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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 164)

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de er konsequenterweise weggelassen. Auch in 
der Figurenkomposition sind sich der erste Ent- 
wurf Piatzers und das Bregenzer Werk sehr ahn- 
iich, während der zweite Entwurf der endgültigen 
Lösung angenähert ist, die zum Ersatz der aufgip 
felnden Pyramide den großen Engel der linken Sel- 
te mehr in die Mitte versetzt. ln dieser Maßnahme 
ist eine verstärkte Fiückbeziehung auf die zentrale 
Figurengruppe des Vorbildes dieses Grabtyps, 
nämlich das Mitrowltz-Grabmal zu erkenneng. im 
ersten Entwurf und im Bregenzer Werk sind die lie- 
gende Gestalt des Heiligen - mit Ausnahme der 
im Entwurf mehr herabhangenden rechten Hand 
- und die Haltung des großen Engels links bis in 
Einzelheiten gieichiautend gebildet. Gegenüber 
der tänzerischen Haltung der Beine des Engels 
auf der Zeichnung wirkt die Schrittsteliung des 
entsprechenden Engels der Bregenzer Skulptur et- 
was ungraziös. Dies dürfte iedoch in erster Linie 
einer mangelhaften (späteren?) Montierung des 
im Material angesetzten linken Unterschenkeis 
anzulasten sein. Eine besonders auffällige fehler- 
hafte Montierung ist am Bregenzer Werk beim Put- 
to rechts außen festzustellen, dessen Handhai- 
tung und Kopfwendung nach unten heute völlig 
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sinnlos erscheinen. Ursprünglich hielt er den lin- 
ken Fuß des Heiligen, der deshalb auch waag- 
recht ausgestreckt und frei hinausragend ge- 
schnitzt ist, jetzt aber steif in die Luft ragt, stüt- 
zend und tragendin seinen Händen und blickte 
darauf nieder, wie es die erste Entwurfszeichnung 
zeigt. Damit bildet dieser Putto das Handlungs- 
pendant zum großen Engel links: beide sind gera- 
de im Begriff, den Leichnam des Heiligen auf dem 
Deckel des Sarkophags bzw. auf die darauf zur 
Aufbahrung gelegten Kissen und Decken nieder- 
zulegen. Die Entwurfszeichnung gibt auch den ur- 
sprünglichen und richtigen Anbringungspiatz des 
aufgeschlagenen Buches mit dem Birett des Heili- 
gen darauf an, das beim Bregenzer Werk heute 
zwischen das Fußende des Heiligen und den 
TragePutto eingeschoben ist und diesen vom Ge- 
genstand seiner Handiung trennt. Beim Bregenzer 
Werk scheint ferner der Putto mit dem Kruzifix, 
dem Hauptattribut des Heiligen, abhanden ge- 
kommen zu sein, der in der Entwurfszeichnung 
hinter der Beinpartie des Heiligen piaziert Ist. An 
seiner Stelle ist ein geflügeltes Cherubimkopf- 
chen angebracht, das wchi aus der Flgurendekcr 
ration der Pyramide herausgenommen wurde. Ver- 
ändert wurde offenbar auch die Plazierung 
schwebenden Figur der Posaune blasendei 
ma, die in der Zeichnung rechts oben an der 
mide erscheint. Diesem Anbringungspiatz 
spricht auch ihr verkleinerter Figurenmaßstai 
in der Zeichnung an den Kanten der Pyramid 
gebrachten Wolkenstreifen und Engelchen 
im Motiv übereinstimmend in das Bregenzer 
übernommen worden, lediglich die Flanken fi 
dort. Auch die Flammenvase auf der Pyramii 
in der Zeichnung und im Bregenzer Werk 
tisch. Die Kartusche in der Mitte der Froni 
des Sarkophags mit der Fieiiefdarsteliung i 
der Zeichnung nur angedeutet; die dort vorge 
ne Girlande fehlt beim Bregenzer Werk. Dag 
sind die Trigiyphenschiitze in der Hohlkehii 
Sarkophagdeckels in der Zeichnung und bein 
genzer Werk vorhanden. Dieses Ornament 
begegnet auch am Sarkophag des Hroznata- 
mais Piatzers in Tepi, das auch die Flammen 
als Pyramidenaufsatz aufweist"), und geh 
das Vorbild des Mitrowitz-Grabmais von Fis 
Brokoff zurück. 
Nun stellt sich die Frage, ob im BFSQGHZOTWf 
ne eigenhändige Arbeit Piatzers, also ein 
dem ersten Entwurf von Piatzer geschaffene 
deil vorliegt oder eine Kopie seiner ersten l 
tion von einer anderen Hand, entweder aus: 
Werkstatt oder aus seinem weiteren Um 
Diesbezüglich ist zuerst einmal bemerken: 
daß es keineswegs der endgültigen Ausfü 
entspricht und daher keine Devotionaikopiei 
niature des Denkmals selbst darstellt. Da e: 
ersten Entwurf Piatzers gleicht, sowohl im. 
tektonischen wie auch in der Figurenkompo 
(bei der wiederum die Gestalt Nepomuks ir 
gleich zum ersten Entwurf noch mehr der enr 
gen Formulierung angenähert ist, wie man z. 
der Haltung seiner rechten Hand beoba 
kann), ist der Verfertiger innerhalb der Wer 
Piatzers zu suchen und die zeitliche Entsti 
innerhalb des Entwicklungsprozesses des 
mais anzunehmen, in der Reihenfolge: 1. 1 
nungsentwurf - Bregenzer Modell. 2. Zeichr 
entwurf (und verschoiienes 2. Modell?) - er 
tige monumentale Ausführung des Denk 
Denn nur so sind die in den Entstehungsp 
völlig integrierten Merkmale des Bregenzeri 
Zu erklären. 
Nun zur Frage der Eigenhändigkeit Pia 
Schon im Gesamtcharakter entsprechei 
Skulpturen des Bregenzer Modells voilko 
dem barock-klassizistischen Stil Piatzers. 
auch im Detail lassen sich für die Körper- ui 
wandbildung, die biidhauerische Gestaltun 
den Schnitzstii engste Verwandtschaften in 
händigen Werken Piatzers entdecken. Der 
rentypus des großen Engels links mit den pr 
rundeten Gliedern" und die glatte, unsti 
hart, wie getriebenes Metall wirkende Oi 
chenbehandiung, gerade auch bei den G 
dernlz, die Faltenbildung mit den straffen, 
artigen Stegen und den Mulden, die mii 
Hohielsen furchig gekerbt sind, was bis zu 
graveurhaft ziselierten, in die plastische Fi 
near eingegrabenen Binnenzeichnung der E 
geht wie z. B. beim Gewand des Nepomuk 
dann in der Licht-Schatten-Wirkung wiederu 
ierische Effekte hervorruft, all dies entspric 
iig der sonstigen Gestaltung Piatzers und 
persönlichen künstlerischen Handschrift, v 
2.8. bei den Figuren des Hroznata-Grabm 
Tepi 1761, aber auch schon früher seit den 
ger Jahren, etwa bei den Statuen des Hocr 
In Tepi", z. B. beim Erzengel Michael zu her 
ten ist, dessen Geslchtsschnitt ganz dem di 
ßen Engels arn Bregenzer Nepomukdei 
Modell entspricht. Auch in den charakteristi 
Besonderheiten der Details, z. B. im Typus
	        

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