MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 162)

A Künstierprofiie Werner Otte 
 
Je mehr ein selbstverständlicher Bezug zur Lanc 
unserer Zeit veriorenging. um so mehr wurde sie 
innenbiid der Künstler. Paul Klee hat ihr einen n 
poetischen Namen gegeben, dessen Klang viele 
fasziniert hat, Seinen "dem Herzen der Schöpiur 
nahenu Natur-Traumbildern sind die lyrischen L2 
schalten des Salzburger Malers Werner Otte vor 
sen und Suchen her verwandt. Auch er hat ihre 2 
zuerst an der Naturiorm abgelesen, doch es gab 
AfrikaeReise iur ihn, und Salzburg war nicht MiJr 
So vollzog sich der Prozeß der Ablösung. der Du 
bruch zur freien Formsprache langsam und im Vi 
borgenen. Erst 1968, zehn Jahre nach seinen ers 
abstrakten Bildern, wagte sich Otte mit ihnen ar 
Oilentiichkeit. Was diese Bilder ollenbarten, wa 
ganz freie eigene Sprache, die - und das gilt bi 
- aus zwei ganz verschiedenen Quellen schbpli 
sich zuletzt in der Bildwerdung vereinen. Es gibt 
Otte zum einen das Naturvorbild - und wie wic 
bis heute als Ausgangspunkt geblieben ist, zeigt 
die realistischen Landschaftszeichnungen als V4 
dien für abstrakte Kompositionen. Aus diesem lt 
bild gewinnt er in einem Reduktionsprozeß, der i 
weilen über eine ganze Folge von Blättern ables 
die kürzeihaften Zeichen seiner Komposition. Ar 
Ende dieses Prozesses hat das Gegenständliche 
Bedeutung verloren, das Bild wird zum rhythmis 
Spielfeld der Kontraste von "Bewegung und Ruh 
ger und verspielter Form, von beherrschenden Zi 
und begleitenden Eiementenri, wie Otle selbst Zi 
seiner Bilder schrieb. Dies ist der Weg von auße 
innen. 
Der umgekehrte Weg setzt mit der Geste ein. Ai- 
tische Farbfanfare, dunkles Zeichen oder schwe 
kailigraphisches Ballett entspringt sie der lreien 
dung des Künstlers und gewinnt Klang und Bedr 
im Spannungsfeld der Kontraste. Diese Formspr 
kommt nun nicht mehr von der Landschaft her, 2 
führt aul sie hin. Sie transskribiert Landschaltsr 
gen aus dem Innern. "Rhythmus des Schreibens 
Sinnbild vielfältigen Geschehens fesselt mich in 
mehr", bekennt Otte. Die Wege von außen nach 
und von innen nach außen treffen sich in der He 
schrifi. Unverkennbar, hat sie doch viele Ausdru 
mögiichkeiten. Dich muß immer wieder bis an di 
Grenzen meiner Peripherie verstoßen, um schlie 
Mitte zuriickzuiinden. Nicht alles, was ich gesci 
habe, erscheint mir zu allen Zeiten gültig. Wicht 
nur, daß die Arbeit des Künstlers dem augenbiic 
iichen Stand seiner Erfahrungen entspricht, dem 
Schalten ist Bekenntnis." 
Solche Bekenntnisse sind die rhythmisch hinge: 
benen i-Tagebuchblätter-i - kalligraphische Not 
eines Augenblicks. Sind die hingewischten Aphr 
die an asiatische Tuschblätter erinnern, gemalte 
dichte aus wenigen Worten. Sind auch die weite 
iandschaften mit bunten Ftegenschleiern über ei 
unbestimmten kargen Raum, Sind auch die surn 
schen Traumszenerien mit ihrer kristallinen Vers 
lung in gläsernen Linien einer magischen Geomi 
und den schwereiosen Zeichen, die wie geialtetr 
vogei über diesen Bildern schweben. 
wich habe immer die Sehnsucht, fliegen zu könn 
träumt Werner Otte, wohne Hilfsmittel, einlach d 
ausbreiten, mich schwereios dem Flaum hingeht 
gen jede Vernunft habe ich das Gefühl, daß es n 
sein müBte - es käme nur aul die mutige Entsc 
dung an_it in: 
 
Kalllgraphrschs Notationen eines 
Augenblicks. 1969 
wie Ratlosrgksil der nackten 
Schirme am Millwoch Nachmittag 
den 10. Februar 1977. 
Werner Olls 
uDlS Mslgesellschall In Glums am 
sparen vormmag vor der Stadt- 
meuer unter Bäumem Werner One 
am Sonntag, dem'20.6. 1976 
nÄlTl Tag der Abraisev, 1977
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.