre- 
ter der Malercompagnie die Aufgabe. die drei Voll- 
bilder für die Darstellungen der Hauptklassen, der 
Architektur, Skulptur und Malerei, auszuführen. 
Daraus ist ersichtlich, daß man sich schon damals 
der zukünftigen Bedeutung dieser drei Künstler be- 
wußt gewesen ist. Zwar können diese Arbeiten von 
Matsch und der Brüder Klimt ihre Herkunft aus der 
Klasse des Historienmalers Ferdinand Laufberger 
nichtverleugnen. aber ebenso deutlich ist ihre "Zu- 
künftigkeitu. d.h. der Ansatz zu neuen ästhetischen 
Gestaltungstendenzen, zu erkennen. Am eindrucks- 
vollsten macht sich dies bei der "Allegorie auf die 
Skulpturw von Gustav Klimt bemerkbar, bei derdeut- 
liche Ansätze seines späteren Stils bereits zu be- 
merken sind} 
Dieses Nebeneinander von Vergangenheit. Gegen- 
wart und Zukunft, von alt und jung, von konservati- 
ven und fortschrittlichen Tendenzen erscheint uns 
für die künstlerische Situation in diesen Jahrzehn- 
ten in Wien besonders charakteristisch zu sein. 
Noch kennt man nicht die kämpferischen Auseinan- 
dersetzungen zwischen konservativ und progressiv, 
zwischen jung und alt, und noch steht das Alte dem 
Neuen verständnisvoll, ja anerkennend gegenüber. 
Noch ist kein Streit um die künstlerische Gestaltung 
zu erkennen und scheint ein intakter Kunstbegriff, 
ein positives Kunstbewu ßtsein schlechthin maßgeb- 
lich zu sein. Selbst Erzherzog Rainer, der eine 
durchaus kämpferisch-konservative Gesinnung 
hatte. äußerte sich daher durchaus positiv zu dem 
überreichten Werk und gegenüber den einzelnen 
Künstlern. die er sich alle vorstellen ließ, um sich 
persönlich bei ihnen zu bedanken. Wiees in den Mit- 
teilungen des K.K.Osterreichischen Museums für 
Kunst und Industrie heißtf sah er Blatt für Blatt 
durch und äußerte dann seine hohe Befriedigung 
über diese erfreulichen Leistungen des Museums 
und der Schule mit folgenden Worten: "Ich sage Ih- 
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DER ARCHITEKTONISCIIE 
UNTERRICHT 
1M ENGEREN SINNE 
d. h. lllr die Construction von 
Nübeln. Gelassen und Geräthcn 
für haizslichen und kirchlicher: 
Gebrauch bildet die eine Ab- 
theilung. Der Kreis der lilr 
solche Zwu-ke zu verarbeiten- 
dm Stoffe ist immer noch 
groß: Holz, Älrzmll. Stein. Glas, 
Thon da; ihre hohcre Aus- 
lwililung erhzxltmi in dieser AI)- 
lhi-ilttng vornehmlich: Tfisrhlcr. 
Schlosser. Hmnzvarlvcltcr. Zeich- 
HIT fur (Llms- und Tliunintlustliv. 
nen, meine Herren, den besten Dank für die sc 
Gabe, welche Sie mir als Erinnerung an den 
undzwanzigjährigen Bestand des Museums 
men. Ich habe in dieser Zeit, meine Herren, t 
genheit gehabt, die Entwicklung des Museums 
der Kunstgewerbeschule zu verfolgen. und g 
hen, wie weit sich diese Anstalt emporgehober 
Besonders was die Schule betrifft, habe ich von 
zu Jahr die Fortschritte constatiren können. Ich 
Sie. meine Herren, in dieser Richtung fortzufz 
und das Museum aufjener Höhe zu erhalten, WI 
die Anstalt heute einnimmt. Sie werden dadurcl 
Zweck erfüllen, welchen Seine Majestat der K 
dem Institute gegeben hat; das Kunstgewert 
heben und zu fördern. Was mich betrifft, so seie 
überzeugt, daß ich jederzeit das gleiche lnte 
für das Institut bewahren werde. Nochmals ml 
besten Danke. 
12 AquarelLAllegorleaufdle MalereLkomponiertunt 
geführt von Ernst Klimt. 
13 Aquarell. Allegorie auf die Architektur, komponiel 
ausgeführt von Franz Matsch. 
14 Aquarell. Kopf- und Flandlelsten, nach Komposlt 
von Professor Herman Herdtle ausgefuhrt von W. I 
Anmerkungen 4, 5 
' Wilhelm Mrazek. lvDleAlIEgOrlE der Skulpturu vom Jahre 1B! 
neuentdeckles Fruhwerk von Gustav Kllmf KIlmt-Studien, 
lungen der Österreichischen Galerie, Jg 22x23, 1978 
m. S6l67, ssv 
t Mitteilungen des K.K.Österreichischen Museums tur Kunsti 
dustrle, Neue Folge 2. Band, WISH 1859, s 409 
l I Anschrift des Autors. 
w. Hofrat Prof. Dr. Wilhelm Mrazek 
Direktor des Österreichischen 
Museums für angewandte Kunst 
Stubenring 5 
1010 Wien
	        

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