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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 158)

Aktuelles KunstgeschehenlÖsterreich 
Großgmain I Galerie unter der Burg 
Rudolf Dimai 
Die Aquarelle Dimais sind aus vielen Einzelausstellungen 
in Österreich bekannt. Aber auch seine neuesten Werke 
- Stilleben und Ansichten von Griechenland und Venedig 
vor allem - stellen sain hohes Können erneut unter Be- 
weis (12.s.-1a.s.197a) 
Salzburg I Galerie Academia 
Richard Damberger 
Als Damberger vor sechs Jahren in seiner Heimatstadt 
Salzburg seine erste Ausstellung zeigte, signalisierten 
damals die Bilder des Autodidakten einen Weg des Su- 
chens. Nun erwies sich in subtil gestalteten Aquarellen 
mit t-dichteni- Dach- und Dorflandschatten eine überzeu- 
gende Eigenständigkeit. (Mai 1978)- (Abb.15) 
Salzburg 
Galerie Welz 
Christian Schad 
Der 1894 im oberbayerischen Miesbach geborene und 
in Keilberg bei Aschaffenburg lebende Künstler schreibt 
selbst: wSeit der Züricher Zeit 1915 ist der Holzschnitt 
mir die liebste graphische Technik geblieben - des le- 
bendigen Materials wegen, aber auch weil ich hierbei im 
Gegensatz zu anderen Techniken bis zuletzt -alles in der 
Hand- habe." (2e.4.-21.s.is7a) 
Norbert Drexel 
Der große Galerieraum des Erdgeschosses war erfüllt 
von der hohen Farbqualität der Zeichnungen und Pa- 
stelle Drexels. 
Herwig Zens 
Gleichzeitig mit den Arbeiten Drexels waren im ersten 
Stock der Galerie neue Zeichnungen und Radierungen 
von Herwig Zens zu sehen. (24.5.-18.6.1978) 
Franz Wagner 
Tirol 
Innsbruck - Landesmuseum Ferdinandeum 
David Hockney - Zeichnungen 
Der Künstler. der zur englischen Pop-art gerechnet wird. 
ist an Francis Bacon und Jean Dubufett orientiert. Die 
figurativen Zeichnungen dienten vor 1963 als Studien zu 
den großformatigen Olbildern. Als Themen waren ihm 
vor allem seine Freunde und Ausschnitte seiner nächsten 
Umgebung am liebsten. 175 Zeichnungen von der Aka- 
demiezeit bis zur jüngsten Gegenwart sowie eine Aus- 
wahl der in den siebziger Jahren entstandenen Druck- 
graphiken dokumentierten sein Oeuvre. Die Ausstellung 
war die bislang größte europäische Retrospektive von 
Hockneys graphischem Schaffen 
(11.2.-12.s.1s1a) - (Abb.6.S.43) 
16. Österreichischer Grafikwettbewerb 
382 österreichische Künstler aus dem Bundesgebiet und 
dem Ausland nahmen mit 1049 Grafiken am Wettbewerb 
teil. Alle Bereiche der menschlichen Existenz und der 
künstlerischen Auseinandersetzung mit der Umwelt wur- 
den in oft provozierenden Positionen formuliert. Es gab 
14 Preisträger. ausgestellt waren 59 Exponate. -Ent- 
scheidend [war] wohl der Versuch, in diesen Einsendun- 
gen jene Dimensionen herauszuspüren. die das Vorge- 
formte. Vorgeprägte mit einer eigenen Vision zu erfüllen 
sucht, um es gleichsam von innen her aufzubrechen.- 
(J.C.Ammann) Erfreulich war. daß unter den Preistragern 
eine sehr große Anzahl neuer Namen auftauchte und so 
bewies, daß die Kunstszene immer in Bewegung ist. 
(26.4.-15.5.1978)-(Abb.16) 
Die österreichischen Ausgrabungen in 
Sayala 
Agyptisch-Nubien, 1961-1966 
Im Zuge der Rettungsaktion der UNESCO für die archäo- 
logischen Funde im Staugebiet des Assuandammes ar- 
beitete ein österreichisches Team im Distrikt von Sayala. 
In sechs Grabungskampagnen barg man umfangreiches 
Fundgut mehrerer für die historische Entwicklung über- 
aus bedeutender Perioden des im alten Ägypten mit 
"Südlandi- bezeichneten Landstriches. Die bei diesem 
Unternehmen oft unter schwierigen Umständen geborge- 
nen Objekte sind in einer Auswahl von 270 Exponaten 
zu sehen. Die Spanne, aus der die Funde stammen. um- 
fallt etwa die Zeit 3.000 v.Ch. bis ins 10. 112.7) nach- 
christliche Jahrhundert, von Steinbeilen bis zu Glasgefa- 
ßen aus dünnwandigem Material und Resten eines mit 
altarabischer Inschrift bedeckten Leichentuches. Ein in- 
formativer Katalog ergänzt die Schau! (2B.4.-27.8.1978) 
42 
Steiermark 
Graz I Kulturhaus 
Ferdinand Stransky - Bilder aus 50 Jahren 
Das Kulturamt der Stadt zeigte von Stransky. der in den 
letzten Jahren erst wieder viele neue große Bilder ge- 
schaffen hat und über den wir in unserer Zeitschrift 
schon öfters ausführlich berichteten. einen großartigen 
Querschnitt aus dem Lebenswerk. Es wurde einem be- 
wuBt, daß dieser Künstler neben Gerstl und Kokoschka 
zu nennen ist und leider im hektischen "Kulturbetriebe 
heute auf Grund seiner Bescheidenheit und seines natür- 
lichen Auftretens bei den meisten Meinungsbildnern 
ad acta gelegt ist. (7.2.-11.3.l978) - (Abb.17) 
Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum 
Alfred Klinkan - im Schlieraffenland oder 
die Wunderwelt von A - sch 
Der 1950 geborene Judenburger ist ursprünglich geblie- 
ben wie ein Kind. Nicht naiv im üblichen Sinne. sondern 
einfach fabulierfreudig seine ihm eigene Welt entfaltend, 
zeichnet und malt er ein Gewirr von Viechern und Fa- 
belwesen, überdeckt. spart aus und überzeichnet wieder. 
tut seiner Phantasie keinen Zwang an und erzählt ganz 
bestimmt die grauslichsten, lustigsten und interessante- 
sten Geschichten. wie er auch. entfernt an Morgenstern 
erinnernd. Gedichte schreibt. (17.3.-19.4.197B)' (AbhJB) 
Künstlerhaus 
Sonderausstellung zur 850-Jahr-Feier der 
Stadt Graz 
Der steiermärkische Kunstverein Werkbund hat für diese 
Ausstellung einen Grazer. Werner Augustin. den Wiener 
Bildhauer Oskar Bottoli und den Linzer Anton Watzl no- 
miniert. Alle drei Künstler haben die menschliche Figur 
als ein wichtiges Motiv In ihrem Oeuvre aufgenommen; 
die beiden Maler auch die Landschaft. Beherrschend wa- 
ren Bottolis Plastiken und Skulpturen. Klare Linienfüh- 
rungan und die Ausgewogenheit der Gewichtsverteilun- 
gen geben diesen Figuren eine große Reife. im rechten 
Nebenraum waren die Zeichnungen Anton Watzls von 
Prag. Stadtansichten. Veduten. in denen sehr viel von 
dem geistigen. literarischen, geschichtlichen Prag mit- 
webt und mitschwingt. (31.1.-18.2.1978)-(Abb.19) 
Galerie DIDA 
Reinhard Brandner. Horst Fiinhofer, 
Max Gangl 
Der Klagenfurter Brandner zeigte Blätter in einer von ihm 
erfundenen Siebdrucktechnik. die bei jedem Exemplar 
eine persönliche Manipulation des Künstlers erfordert 
und damit die Originalität beinhaltet. Mit verschiedenen 
Rasterungen erzielt er originelle Farbwirkungen. Rinhce 
fer. geborener Wiener und ebenfalls in Kärnten wohnend. 
präsentiert phantastische Landschaften in einer fein nu- 
ancierten Technik. Gangl. der Bildhauer. Knesl- und Ber- 
tonischüler. schafft geschlossene Formen, die Hockende 
oder Kauernde sein können. und totemartige Gebilde von 
starkem Gewicht. (4.3.-4.5.1978) - (Abb20) 
Oberösterreich 
Linz I Neue Galerie 
Zechyr - Zeichnungen 1967-1978 
Über einhundert Zeichnungen des 1938 geborenen Lin- 
zers gaben einen außerordentlichen Einblick in das 
überaus umfangreiche und vielschichtige Werk dieses 
Graphikers. Die Strichführung ist fast durchwegs von ei- 
ner harten Dynamik und immensen Dichte, die sich oft 
zur geschlossenen Fläche vereinigt. Oft werden aber 
auch nur mit leicht hingestrichelten Andeutungen Räume 
geschaffen. Die Motive sind sehr verschieden. Eine Zeit- 
lang beschäftigten Zechyr technische Probleme, phanta- 
stische Raummaschinen schweben über diese Blätter. 
dann finden wir wieder sehr eindrucksvolle Landschafts- 
graphiken, dann Zechyrsche Erfindungen von Monumen- 
ten in und der Natur. eine Serie heißt t-Mythische Land- 
schatt-i und läßt an Ausschnitte. andere an japanische 
Holzschnitte denken. Die Ausstellung und der ausge- 
zeichnete Katalog legten Zeugnis von der außerordentli- 
chen Begabung. Dichtheit und dem Fleiß des Zeichners 
ab. (2.s.-1.4.197a) - (Abb.21) 
Schmuck und Tischgerät aus Österreich 
Es waren erlesene Stücke des Kunsthandwerkes aus der 
Zeit um die Jahrhundertwende bis heute zu sehen. Be- 
kannte Namen. wie 6.0. Czeschka. J. Hoffmann. G. Klimt. 
B. Löffler, A. Loos. E.J. Margold. K. Moser. O. Prutscher, 
E.J. Wimmer. aus der Zeit des Jugendstils, Mitarbeiter 
der Wiener Werkstätte. waren ebenso vertreten wie un- 
sere Zeitgenossen e. Bogner, A. Heindl, v. Schwarzinger. 
P. Skubic und L. Stramitz. Den Einführungsvortrag zur 
Ausstellung. die von der Wiener Galerie am Graben aus- 
gewählt wurde. hielt Hofr.Prof.Dr. Wilhelm Mrazek. 
(4.-27.4.1978) - (Abb.22) 
Niederösterreich 
Krems I Moderne Galerie 
Ferdinand Schmutzer zur 50. Wiederkeh 
seines Todestages 
Ferdinand Schmutzer ist hauptsächlich mit seinen C 
phiken bekannt geworden. und hier wieder als Portt 
und Radierer. Eine seiner besten Arbeiten in dieser 
Technik ist die bekannte Radierung von Rudolf von 
die auch in der Ausstellung zu sehen war. Die Scha 
kann aber auch das Verdienst verbuchen. daran zu 
nern. daß Schmutzer auch ein guter Maler war. Seir 
ging nach einer Beeinflussung durch Defregger. nal 
starken Eindrücken durch die holländische Malerei 
17. Jahrhunderts zu einem impressionistischen Natt 
lismus, der sich in manchen Bildern zu den Lichtwii 
gen eines Pettenkofens bewegt. Mit 11 Exponaten v 
eine starke Dokumentation des Schaffens dieses z 
recht Vergessenen gegeben. (27.4.-4.6.1978)-(Abl 
Wiener Neustadt I St. Peter an der Speri 
Franz Katzgraber I Plastik 
Erich Steininger I Graphik 
Beherrschend waren die großen Plastiken Katzgrabr 
Da war vor allem die 400 cm hohe wGespaltene Säu 
die 300 cm großen r-Gruppierten Formen- und alle i 
ren in Eisen und Stahl gebauten und geschweißten. 
meist stelenartig hochragenden Arbeiten. Katzgrabe 
Figuren sind aus ihren Isolierungen herausgetreten 
ein Zueinander wird allgemein vorherrschend. Das) 
und Einschwingen der Volumen setzt einen Flhythm 
in Bewegung. der bei aller Gespaltenheit, die nach l 
vor dominiert. doch eine harmonische Grundmelodi 
kennen Iäßt. Daran ändern auch gewisse asymmetri 
Anordnungen. die in der allerletzten Zeit bei einiger 
her Werke mittlerer Größe sich durchzusetzen begir 
nichts. Hier wird eine klare Sprache gesprochen. 
Steiningers Graphiken. schwer, wuchtig. vom Boder 
Waldviertels geprägt. gaben den Figuren mit ihren 
schwarzen Balken fast einen kreuzwegartigen Hinte 
grund. Immer ist es die Mühsal. die kreuzschwer au 
sen großformatigen Blättern lastet. 
(15.4.-30.4.1978) - (Abb.24) 
Alois 
[EI 
Bundesministerium für Wissenschaf 
und Forschung 
Besucherstatistik der staatlichen 
Museen und Kunstsammlungen 
1978 
Das Bundesministerium für Wissenschaft 
und Forschung gibt bekannt. daß in den ihm 
unterstehenden staatlichen Museen und 
Kunstsammlungen in den Monaten 
Februar 101.11 
März 147.3". 
April 146.1l 
Besucher gezählt wurden.
	        

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