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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 160 und 161)

Aktuelles Kunstgeschehen 
 
Die vierten Ftauriser Malertage 
Auch 1978 wurden die jeweils in der letzten Sept: 
woche veranstalteten Rauriser Malertage mit ein: 
stellung in den Räumen der dortigen Fiaiffeisenk: 
beendet. Rund ein Dutzend Maler waren einer Eir 
gefolgt und hatten sich für eine Woche zusamme 
funden, um in Ruhe aus ihrer i-Handschriftu und z 
ihrer "Sprachen her Formulierungen eines mehr c 
niger vorgegebenen Themas zu finden. Nun wäre 
ches Tun sicherlich nichts Neues, ware damit nic 
bestimmte Absicht verbunden gewesen. 
Werner Otte und Hermann Ober hatten 1974 ihre 
die Tat umsetzen können, einen der Grundgedanl 
inzwischen international hochberühmt gewordeni 
"Rauriser Literaturtage-r auch für die bildende Ku 
nutzbar zu machen, nämlich qualitativ hochstehe 
zeitgenössische Malerei "auf das Land" und itunt 
Leutüi zu bringen. Es wurden also hier nicht über 
Formen gedanken- und gelstlos kopiert; hier wurr 
nicht Tradition mit hohl gewordenem Brauchtum 
wechselt, hier ist das uralte Thema der "Landsch 
wieder zur Grundlage geistiger Auseinandersetzu 
worden. Die Hochgebirgswelt des Sonnblicks um 
Scharecks, die Reste des Goldbergbaues, die Str 
der Hangflächen des Tauerntales, die Steinbrüch 
die Bauernhäuser und dazu vor allem das klare L 
des Herbstes waren gewiß für alle eingeladenen 
ein besonderer Anreiz, ganz abgesehen davon, da 
auch gerade der Bergbauer die ihn umgebende L: 
schatt nicht aus lauter EdelweiB-Colorslides zus: 
gesetzt sieht. 
1976 wurde von den Malern in Bucheben - zwisr 
Bauris und Kolm Saigurn - eine leerstehende Vr 
schule entdeckt, die dann von der Marktgemeindi 
Rauris als Atelierhaus zur Verfügung gestellt wur 
Dieses Gemeinschaitsatelier ist inzwischen zum 
lisationspunkt der Arbeit geworden. Wie lnes Höl 
der neben Otte und Ober die Hauptarbeit der orgt 
torischen Durchführung zukommt, berichtete, ist i 
Atelier win einen ständigen Prozeß der Kommunik 
eingebaut. Einerseits entwickeln sich die Gespräi 
Künstler bei der Arbeit im Atelier, andererseits is 
Bevölkerung die Türe geöffnet, dem Maler ln die l 
statt zu schauen". 
Das Atelierhaus in Bucheben liegt mit dem Pfarrr 
dem Mesnerhaus auf einem Hügel, in unmittelbar 
Nachbarschaft stehen der Kirchenwirt und einige 
Ihrer Ursprünglichkeit erhaltenen Gehöfte, in dem 
Künstler wohnen. Die ItBÜGiJSSDTEChUHQBFM nach 
Tagesarbeit in den Stuben dieser Höfe haben abe 
den Beweis erbracht, wie geistig rege der neinfac 
Mensch reagieren kann. Nicht nur die Literatur-, a 
nun die Maler-Tage haben die Bewohner dieses S4 
nen Tales aufgeschlossen für zeitgenössische Ku 
macht, die Bereitschaft zur tatsächlichen Auseine 
setzung erhöht. Dieses iiPublikum-i wird sich also 
anders verhalten als viele jener sich so gebildet v 
nenden "Städter-i, die man bei Vernissagen mit d: 
Rücken zu den Bildern munter darauflosplaudern 
Es wird weiterhin bestrebt sein, seine Urtellsfahig 
schulen, es wird verstehen lernen, daß die alliährl 
hier arbeitenden Maler die Landschaft des Rauris 
les eben so und nicht anders sehen, Und es wird i 
Gemeindevertretung Rauris fur Aufgeschlossenhe 
Mäzenatentum danken und wird sich freuen, wenr 
durch die hilfreiche Hand der Kulturabteilung der 
burger Landesregierung diese Malertage auch in r 
kommenden Jahren zum festen Bestandteil des R 
ser Jahresablaufes zählen werden. Franz V 
 
mwm m zum 
Teilnehmende Künstler der Ruurlser Malertagu (von II. r 
DÖHIBRD, Ollülsallburg. OberlSalzburg. FIIIIJVIIIIOPI. Jl 
Wlen und Hbllwarlhläalzburg 
Werner Olle. uHalmulmu, 1975. ÄCVYVKBHOII. 75 X 57 crr 
Ins: Höllwlrlh, nRuu ' clly 2000-. 1975. Gmpnlk s: x a 
Tone Fink, -Raurla Tierbergc, Blei. Kohle und gedruckt. 
krallt. 65 x 50 cm 
Gerd Wucherer. l-Heuhüile In Buchehem, 1977. Blelstifl 
20 x 30 cm 
Hermann Ober, nKolmSalgurn-w. 1975. Aquarell. 51 x 64 
Hans Werner Jascha. nAuswurl-w. 1977. Graphik. 50 x 84 
Hermann Kremsmayer, l-Berge In Flaurlsl. 1976. Aquarel 
30 x 43 cm 

	        

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