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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 163)

 
 
 
 
 
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Gesellschaft. Nikolaus von Dumba (1830-1900), 
industrieller und Mäzen, hat die Gestaltung von 
drei Räumen mit der gesamten Einrichtung in sei- 
nem Palais am Parkring 4 ausschließlich Malern 
übergeben. Das Arbeitszimmer wurde von Hans 
Makart entworfen, der Speisesaal von Franz 
Matsch und der Musiksalon von Gustav Klimt. 
1897 lete dieser die Skizzen dazu vor. 
Ludwig Hevesi gibt uns davon ein getreues Bild: 
wEs ist ein großer, hoher Salon in einem freien 
Empirestll. Dunkles Mahagoni und zierliche Appli- 
ken in Goldbronze geben den Ton an. Die beiden 
Haupttüren sind besonders hervorgehoben. Ihre 
Rahmen sind aus hellgrauem Carraramarmor, In 
dessen Profilierung ein Eierstab und eine Perlen 
schnur aus Goldbronze mitwirken. Die Suprapor- 
ten sind zwei große Bilder von Klimt: ,Die Musik' 
und ,Schubert am Klavierü Sie sind bekanntlich 
Hauptsiücke der sogenannten ,sezessionisti- 
schen' Malerei Jung-Wiens und haben als solche 
auf den letzten Ausstellungen geglänzt. Die Eigen- 
tümlichkelt der malerischen Vision und ein nervö- 
ser Flimmer in Farbe und Licht, bei überwiegend 
heller Haltung, macht sie besonders geeignet, von 
hohem Standpunkt herab auf Saalweite zu wirken. 
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Diese beiden Türen sind noch zwischen zwei 
mächtige Pilaster aus dunkelgrünem Marmor ge- 
faßt, deren vergoldeter Appiikenschmuck als zwei- 
seitig gefiederte, symmetrisch gekrauselter Orna- 
mentstrelfen zu einer als Kapitel dienenden gro 
Ben Maske (Kopf) emporläuft...34.u 
Für Dumbas Musiksalon verwendete Klimt bereits 
früher geschaffene Werke. Durch den industriel- 
len August Lederer erhielt er Anregungen und Auf- 
trage zu neuen Arbeiten. Seine freundschaftlichen 
Beziehungen zu ihm und zu seiner Familie began- 
nen 1899 mit dem Auftrag für ein Porträt von des- 
sen Gattin Serena. insgesamt 18 Werke Klimts ka- 
men im Laufe der Zeit in Lederers Besitz. So ent- 
stand nach und nach die größte und erlesenste 
Klimt-Sammlung, die es in Wien je gegeben hatte. 
in Konflikt zum Wiener Bürgertum geriet Klimt, als 
er vorn Ministerium für Kultus und Unterricht den 
Auftrag erhielt, drei große Deckengemälde für die 
Aula der Wiener Universität zu schaffen. 
Das erste Bild "Philosophiea wurde vom 8. März 
bis 1. Mai 1900 in der Secession ausgestellt und 
von 34.000 Besuchern gesehen. Seit Makart hatte 
man in Wien einen derartigen Andrang zu einem 
Kunstwerk nicht mehr eriebt35. 
Aber schon nach den ersten Ausstellungsta 
brach der Protest gegen Klimts Werk los. 87 
versitatsproiessoren unterzeichneten ein Sc 
ben an das Ministerium, in dem unter dem 
weis, daß das Bild nicht in den Fienaissancer 
passe, das Verbot der Anbringung desselben 
derten. Ein Gegenprotest trug lediglich zehn 
terschriften. Die Künstlerschaft legte zum 
chen ihrer Verbundenheit mit Klimt vor dem 
einen riesigen Lorbeerkranz nieder, dessen Sc 
fen in Goidbuchstaben ihren Wahlspruch tru 
"Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheirtl 
Obwohl dieses Werk 1900 bei der Weltausstel 
in Paris mit dem Grand Prix ausgezeichnet wo 
ist, behielten die protestierenden Profess 
recht. 
Zu noch größeren Angriffen durch Publikum 
Presse führte die Ausstellung des Bildes iifi 
zini- (1901). Es wurde als "noch verfehiter um 
stoßenderu bezeichnet. Fünfzehn Abgeord 
zum Reichsrat richteten eine inferpellation an 
Unterrichtsminister, in der festgestellt wurde, 
dieses Werk "durch Fiohheit der Auffassung 
Mangel an Ästhetik das große Publikum tief vc 
zenii würde. Auch die Ärzteschaft mischte sic 
 
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