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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 160 und 161)

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Hanna Egger, Weihnachtsbilder im Wandel 
der Zeit. Von der Spätantike bis zum 
Barock, Wien-München: Anton Schroll 1978 
Von den vielen typoiogisch festgelegten Szenen aus 
dern Leben Jesu ist die Geburtsdarstellung sicherlich 
eine der verbreitetsten und auch beliebtesten. Den 
Ursprüngen und Modifikationen dieser bildlichen Dar- 
stellung geht Dr. Hanna Egger (früher Dornik-Egen im 
vorliegenden Buch nach. Die Autorin, die vor allem 
durch ihre kulturgeschichtlich orientierten Forschungen 
mit dem Schwergewicht auf der profanen lkonographie 
hervorgetreten ist, begibt sich diesmal auf das Gebiet 
der christlichen Ikonographie, deren Erforschung nicht 
viel weiter gediehen ist als die ihres säkularen Gegen- 
stücks, so daß man jede Arbeit zu solchen Themen mit 
großer Freude begrüßen kann. Ebenso wie im Profan- 
bereich ist es auch bei den christlichen Themen 
wesentlich, bildliche und schriftliche Quellen gegen- 
überzusteiien und in einer synoptischen Einheit zu inter- 
pretieren, Diesem methodisch so wichtigen und dabei 
so mühevollen Schritt unterzieht sich die Autorin mit 
großer Akribie. 
Der erste Teil des Buches ist in diesem Sinne - aus- 
gehend von den Evangelientexten - an der schriftli- 
chen Überiieferung orientiert. in dieser Darstellung der 
Entstehung dieses relativ spät von der Kirche erstmals 
gefeierten Festes wird versucht, über den christlichen 
Bereich hinausgehend eine Einordnung der Geburt 
Christi in die Geistesgeschichte der Antike zu geben. 
die Einbettung des typoiogischen Ereignisses in den 
Kult des Sol invictus und die anderen meist aus dem 
Orient kommenden Sonnen- und Lichtkulte, die den 
Boden für das Christentum im Römischen Reich auf- 
bereiteten und zur Verbreitung der neuen Weltreiigion 
unabdingbare Voraussetzungen schufen. 
Sehr deutlich wird auch die unterschiedliche Bereit- 
schaft zur Aufnahme des Weihnachtsfestes in der Ost- 
und in der Westkirche herausgearbeitet. Das Weih- 
nachtstest, eine nEffirldllngu der Westkirche in der Zeit 
Konstantins, wurde im Osten zunächst aus theologi- 
schen Gründen - man wollte in der Ostkirche in erster 
Linie das Mysterium nachvollziehen - abgelehnt. Das 
von der Ostkirche so hoch eingeschätzte Mysterium 
aber war unmittelbar mit Epiphanie und Taufe verbun- 
den, dadurch entsteht auch eine gewisse Konkurrenz 
zwischen Weihnachten und Epiphanie, die sich noch in 
der mittelalterlichen Zeitrechnung - beim Jahresbe 
ginn - spiegelt. 
Der zweite. am Bildmaterial orientierte Teil ist der Ent- 
wicklung des Weihnachtsbildes gewidmet, das seine 
Anfange auf antiken Sarkophagen des 4. Jahrhunderts 
hat und sich dann unter dem Einfluß apogrypher Evan- 
gelien ikonographisch anreicherte und sich zu den uns 
heute bekannten Typen entwickelte. Motive wie Ochs 
und Esel, die beiden Hebammen, die das Kind baden, 
sind schon recht früh überliefert, später häufen sich 
dann genrehaite Szenen, die für uns auch als Zeugnisse 
für mittelalterliche Lebensgewohnheiten und als Quel- 
len für die Ftealienkunde von interesse sind, so etwa die 
Darstellung des Stalles, des Mobiliars, verschiedener 
Zuber und Krüge. Ein gutes Beispiel für eine solche 
genrehafte Szene ist etwa der bekannte breikochende 
Joseph vom Wildunger Altar des Konrad von Soest, 
auch die Anbetung durch die Hirten bot in dieser Hin- 
sicht einen guten AnlaB. 
Neben dem typoiogisch-ikonographischen Aspekt des 
Themas ist auch der kunsthlstorische nicht zu gering zu 
achten, gerade in der Abwandlung des immer gleichen 
Themas im Wandel der Zeit, der Kunststile und des 
Geschmackes ist durch die Möglichkeit des Vergleiches 
des reichlich vorgelegten Bildmaterials ein guter Ein- 
blick in stilgeschichtllche Phänomene möglich. 
Der schon illustrierte Band, der sowohl wissenschaftli- 
chen Anforderungen genügen kann als auch ästhetische 
Fieize zu vermitteln imstande ist, vermag sowohl den 
kunsthistorisch geschulten Fachmann als auch den in- 
teressierten Laien anzusprechen und kann - anlaß- 
gemäß - auch als Geschenkband bestens empfohlen 
werden. Karl Vocelka 
Linz 
Schioßmuseum 
Das Jahr 1848 in Oberösterreich und 
Hans Kudiich 
Eine informative Schau, die mit Dokumenten, Karikatu- 
ren, Erlassen, Bildern und Photos einen Überblick über 
die Geschehnisse des Fievolutionsjahres geben wollte. 
Der aus Lobenstein, ÖsterL-Schlesien, stammende 
Hans Kudlich, der im Reichstag die Aufhebung der Un- 
tertanigkeit der Bauern durchsetzte, wurde aus der 
Sicht Oberösterreichs gewürdigt. ms. 9.- 22. 10. 1915i 
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