MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 160 und 161)

Rossacher 
tino Altomontes 
egorie der Vermählung 
'ia Theresiasw - 
timmung einer Macchia 
äeiste Luca Giordanos. 
ino Allomonte, Allegorie der Vermählung Maria The- 
lS. Öl auf Lw.. 2,2 x 46,3 cm. Salzburger Barockmu- 
1, lnv. Nr. 323. 
ogrammist IS (wohl Justus Sadeler). Allegorie der 
lfinischen Kaiserkrone. Feder in Grau, laviert, auf 
er, 276 x 201 mm; datiert 1617. Salzburger Barock- 
eum. lnv. Nr. 3039. 
kung 1 
ig der S20. Kunstauklion Dorothaum Wien vom 13 H6. JLlill 
Katalognummerdi! auf s. 20 und Abbildung auf Tat 49. 
Dieser Beitrag, in welchem die ikonologische Argu- 
mentation von großer Wichtigkeit ist, sei Wilhelm 
Mrazek gewidmet im Hinblick auf den Ausgangs- 
punkt seiner Laufbahn, als er-aus der Schule Hans 
Sedlmayrs kommend -zu einem lkonologen von in- 
ternationalem Flange aufstieg. Der Autor nützt zu- 
gleich dieses Thema, um sein ganz persönliches - 
aus der Verbindung von Kunsterlebnis und Wissen- 
schaft - entwickeltes System bei der Lösung eines 
kunsthistorischen Rätsels darzustellen. 
Auf der Bühne des Auktionsmarktes tauchte eine 
angedeutete kraftvoll gemalte Macchia auf. Sie war 
im Katalog' treffend - aber nur allgemein - als Nach- 
folge Luca Giordanos bezeichnet, das Thema als 
w-Apotheose eines Feldherrnu benannt. 
Die erste Prüfung anhand einer schwarzweißen Ka- 
talogabbildung erfolgt nach den Gewohnheiten des 
Autors unter bewußtem Ausschalten jeglichen Intel- 
lekts und totaler Abstraktion der Thematik als Erleb- 
nis einer nonfigurativen modernen Komposition. 
Bei dieser Vorprüfung ergab sich die Empfindung 
von Kraft, monumentaler Gesinnung, Großzügig- 
keit, kompositorischer Sicherheit und einem pathe- 
tischen Akkord, der - vom Zentrum ausgehend - 
nach links oben drang. 
Damit war die Erkenntnis einer Meisterhand gewon- 
nen und das weitere Interesse geweckt. Es setzteje- 
nerfesselnde Denkprozeß ein, der unter Einsatz von 
Intellekt und Erfahrung in ltalien w-inquadrare d'un 
quadro-i - Einkreisen eines Bildes - genannt wird. 
Die Betrachtung der Thematik begann links oben 
am vorher erlebten Zielpunkt der Komposition. 
Gleich an dieser Stelle wurden alle Kräfte des Den- 
kens alarmiert durch die habsburgische Hauskrone, 
die Kaiserkrone Rudolfs ll., welche eine Frauenge- 
stalt krönt. Es zeigte sich hier die Herrschaftsallego- 
rie des römisch-deutschen Kaisertums unter der 
Ägide Habsburgs. begleitet von den in der Bilder- 
sprache des Barock vorgeschriebenen Attributen, 
Kreuz und Fahne und den - nur skizzenhaft ange- 
deuteten - Herrschertugenden, von denen Fides mit 
dem Kelch erkennbar ist. Es konnte sich daher nur 
um die Allegorie auf ein Ereignis der Reichsge- 
schichte unter dem Hause Habsburg handeln. des- 
sen Bilder zu deuten waren. 
Wie genau die Künstler des Barock die Attribute sol- 
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