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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 163)

 
DURUTIJEEUM 
Wien 
624. KU NSTAU KTION 
19., 20., 21. und 22. Juni 1979 
Gemälde, Graphik 
Skulpturen, antikes Mobiiiar, Antiquitäten 
Asiatika, Waffen 
Jugendstil 
BESICHTIGUNG 
14., 15., 16. und 18. Juni 1979 
von 1O bis 18 Uhr, 
Sonntag, 17. Juni 1979 
von 9 bis 13 Uhr. 
DOROTH EUIVI KUNSTABTEILUNG 
A-lOll Wien l., Dorotheergasse 11 
Telefon 52-85-65-0 
I u: ucir nurrotoa 
 
1c: 
Vergangenheit ebenso wie als Muslkhauptstadt Euro- 
pas. 
l Der Ausstellungsort in der barocken fürstlichen Suite 
der Residenz der Erzbischbfe in Salzburg, ein Rahmen, 
der durch Deckenfresken, Stukkaturen und Boiserien in 
anspruchsvoller Weise das Ausstellungsgut interpre- 
tlert. 
in diesem streng vorgezeichneten - und nicht vergrö- 
Berbaren - Rahmen werden 56 Händler mit alter Kunst 
mit ihren Exponaten vor eine harte Probe gestellt. Der 
Großteil besteht sie glänzend. 
Wie schon im letzen Jahr gab es wieder großartiges Mo- 
biliar der Barockzeit, das im Karabinierisaal kraftvoll zur 
Geltung kam, Porzellane und Silbergerat des Barock, 
Skulpturen der Gotlk und des Barock, bäuerliche alpen- 
landische Möbel und Hausrat, vielfältige Sammlungsob- 
jekte und zahlreiche Gemälde, vorwiegend aus dem Bie- 
dermeier und der Zelt um die Wende vom 19. zum 
20. Jahrhundert. Gerade in dieser Epoche zeigte es sich, 
daB Kunsthandler mit dem Blick für das Aktuelle im 
Kunstgut der Vergangenheit Entdeckungen machen und 
vergessene Maler einer neuen Bewertung zuführen kon- 
nen. Auch auf dem Gebiet des Jugendstils sind viele 
Objekte zu angesehenen Klassikern aufgestiegen. 
In den angrenzenden Epochen des Historismus und der 
Art-Deco Ist es eine schwierige Aufgabe der Jury, her- 
eindringenden Tand der Nostalgiewelle abzuwehren und 
künstlerisch Wertvolles von Gewöhniichem zu scheiden. 
Aber auch für die Kulturgeschichte Salzburgs selbst 
und für seine Museen ergab die Messe hohen Gewinn. 
Diesmal brachten die Aussteller - ermutigt durch öf- 
fentliche Ankäufe im Voriahr - bedeutende Salzbur- 
gensien zur Messe: silbermontierte Schnltzwerke aus 
Steinbockhorn - eine Salzburger Spezialität -, pracht- 
voll intarslerte und in Stahl geschnittene Salzburger 
Waffen - alte Saizburger Ansichten aus der Zeit nach 
der Romantik, als diese Gegenden die Maler besonders 
beschäftigten - und ein Prunkstück der Salzburger M0- 
belkunst, einen reich geschnitzten Pinzgauer Schrank. 
Salzburg hat diese Bemühung belohnt. Durch ein Komi- 
tee von Museumsdirektoren beraten, hat die Landesre 
gierung diese Salzburgensien größtenteils erworben und 
stellt sie den Museen zur Verfügung. Ein schönes Zu- 
sammenwlrken zwischen Messe und Kulturverwaltung 
ist damit erwachsen. 
Die lebhafte Teilnahme des offiziellen Salzburg erhebt 
die Messe nunmehr zu einem richtigen Kulturereignis. 
Aber auch das Wichtigste, die Umsätze, waren sehr be 
trachtllch und standen trotz eines Schlechtwetter- 
einbruchs mit Schneefall dem Vorlahr nicht nach. Die 
Einnahmen zeigten ein Verhältnis von 60 "In DM zu 
40 "lu S, womit der Überhang des deutschen Käufers 
sichtbar ist. 
Wenn am letzten, dem zweiten Wochenende der Messe, 
wieder neue Besucher - das Publikum der Osterfest- 
spiele - elnstromen und interessiert das Messegut mu- 
stern, wird uns ein altes Wort wieder besonders deut- 
lich: 
nKUHSfkBUf ist ein Akt der Lebensfreudeq, 
besonders in Salzburg, auf der Selzburger Messe. 
Kurt Rossacher 
Bericht zur Sitzung der Berufsgruppen- 
tagung 1979 in Salzburg 
Der Ausschuß behandelte eine Fülle branchenspezifi- 
scher Fragen. So wurden neben Steuerproblemen auch 
die Beziehungen zum Bundesdenkmalamt sowie das 
Thema ßSachverstandlge und Gutachten-r erörtert. 
Besonders hervorzuheben ist der wichtige Beschluß 
über die Abhaltung eines Seminars für den Kunst- und 
Antiqultatenhandel. 
im Rahmen dieses Seminars soll ein fundierter Über- 
blick über die kunsthistorische Entwicklung von Male- 
rei, Plastik. Kunstgewerbe und Möbel von 1400 bis 1938 
vermittelt werden. 
Besonderer Schwerpunkt ist die Herausarbeitung der 
Entwicklung der österreichischen Kunst im Rahmen der 
gesamteuropäischen Kunstentwicklung. 
Neben dem fachspezifischen Teil Kunstgeschichte wird 
ein weiterer kaufmännischer Teil. Flnanz- und Rech- 
nungswesen, angeschlossen sein. 
Vertieftes und verbessertes Wissen fördert einerseits 
die Beziehung zum Kunden, andererseits werden im 
Rahmen dieses Seminars bessere Beziehungen zwi- 
schen dem Kunsthandel und den staatlichen Museen 
eintreten. 
Dieses Seminar, als Seminarreihe gedacht, wird in Zu- 
sammenarbeit mit dem Kunsthlstorischen Institut, Wien, 
und dem Hernsteininstitut veranstaltet. 
Vorsitzender der Berufsgruppe für 
den Kunst- und Antlquitatenhandel 
Wolfgang A. Siedler 
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